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Symphonieorchester Vorarlberg

Seit seiner Gründung 1984 zählt das Symphonieorchester Vorarlberg (SOV) zu den prägenden Kulturinstitutionen des Landes. Es steht für musikalische Qualität, regionale Verbundenheit und künstlerische Neugier – getragen von Musikerinnen und Musikern aus der Region oder mit enger Verbindung zu ihr und einem Publikum, das weit über Vorarlberg hinausreicht.

Mit jährlich sechs Abonnementkonzerten in Bregenz und Feldkirch sowie dem Festival „texte & töne“ in Dornbirn gestaltet das Orchester das kulturelle Leben des Landes ganzjährig. Das Repertoire umfasst zentrale Werke der Orchesterliteratur ebenso wie selten gespielten Entdeckungen, zeitgenössische Musik sowie Ur- und Erstaufführungen, darunter Thomas Larchers Symphonie Nr. 3 im Rahmen der Bregenzer Festspiele.

Mit diesem Festival verbindet das SOV eine enge Partnerschaft, bei dem es unter anderen die Orchestermatinee, die Festmesse und das Opernstudio gestaltet. Darüber hinaus wirkt es an Opernproduktionen des Vorarlberger Landestheaters mit.

Wichtige Maßstäbe und neue künstlerische Akzente setzte Gérard Korsten als Chefdirigent von 2005 bis 2018. Von 2008 – 2021 führte das SOV unter der Leitung von Kirill Petrenko im Zyklus „Mahler 9 x 9“ sämtliche Symphonien Gustav Mahlers auf. Seit der Saison 2020/21 steht Leo McFall an der Spitze des Orchesters und prägt mit feinem Gespür und Mut zu großen Formaten dessen künstlerische Entwicklung.

Neben seiner Tätigkeit in Vorarlberg gastiert das Orchester regelmäßig außerhalb des Bundeslandes, wie etwa 2023 im Großen Festspielhaus Salzburg oder 2024 im Wiener Konzerthaus. Vermittlungsformate, Schulkooperationen sowie Podcasts ergänzen die Konzerttätigkeit und eröffnen unterschiedliche Zugänge zur Orchestermusik.

(Fotos: © Thomas Schrott)

Kontakt

Symphonieorchester Vorarlberg
Rathausstraße 11//4
A-6900 Bregenz

Telefon: +43 (0)5574 / 43447
Fax: +43 (0)5574 / 43448
E-Mail: office@sov.at

Bewertungschronik

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Bewertungen & Berichte Symphonieorchester Vorarlberg

© George Chrysochoidis
Konzert

Konzert 1:
Leo McFall / Sharon Kam

Symphonieorchester Vorarlberg
Leo McFall, Chefdirigent
Sharon Kam, Klarinette


Wolfgang Amadeus Mozart:
Ballettmusik aus der Oper »Idomeneo«
Herbert Willi:
»Ego eimi« – Konzert für Klarinette und Orchester aus dem Zyklus »Montafon«
Franz Schubert:
Symphonie Nr. 8 C-Dur D 944

Das damals beste Orchester Europas, ursprünglich aus Mannheim, war am Münchener Hof, als Mozart 1781 dort seine Oper Idomeneo uraufführte. Da auch die Tanztruppe als hervorragend galt, tobte er sich aus und komponierte für das heitere Ende seine bedeutendste Ballettmusik, reich an Kontrasten, reich an Emotionen und mit rasend schnellem Finale. Die Noten waren – wie damals üblich – keine Fremdvergabe, sondern sie stammten direkt aus des Meisters Feder.

Die Stille ist es, aus der heraus sich in Herbert Willi Musik entwickelt. Der 1956 geborene Vorarlberger Komponist beschreibt: »Etwas vom Schönsten für mich ist es, eine Landschaft zu durchwandern, um zu sehen, wie klingt es in ihr, um zu sehen, was klingt in mir, was bringt diese Landschaft in mir zum Klingen«. Die heimatlichen Berge sind dafür perfekt geeignet und so stammt das Klarinettenkonzert, ein Auftragswerk für die Salzburger Festspiele anläßlich des Mozart-Jubiläumsjahrs 2006, aus dem Zyklus Montafon. Der Titel ego eimi bedeutet »ich bin dort, wo du auch bist«. Wundervolle Klarinettensoli sind zu erleben und das große Orchester bietet mit vielfältigem Schlagwerk, mit Englischhorn und Harfe jazzige Klänge, tänzerischen Schwung und lyrische Momente. »Freude weht durch das ganze Stück«, fasst es Willi in Worte. Seine Werke waren in der New Yorker Carnegie Hall, der Royal Albert Hall London, dem Wiener Musikverein und in der Suntory Hall Tokio zu hören und lagen auf den Pulten von Claudio Abbado, Christoph von Dohnányi, Riccardo Muti, Seiji Ozawa, Kirill Petrenko und Gustavo Dudamel.

Franz Schubert erreichte 1825 mit der Großen den Höhepunkt seines symphonischen Schaffens. Nach jahrelangem Ringen war sie da: mit unerschöpflichem rhythmischen Schwung, fließenden Melodien, einem leidenschaftlichen Feuerwerk im Finale und einer kleinen Erinnerung an die Ode an die Freude. Das grandios Monumentale ist erst bei Anton Bruckner und Gustav Mahler wieder zu erleben. In der Kritik zur Uraufführung wurde »der große Reichtum an schönen interessanten Motiven« gelobt, »die kunstvolle Behandlung … derselben, und besonders die vortreffliche Instrumentierung, es sind Instrumental­effekte in dieser Symphonie, wie wir sie nirgends noch schöner gehört haben.«

Das Rahmenprogramm beginnt 1 Stunde vor Konzertbeginn!

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© Oezge Balkan
Konzert

Konzert 2:
Sascha Goetzel / Niek Baar

Symphonieorchester Vorarlberg
Sascha Goetzel, Dirigent
Niek Baar, Violine


Franz Schreker:
Intermezzo für Streicher op. 8
Dmitri Kabalewski:
Violinkonzert C-Dur op. 48
Joseph Haydn:
Symphonie Nr. 39 g-Moll Hob. I:39
Alexander Zemlinsky:
Sinfonietta op. 23 (Arr. Roland Freisitzer)

Stellen Sie sich folgendes musikphysikalisches Experiment vor: Das grelle Licht der Wiener Klassik um Joseph Haydn trifft auf ein Prisma, auf einen durchsichtigen Glaskörper in Pyramidenform. Durch die angewinkelte Oberfläche wird der Lichtstrahl in seine Spektralfarben gebrochen, die auf der anderen Seite aus dem Prisma herausströmen. Neue Farben und Formen, die sich aus dem Licht der Wiener Klassik entwickeln. Für das Ergebnis gibt es unterschiedliche Bezeichnungen: Neoklassizismus, Neue Sachlichkeit, Retour à l’ordre.

In der Musik wird dieser Versuch in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts immer wieder durchgeführt. Als Reaktion auf die überbordenden Riesenwerke der Spätromantik und die wilden Farbexzesse des Expressionismus entsteht bei einigen Komponist | innen der dringliche Wunsch, dieser Entwicklung entgegenzuwirken. »Back to the roots« lautet das Motto – zurück zu Klarheit, Ordnung und Durchsichtigkeit in klassischen Formen wie Suite, Sonate oder Solokonzert. Die Beweggründe der einzelnen Versuchsteilnehmer können dabei ganz unterschiedlich sein: ästhetisch, politisch, ökonomisch.

In unserem Labor treffen wir zunächst auf Franz Schreker, dem der Neoklassizismus von seinem Lehrer Robert Fuchs quasi in die Wiege gelegt wird. Mit einfachen Mitteln gelingt ihm in seinem Intermezzo eine große Wirkung mit sattem Streicherklang.

Dmitri Kabalewski steht in seinem musikalischen Denken unter dem politischen Joch des stalinistischen Regimes. Mit seiner eingängigen, klaren Musiksprache übersteht er die musikpolitische Säuberungs­aktion von 1948.

Alexander Zemlinsky versucht sich zunächst an einer Lyrischen Symphonie à la Mahler. Doch der Verlag ist alles andere als erfreut und fragt nach einem Orchesterstück, »das durch seine kurze und praktische Besetzung auch für den Vertrieb leichter ist«. Und Zemlinsky liefert.

Doch was ist das? Ausgerechnet der Klassiker Joseph Haydn hält sich mit seinem Ausgangsmaterial für diesen Versuch gar nicht an die Regeln der Klassik. In seiner Symphonie Nr. 39 probiert er sich in expressiven Molltonarten, dramatischen Wendungen und zerklüfteten Melodien.

Und so wird dieses Konzert zu einem spannenden Experiment mit falschen Erwartungen, doppelten Böden und trügerischem Schubladendenken.

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© Rodrigo Samano
Neue Musik

texte  & töne Festival 2026:
Paul-Boris Kertsman

Symphonieorchester Vorarlberg
Paul-Boris Kertsman, Dirigent


Martin Ritter:
»We are still … and time moves through us« (2026)
Magnus Lindberg:
»Jubilees« (2002)
Unsuk Chin:
»Graffiti« (2013)

Für die SOV-Auftragskomposition wurde 2026 der österreichische Komponist Martin Ritter ausgewählt. Spezialisiert auf elektronische und mikrotonale Musik entsteht ein Werk inspiriert von Texten der kanadischen Dichterin Elee Kraljii Gardiner. Unter dem Titel We are still … and time moves through us kommt die Komposition im November zur Uraufführung.

Erweitert wird das Programm mit Jubilees vom finnischen Komponisten Magnus Lindberg, einer Vertonung und Zusammenstellung seiner Piano Jubilees. Die sechs kurzen Sätze weisen eine wage Verwandtschaft mit Debussys und Chopins Charakterstücken auf.

Graffiti von der Südkoreanerin Unsuk Chin zeigt ihre moderne, undoktrinäre, lyrische Musiksprache, die weder illustrierend noch programmatisch ist. Sie komponiert Musik, die nicht von Zeit oder Raum beschränkt ist, die starke Kontraste bietet, reich an Gegensätzen und Labyrinthen, aber weder tonal noch atonal ist.

Eintritt frei!

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Konzert

Konzert 3:
Marzena Diakun / Sebastian Klinger

Symphonieorchester Vorarlberg
Marzena Diakun, Dirigentin
Sebastian Klinger, Violoncello


Robert Schumann:
Konzert für Violoncello und Orchester a-Moll op. 129
Antonín Dvořák:
Symphonie Nr. 9 e-Moll »Aus der Neuen Welt« op. 95

Das Künstlerpaar Robert und Clara Schumann gilt als das bekannteste der romantischen Epoche. Für den Komponisten war es nicht immer einfach, eine begnadete Pianistin an seiner Seite zu wissen, die noch dazu für ein stabiles Einkommen sorgte. 1850 gab es die Chance auf einen Neustart. Begeistert wurde die Familie in Düsseldorf empfangen, wo sich für Schumann endlich der Wunsch nach einer festen Stelle erfüllte. Als Städtischer Musikdirektor schrieb er voller Enthusiasmus in nur zwei Wochen das Concertstück für Violoncell mit Begleitung des Orchesters. Die drei Sätze gehen pausenlos ineinander über und präsentieren eine Fülle an Emotionen, was eine große Freiheit in der Interpretation erlaubt. Das Konzert ist eine virtuose Herausforderung, waghalsige und rasante Läufe und Sprünge über sämtliche Grifflagen des Cellos wechseln sich mit lyrisch-fließender Klanginnigkeit ab und münden in ein temperamentvolles Finale. Clara notierte begeistert in ihrem Tagebuch: »Die Romantik, der Schwung, die Frische und der Humor … von welchem Wohlklang und tiefer Empfindung sind alle die Gesangsstellen darin!«

Antonín Dvořáks Symphonie Aus der Neuen Welt sprüht vor musikalischen Einfällen. Der böhmische Komponist wurde als Direktor und Lehrer ans New Yorker Konservatorium geholt, um der jungen Nation zu helfen: »Die Amerikaner erwarten große Dinge von mir, vor allem soll ich ihnen den Weg ins gelobte Land einer neuen eigenständigen Kunst weisen, kurz, eine Nationalmusik schaffen! Wenn das kleine tschechische Volk solche Musik habe, warum sollten sie sie nicht haben, wenn doch Land und Volk so riesig sind«, konstatierte er nicht ohne Ironie.
Dvořák ließ sich von Spirituals und der Kultur der indigenen Völker inspirieren, deren Eigenheiten auch in den Liedern seiner Heimat zu finden sind. Das romantische Meisterwerk umfasst die Weite der Prärie und die Sehnsucht nach Böhmen. Wer einmal die berührende Melodie des Englischhorns im zweiten Satz gehört hat, kann sie nie wieder vergessen. Amerikanisch und zugleich tschechisch – das gelang nur Dvořák. Seine Neunte ist seit der 1893 frenetisch gefeierten Uraufführung in der neu erbauten Carnegie Hall ein Klassikhit, den Astronaut Neil Armstrong mit auf den Mond nahm.

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© Jiyang Chen
Konzert

Konzert 4:
Leo McFall / Timothy Ridout

Symphonieorchester Vorarlberg
Leo McFall, Chefdirigent
Timothy Ridout, Viola


Alexander Borodin:
Ouvertüre zur Oper »Prinz Igor«
William Walton:
Konzert für Viola und Orchester
Sergei Rachmaninow:
Symphonie Nr. 2 e-Moll op. 27

In diesem Konzert stehen drei am Ende sehr erfolgreiche Werke auf dem Programm, die in ihrer Entstehung um Haaresbreite gescheitert wären. Die Gründe sind ein zu früher Tod, eine falsche Erwartung und eine schwere Depression.

Als Alexander Borodin 1887 plötzlich stirbt, ist seine erste und einzige Oper immer noch nicht fertig – nach 18 Jahren Bearbeitungs­zeit. Wie kann das sein? Zum einen, weil Borodin eigentlich gar kein Komponist ist, sondern Arzt und Professor für Chemie in St. Petersburg. Musik bleibt ein Hobby, eine Leidenschaft, der er nur im Krankenstand nachgehen kann. Die Oper Prinz Igor wird zu seinem Lebensprojekt. Denn zum Mangel an Zeit kommt erschwerend hinzu, dass Borodin perfektionistisch veranlagt ist. Mehrfach reist er in die entlegensten Gegenden Russlands, um die passenden Volksweisen für seine Melodien zu finden. Und das dauert. Am Ende kommt es, wie es kommen muss: Borodin stirbt, bevor die Oper fertig ist. Nach seinem Tod nehmen sich seine Freunde Alexander Glasunow und Nikolai Rimski-Korsakow der Sache an und stellen die Oper fertig.

Mit Anfang 20 löst William Walton mit seinem schrillen Werk Façade, das zu zeitgenössischen Gedichten entstand, einen wahren Aufschrei im konservativen Großbritannien aus und gilt schnell als Enfant terrible. Der Violist Lionel Tertis hätte also durchaus wissen können, worauf er sich einlässt, als Walton beauftragt wird, ein Solokonzert für ihn zu komponieren. Doch als Walton ihm nach wenigen Monaten die gar nicht so futuristische Partitur vorlegt, lehnt Tertis überraschend ab: zu modern, so etwas wolle er nicht spielen. Kurz bevor das Projekt ganz in sich zusammenfällt, erklärt sich Paul Hindemith bereit, das Stück uraufzuführen. Im Publikum sitzt Lionel Tertis und bereut seinen voreiligen Entschluss.

Als die Uraufführung seiner ersten Symphonie zum Fiasko wird, fällt Sergei Rachmaninow in eine tiefe Depression: »Ich glich einem Menschen, den der Schlag getroffen hatte und dem für lange Zeit Kopf und Hände gelähmt waren.« So etwas möchte er nicht noch einmal erleben. Drei Jahre lang komponiert er gar nichts, danach alles Mögliche – nur keine Symphonie. Erst durch die Hypnose­sitzungen bei Dr. Nikolai Dahl kann er neuen Mut schöpfen – und wagt sich schließlich an eine zweite Symphonie.

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© Dietmar Hurnaus, Lechwelten
Konzert

Gastkonzert Lechwelten

Symphonieorchester Vorarlberg
Katharina Müllner, Dirigentin
Matías Piñeira, Horn


Richard Wagner:
Siegfried-Idyll WWV 103
Richard Strauss:
Hornkonzert Nr. 2, Es-Dur
Felix Mendelssohn Bartoldy:
»Die schöne Melusine«, Overtüre op. 32
Wolfgang Amadeus Mozart:
Symphonie Nr. 34 C-Dur KV 338

Richard Wagners Siegfried-Idyll ist ein zärtliches Geburtstags­ständchen für seine Frau Cosima zum 33. Geburtstag im Dezember 1870 – anlässlich der Geburt des gemeinsamen Sohnes Siegfried, genannt Fidi. Die Widmung lautet: »Tribschener Idyll mit Fidi-Vogelgesang und Orange-Sonnenaufgang« und wurde im breiten Treppenhaus im Landhaus bei Luzern am Vierwald­stättersee uraufgeführt. Wagner übernahm kunstvoll verschiedene Leitmotive aus der Oper Siegfried. Das heiter gelöste Idyll gilt als eine seiner schönsten Orchesterkompositionen.

Auf dem Horn, dem Markenzeichen des Opern-Siegfrieds, hat der Vater von Richard Strauss brilliert. Er war der berühmteste Waldhornvirtuose des 19. Jahrhunderts und seinem Sohn das romantisch klingende ­Instrument deshalb vertraut. Der bayerische Komponist schrieb früh sein 1. Hornkonzert. 60 Jahre später folgte als Reminiszenz das 2. Hornkonzert, das 1943 bei den Salzburger Festspielen von den Wiener Philharmonikern unter Karl Böhm uraufgeführt wurde. Das vollendet schöne Meisterwerk zeichnet sich durch schlichte elegante Anmut sowie übermütige Virtuosität aus und zählt zu Strauss’ beliebtesten Konzerten.

Die märchenhafte mittelalterliche Sage von der Liebe des Ritters Raimund zur schönen Meerjungfrau Melusine wandelte Felix Mendelssohn Bartholdy in eine berührende Konzertouvertüre, in ein atmosphärisches Stimmungsbild von inniger Poesie. Die schöne Melusine entstand 1833 | 34, ein Opernbesuch gab den Anstoß, sich diesem Stoff zu widmen. »Es klingt himmlisch, süß und leidenschaftlich«, schrieb ein Freund nach der Uraufführung in London. Musikalisch kontrastiert von kräftigen dramatischen Einbrüchen entführen zarte wogende Wellen in eine zauberische Wasserwelt, in die Melusine schließlich zurückkehren muss und die Wagner im Rheingold-Vorspiel inspirierten.

Wolfgang Amadeus Mozarts festliche und fröhliche Symphonie in C-Dur von 1780 war die letzte, die in seiner Geburtsstadt Salzburg – er war dort Hofmusiker – entstand. Majestätisch und feierlich tönt der erste Satz mit Fanfaren und Marsch-Rhythmen, doch es gibt auch leise und nachdenkliche Momente, wie Licht und Schatten. Die folgende Ruhe überrascht mit melodischer Stärke und wandelt sich im Finale in eine mitreißende süditalienische Tarantella.

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© Carolina Frank
Konzert

Konzert 5:
Katharina Müllner / MatÍas Piñeira

Symphonieorchester Vorarlberg
Katharina Müllner, Dirigentin
MatÍas Piñeira, Horn


Richard Wagner:
Siegfried-Idyll WWV 103
Richard Strauss:
Hornkonzert Nr. 2 Es-Dur
Felix Mendelssohn Bartholdy:
»Die schöne Melusine« Ouvertüre op. 32
Wolfgang Amadeus Mozart:
Symphonie Nr. 34 C-Dur KV 338

Richard Wagners Siegfried-Idyll ist ein zärtliches Geburtstags­ständchen für seine Frau Cosima zum 33. Geburtstag im Dezember 1870 – anlässlich der Geburt des gemeinsamen Sohnes Siegfried, genannt Fidi. Die Widmung lautet: »Tribschener Idyll mit Fidi-Vogelgesang und Orange-Sonnenaufgang« und wurde im breiten Treppenhaus im Landhaus bei Luzern am Vierwald­stättersee uraufgeführt. Wagner übernahm kunstvoll verschiedene Leitmotive aus der Oper Siegfried. Das heiter gelöste Idyll gilt als eine seiner schönsten Orchesterkompositionen.

Auf dem Horn, dem Markenzeichen des Opern-Siegfrieds, hat der Vater von Richard Strauss brilliert. Er war der berühmteste Waldhornvirtuose des 19. Jahrhunderts und seinem Sohn das romantisch klingende ­Instrument deshalb vertraut. Der bayerische Komponist schrieb früh sein 1. Hornkonzert. 60 Jahre später folgte als Reminiszenz das 2. Hornkonzert, das 1943 bei den Salzburger Festspielen von den Wiener Philharmonikern unter Karl Böhm uraufgeführt wurde. Das vollendet schöne Meisterwerk zeichnet sich durch schlichte elegante Anmut sowie übermütige Virtuosität aus und zählt zu Strauss’ beliebtesten Konzerten.

Die märchenhafte mittelalterliche Sage von der Liebe des Ritters Raimund zur schönen Meerjungfrau Melusine wandelte Felix Mendelssohn Bartholdy in eine berührende Konzertouvertüre, in ein atmosphärisches Stimmungsbild von inniger Poesie. Die schöne Melusine entstand 1833 | 34, ein Opernbesuch gab den Anstoß, sich diesem Stoff zu widmen. »Es klingt himmlisch, süß und leidenschaftlich«, schrieb ein Freund nach der Uraufführung in London. Musikalisch kontrastiert von kräftigen dramatischen Einbrüchen entführen zarte wogende Wellen in eine zauberische Wasserwelt, in die Melusine schließlich zurückkehren muss und die Wagner im Rheingold-Vorspiel inspirierten.

Wolfgang Amadeus Mozarts festliche und fröhliche Symphonie in C-Dur von 1780 war die letzte, die in seiner Geburtsstadt Salzburg – er war dort Hofmusiker – entstand. Majestätisch und feierlich tönt der erste Satz mit Fanfaren und Marsch-Rhythmen, doch es gibt auch leise und nachdenkliche Momente, wie Licht und Schatten. Die folgende Ruhe überrascht mit melodischer Stärke und wandelt sich im Finale in eine mitreißende süditalienische Tarantella.

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© Marco Borggreve
Konzert

Konzert 6:
Gérard Korsten / TrioVanBeethoven

Symphonieorchester Vorarlberg
Gérard Korsten, Dirigent
TrioVanBeethoven:
Clemens Zeilinger, Klavier
Verena Stourzh, Violine
Florian Berner, Violoncello


Ludwig van Beethoven:
Konzert für Klavier, Violine, Violoncello und Orchester in C-Dur op. 56 »Tripelkonzert«
Johannes Brahms:
Symphonie Nr. 1 c-Moll op. 68

Es gibt die einen, die mit neuen Ideen mutig vorauspreschen, alle Scheuklappen ablegen und nicht viel auf die Meinung anderer geben – komme was wolle. Und es gibt jene, die aus Angst vor Ablehnung zögern und zaudern, grübeln und verwerfen, revidieren, nur um am Ende doch wieder von vorne anzufangen. Zu der ersten Kategorie Mensch gehört Ludwig van Beethoven, zur zweiten Johannes Brahms.

Als Beethoven sein Tripelkonzert fertigstellt, hat er mit der Eroica, der Appassionata und Fidelio binnen eines Jahres mal eben mir nichts dir nichts die Musikwelt revolutioniert. Im Schatten dieser Meilensteine weiß mit dem Tripelkonzert zunächst niemand etwas anzufangen. Wohin mit diesem eigentümlichen Gebilde? Was möchte der Künstler uns sagen? Als Mischung aus Serenade, Solokonzert und Symphonie erinnert es an die klassische Symphonie concertante. Doch die kompositorische Struktur hat ebenso Ähnlichkeiten mit der barocken Form des Concerto grosso. Oder ist es doch einfach ein verkapptes Cellokonzert? Die Fachpresse zermartert sich die Köpfe, Beethoven schert sich nicht groß drum. Gelobt wird zwar, er habe seinem »Reichtum gern üppig schwelgender Fantasie den Zügel, wie kaum sonst irgendwo, schießen lassen«, doch ist auch von vielen »krausen, bizarren Zusammenstellungen« die Rede, dass »man ihm überall gehörig zu folgen als eine Last empfinden müsste«. Das Tripelkonzert – ein kreativer Ausrutscher? Die Ausnahme, die die Regel bestätigt? Viele würden wohl noch heute zustimmen. Nicht so Johannes Brahms, der das Werk mehrfach als Pianist aufführt.

Ohnehin steht Brahms zeitlebens unter dem Eindruck seines großen Vorgängers, in dessen gigantische Fußstapfen er treten soll. Aber wie nur? Als der junge Brahms bei Clara und Robert Schumann aufschlägt, spricht Letzterer in der bekanntesten Musikzeitung des Landes von einem »Berufenen«, von einem »Zauberstab«, mit dem er »Mächte der Massen, im Chor und Orchester« bewegen wird. Was Schumann meint? »Er soll sich immer an die Anfänge der Beethovenschen Symphonien erinnern; er soll etwas Ähnliches zu machen versuchen.« Wenn es mehr nicht ist. – Er werde nie eine Symphonie komponieren, klagt Brahms, wenn er »immer so einen Riesen (Beethoven) hinter sich marschieren hört.« Er wird es doch noch schaffen – nach über 14 Jahren Arbeit.

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Podcast

SOV zum Reinhören

Podcast des Symphonieorchester Vorarlberg

In der Woche vor dem jeweiligen Konzert finden Sie eine neue Episode unseres Podcasts »SOV zum Reinhören« auf unserer Homepage oder bei Ihrem Podcast-Anbieter. Ein »Voraus-Hören« kann die Ohren und Sinne beim Konzert selber schärfen, ein »Nach-Hören« ebenso interessant sein und das Konzerterlebnis vervollständigen.

Sie hören mit uns in das Konzertprogramm rein, erfahren Wissenswertes rund um Werk und Komponist|in und hören von den Künstler|innen selbst, was ihnen wichtig zu sagen ist. Und wir möchten Ihnen nach und nach die Menschen vorstellen, die das SOV eigentlich ausmachen: die Musiker|innen und die Menschen drum herum.

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Symphonieorchester Vorarlberg

Seit seiner Gründung 1984 zählt das Symphonieorchester Vorarlberg (SOV) zu den prägenden Kulturinstitutionen des Landes. Es steht für musikalische Qualität, regionale Verbundenheit und künstlerische Neugier – getragen von Musikerinnen und Musikern aus der Region oder mit enger Verbindung zu ihr und einem Publikum, das weit über Vorarlberg hinausreicht.



Mit jährlich sechs Abonnementkonzerten in Bregenz und Feldkirch sowie dem Festival „texte & töne“ in Dornbirn gestaltet das Orchester das kulturelle Leben des Landes ganzjährig. Das Repertoire umfasst zentrale Werke der Orchesterliteratur ebenso wie selten gespielten Entdeckungen, zeitgenössische Musik sowie Ur- und Erstaufführungen, darunter Thomas Larchers Symphonie Nr. 3 im Rahmen der Bregenzer Festspiele.



Mit diesem Festival verbindet das SOV eine enge Partnerschaft, bei dem es unter anderen die Orchestermatinee, die Festmesse und das Opernstudio gestaltet. Darüber hinaus wirkt es an Opernproduktionen des Vorarlberger Landestheaters mit.



Wichtige Maßstäbe und neue künstlerische Akzente setzte Gérard Korsten als Chefdirigent von 2005 bis 2018. Von 2008 – 2021 führte das SOV unter der Leitung von Kirill Petrenko im Zyklus „Mahler 9 x 9“ sämtliche Symphonien Gustav Mahlers auf. Seit der Saison 2020/21 steht Leo McFall an der Spitze des Orchesters und prägt mit feinem Gespür und Mut zu großen Formaten dessen künstlerische Entwicklung.



Neben seiner Tätigkeit in Vorarlberg gastiert das Orchester regelmäßig außerhalb des Bundeslandes, wie etwa 2023 im Großen Festspielhaus Salzburg oder 2024 im Wiener Konzerthaus. Vermittlungsformate, Schulkooperationen sowie Podcasts ergänzen die Konzerttätigkeit und eröffnen unterschiedliche Zugänge zur Orchestermusik.



(Fotos: © Thomas Schrott)
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Bewertungen & Berichte Symphonieorchester Vorarlberg

Konzerte / Festival Kammermusiktage Bergkirche Büsingen 28. bis 30.8.2026
Konzerte / Orchester Symphonieorchester Vorarlberg Bregenz, Rathausstraße 11//4
Konzerte / Chor Bach-Chor St.Gallen St.Gallen, Heusserstrasse 7
Konzerte / Konzert StradivariQuartett
Konzerte / Orchester Musikverein Stockach Jahnhalle Stockach
Ereignisse / Festival Festival Kammermusik Bodensee 28. bis 30.8.2026
Ereignisse / Festival Kammermusikfestival vielsaitig Füssen 2. bis 9.9.2026
Konzerte / Kirchenmusik Dommusik St.Gallen Kathedrale St.Gallen St. Gallen, Klosterhof 6b
Konzerte / Kirchenmusik Münstermusik Konstanz Konstanz, Pfalzgarten 4
Konzerte / Konzert Petershauser Orgelkultur (POK)
Sa 5.9.2026, 11:30 Uhr
Konzerte / Orchester Sinfonieorchester St.Gallen St. Gallen, Museumstrasse 24/25
Konzerte / Konzerthaus Tonhalle St.Gallen St.Gallen , Museumstrasse 25
Konzerte / Klassik Bodensee Philharmonie Konstanz, Fischmarkt 2

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