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© Hans Jürgen Landes
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Schauspielhaus Bochum

Das Schauspielhaus Bochum ist seit mehr als hundert Jahren eine der führenden Spielstätten für zeitgenössisches Theater und darstellende Kunst in der deutschsprachigen Theaterszene. Seit 2018 ist Johan Simons Intendant. Er und das Team des Schauspielhaus Bochum verstehen diesen Ort als ein Stadttheater für das 21. Jahrhundert, in dem Künstler*innen aus verschiedenen Nationen und Kulturen und unterschiedlichen Disziplinen eine kreative Heimat finden. Das Herzstück des Theaters ist das feste Schauspielensemble, das kulturelle Einflüsse aus verschiedenen Nationen Europas und der Welt mitbringt.

In jeder Spielzeit produziert das Schauspielhaus Bochum neue Aufführungen von Schauspiel, Tanz und interdisziplinärer Kunst und gastiert damit auch in anderen Theatern in Deutschland und Europa sowie auf internationalen Festivals. Für sein herausragendes Programm wurde es im Jahr 2022 zum Theater des Jahres in der Region Deutschland, Österreich und Schweiz gekürt.

Teil des Theaters ist auch das Junge Schauspielhaus, das seit 2018 von Cathrin Rose geleitet und dessen Programm von neuen Erzählformen für eine moderne und diverse Stadtgesellschaft geprägt wird.

Das Schauspielhaus Bochum verfügt über vier Spielstätten: das Schauspielhaus (bis zu 800 Plätze), die Kammerspiele (400 Plätze), das Oval Office (100 Plätze) und in 2 Kilometern Entfernung das Theaterrevier, die Spielstätte für Kinder- und Jugendtheater des Jungen Schauspielhauses.

Kontakt

Schauspielhaus Bochum
Hans-Schalla-Platz
D-44789 Bochum

Telefon: +49 (0)234 / 3333-5555
Fax: +49 (0)234 / 3333-5512

 

THEATERKASSE:
Kassenfoyer des Schauspielhauses
Königsallee 15
D-44789 Bochum
T +49 (0)234 / 3333 5555
F +49 (0)234 / 3333 5512
E tickets@schauspielhausbochum.de
Bewertungschronik

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Bewertungen & Berichte Schauspielhaus Bochum

Schauspiel

Catarina oder
Von der Schönheit, Faschisten zu töten

von Tiago Rodrigues

Premiere: 14.2.2026

Next Generation verweigert Familientradition. Das Erfolgsstück aus Avignon erstmals in deutscher Sprache.

In einer portugiesischen Familie gibt es eine ungewöhnliche Tradition: Immer zum Jahrestag der Ermordung der Landarbeiterin Catarina Eufémia am 19. Mai 1954 durch Schergen der Diktatur wird ein Faschist getötet. Es beginnt als gutgelaunte Familienfeier und endet mit der Erschießung eines Delinquenten im Garten. Hier wird anscheinend Unrecht gerächt. Doch diesen Sommer rumort es in der Familie. Die jüngste Tochter stellt infrage, was seit drei Generationen zelebriert wird. Nicht nur verweigert sie als Veganerin neuerdings das Festmahl (Schweinsfüße nach Familienrezept), sondern bezweifelt auch, ob Gewalt überhaupt ein legitimes Mittel zur Verteidigung von Freiheit und Demokratie sein kann.

Der portugiesische Autor, Schauspieler und Regisseur Tiago Rodrigues leitet seit 2023 das Festival d’Avignon und wurde mit seinem Stück Catarina e a beleza de matar fascistas international gefeiert. Die slowenische Regisseurin Mateja Koležnik, deren Bochumer Arbeit Kinder der Sonne 2023 zum Theatertreffen eingeladen wurde, inszeniert das Stück voller moralischer Fallstricke nun zum ersten Mal in deutscher Sprache.

Deutsch von Niki Graça
Regie: Mateja Koležnik

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Schauspiel

Die Gehaltserhöhung

von Georges Perec

Premiere: 19.2.2026

Im Leben gibt es drei wichtige Ereignisse: Geburt, Tod, Gehaltserhöhung. Zwei davon sind gewiss, beim dritten hingegen ist mehr als fraglich, wie hoch die Chancen tatsächlich sind. Die Frage nach einer Gehaltserhöhung muss trotzdem gestellt werden und Perecs wuchernder Text spielt ihre möglichen Variationen und Verläufe alle durch – und zwar buchstäblich alle: Ist der Abteilungsleiter in seinem Büro? Kommt er nochmal zurück? Hat er Zeit? Bietet er einen Stuhl an? Versteht er das Anliegen? Unterstützt er es? Und kommt was dabei heraus? Ja? Nein?

Mit viel Humor seziert Georges Perec das Arbeits- und Alltagsleben und spielt mit den Regeln der Sprache. Perecs Texte, längere Zeit im Theater zu Unrecht unterschätzt, werden nun endlich für die Bühne (wieder-)entdeckt. Albrecht Schroeder bringt nach seinen Inszenierungen "Clyde und Bonnie" und "Eschenliebe" im Oval Office nun erstmals ein Stück dieses Autors in Bochum zur Aufführung: "Die Gehaltserhöhung oder wie Sie ungeachtet der sanitären, psychologischen, klimatischen, ökonomischen oder sonstigen Bedingungen ein Höchstmaß an Chancen haben, wenn Sie Ihren Abteilungsleiter um eine Angleichung Ihres Gehalts bitten."

Regie: Albrecht Schroeder
Bühne, Kostüm: Dorothee Curio

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© Jörg Brüggemann / Ostkreuz
Schauspiel

Orlando

nach Virginia Woolf

Er/ihm, sie/ihr, keine Pronomen – diese Frage stellt sich seit mindestens 400 Jahren. Orlando wird als Sohn einer traditionsreichen Adelsfamilie im 16. Jahrhundert geboren, erwacht nach einem einwöchigen Schlaf als Frau und lebt fortan mit anderem Geschlecht – bis in die Gegenwart des Jahres 1928, in dem Virginia Woolf ihren berühmtesten Roman veröffentlichte. Zum Kultbuch avanciert, steht Orlando für eine Revolution der Geschlechter, in der es nur eine Konstante gibt: den Wunsch, sich zu verwandeln. Mit Schauspiel-Studierenden der Folkwang Universität der Künste.

Regie: Martin Laberenz
Bühne: Oliver Helf
Kostüm: Adriana Braga Peretzki

Eine Koproduktion mit der Folkwang Universität der Künste

Dauer: ca. 2:10, keine Pause
Hinweis: Es werden stroboskopische Lichteffekte eingesetzt.

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© Jörg Brüggemann / Ostkreuz
Schauspiel

Amsterdam

von Maya Arad Yasur

Plötzlich geht das Gas aus. Ein leichtfüßiger Abend über ein schweres Thema rund um eine offene Rechnung von 1944.

Da will man sich einfach zwei Eier braten. Doch wieso geht der Gasherd nicht? Es klopft an der Tür, auf dem Boden liegt ein Brief. Eine unbezahlte Gasrechnung. Von 1944. Ärgerlich, aber auch mysteriös. Die Empfängerin des merkwürdigen Briefes ist eine israelische Amerikanerin, wohnhaft in Amsterdam. In den nächsten 24 Stunden versucht sie, die Geschichte um die historischen Schulden zu lüften. Dabei taucht sie nicht nur tief in die zurückliegenden Ereignisse ein, die sich in ihrem Wohnhaus während der Zeit des Holocausts zugetragen haben, sondern wird auch mit Fragen nach ihrer eigenen Identität, Herkunft und Position in der Gesellschaft konfrontiert.

Mit Leichtigkeit, Sprachwitz und Poesie entlarvt die israelische Autorin Maya Arad Yasur in ihrem vielstimmigen Text die Doppelmoral der vermeintlich liberalen Metropole und hinterfragt die gängigen Narrative der Geschichtsschreibung.

Sapir Hellers deutschsprachige Erstaufführung war ein Riesenerfolg am Münchner Volkstheater und wird nun in neuer Besetzung bei uns am Schauspielhaus Bochum gezeigt.
Informationen zum Stück

Regie: Sapir Heller
Bühne, Kostüm: Anna van Leen
Musik: Kim Ramona Ranalter, Maren Kessler
Regieassistenz: Simon Friedl, Leonie Mevissen
Inspizienz: Christina Baston

Dauer: 1:40, keine Pause

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© Armin Smailovic
Schauspiel

Das große Heft

nach Ágota Kristóf

Wie überleben in kriegerischen Zeiten? Sich abhärten, singen und nicht allein sein.

Zeitungsnachricht März 2025: Drei renommierte Yale-Professor*innen verlassen die USA und forschen zukünftig in Kanada, Grund: Amerikas Abstieg in den Faschismus und die Sorge vor einem drohenden Bürgerkrieg. Ist das die Blaupause für das, was auch in Europa zu erwarten ist? Was jedoch tun, wenn man nicht die Zelte abbrechen kann oder will, wie überleben? Dann wird Resilienz, also Anpassungsfähigkeit, zum Tool der Stunde.

In Ágota Kristófs Roman Das große Heft werden zwei Zwillingsbrüder zur Großmutter gebracht, raus aus der Stadt, in der Bomben fallen und das Essen knapp wird, in vermeintliche Sicherheit. Doch auch hier sind die Zeiten und Menschen hart, und die Kinder trainieren, wie sie am Schmerz nicht zugrunde gehen: Sie schlagen sich, beschimpfen sich, härten sich ab. Ihre Erlebnisse schreiben sie in ihr großes Heft, einzige Regel: Es müssen Tatsachen sein. Unerbittlich fahndet ihre Sprache nach der Wahrheit: über den Menschen in seiner Grausamkeit – und in seiner Sehnsucht nach Liebe.

Regisseurin Jette Steckel, die für ihre spielfreudigen, atmosphärisch dichten Inszenierungen seit vielen Jahren geliebt und gefeiert wird, kehrt mit dieser Arbeit in die Stadt zurück, in der sie aufgewachsen ist.

Regie: Jette Steckel
Musik: Mark Badur, Matthias Jakisic, Karsten Riedel
Bühne: Florian Lösche
Kostüm: Pauline Hüners
Video: Zaza Rusadze
Lichtdesign: Bernd Felder
Choreografie: Dominika Knapik
Dramaturgie: Angela Obst

Dauer: ca. 2:00, keine Pause

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© Jörg Brüggemann
Kindertheater

Robin Hood

von Richard Gremel / 6+

Mit Pfeil, Bogen und Freund*innen für eine bessere Welt.

In einem Wald namens Sherwood Forest lebt Robin Hood mit seinen Freund*innen. Dieser Wald ist ihr Zuhause, hier sind sie frei und führen ein Leben voller Abenteuer. Robin Hood ist klug und schnell. Er kann mit Pfeil und Bogen umgehen wie kein anderer. Alle, wirklich alle kennen ihn: Die einen fürchten ihn, die anderen bewundern ihn. Warum? Robin nimmt von den Reichen und gibt den Armen. Was die Bande bei Überfällen erbeutet, verteilt sie an die Bedürftigen. Gemeinsam mit Little John, Bruder Tuck, Marian und dem Rest der Bande kämpft Robin für Gerechtigkeit. Sie haben keine Angst vor den Herrschenden und widersetzen sich der Willkür des gierigen Prinz John und der hinterhältigen Sheriffin von Nottingham. Das ist natürlich gefährlich, aber auch cool.

Was sie dabei erleben, wie brenzlig es wird, wie gut Robin tatsächlich Bogen schießen kann und ob auch noch die Liebe eine Rolle spielt, das alles erfahrt ihr ab dem 22. November. Denn es ist wieder Zeit, für Gerechtigkeit zu sorgen – heute wie in alten Zeiten, als dieser Robin Hood aus dem Sherwood Forest mit seiner Bande dafür kämpfte.

Musik: Stefan „Pele“ Götzer / Lars Ehrhardt
Regie: Katharina Birch
Bühne, Kostüm: Georg & Paul
Komposition: Lars Ehrhardt
Lichtdesign: Johannes Zotz
Dramaturgie: Dorothea Neweling

Dauer: ca. 1:15, keine Pause

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Jugendtheater

Jugend ohne Gott

nach Ödön von Horváth / 13+

Welchen Beitrag kann eine einzelne Person leisten, wenn eine Gesellschaft am Kipppunkt steht?

Ein Weltkrieg wird vorbereitet. Aus dem Radio schallt Propaganda. Ein Lehrer steht allein vor der Klasse eines Knabengymnasiums.

Ödön von Horváth lässt dieses Szenario in seinem Roman Jugend ohne Gott zum Alptraum für alle werden: Der Lehrer verteidigt die Würde des Menschen in seinem Unterricht – es kostet ihn beinahe seinen Job. Seine Aufgabe ist es, die Jungen zur Kriegstauglichkeit zu erziehen. Zweifel jeglicher Art sind von der Schulbehörde nicht erlaubt und selbst von den Schülern nicht erwünscht. Alle verlieren innerhalb kürzester Zeit ihren moralischen Kompass und in einem Zeltlager eskaliert die Situation: Ein Schüler wird tot aufgefunden. Die Ermittlung des Schuldigen nimmt wie in einem Krimi immer neue Wendungen. Doch wie kann Schuld definiert werden, wenn ein Staat längst dabei ist, sich von allen moralischen Prinzipien zu verabschieden?

Jugend ohne Gott zeigt die Auswirkungen medialer Propaganda auf den menschlichen Körper und seine Verhaltensweisen. Menschenverachtende Rassenlehre und unerträgliche Geschlechterstereotype sollen das Konzept des„Neuen Menschen“ formen. Nils Zapfe bearbeitet den Roman für die Bühne und inszeniert ihn als Monolog mit Live-Musik.
Informationen zum Stück

Regie: Nils Zapfe
Bühne, Kostüm: Jenny Theisen
Musik: Christoph Hamann

Dauer: ca. 1:15, keine Pause

Gefördert durch die RAG-Stiftung und die Brost-Stiftung

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© Matthias Horn
Schauspiel

Romeo und Julia - allerdings mit anderem Text und auch anderer Melodie

von Barbara Bürk und Clemens Sienknecht

Wie Shakespeare in den 70ern. Mit viel Musik. Und ein bisschen weniger Shakespeare.

Unter dem Motto Let the Good Times Roll heißt es endlich auch wieder in Bochum: Leben und nicht lieben dürfen, lieben müssen, aber sterben wollen – was tun, wenn das Herz zerbricht? Romeo und Julia suchen die Antwort, und das seit nunmehr 428 Jahren.

Anlässlich des 100. Jahrestags der Shakespeare-Wochen in Hückeswagen bei Wuppertal (finden alle 100 Jahre statt – nicht verpassen!) freuen wir uns, den Kulturverein zur Förderung der frühneuenglischen Sprache aus Bommern mit seiner Jahrhundertinszenierung von Romeo und Julia willkommen heißen zu dürfen. Kostüme und Bühnenbild sind zum Versand bereit, nun heißt es nur noch Sitting, Waiting, Wishing, bis sich ab dem 24. Oktober der Vorhang hebt für das Pärchen, das nie sein sollte.

Nach Die Hermannsschlacht – allerdings mit anderem Text und auch anderer Melodie kehren die Regisseurin Barbara Bürk und der Musiker, Schauspieler und Regisseur Clemens Sienknecht nach Bochum zurück. Damit führen sie ihre Reihe musikalischer Theaterabende fort, in denen sie augenzwinkernd und mit jeder Menge Musik Klassiker der Weltliteratur entstauben. Oder wie Taylor Swift sagen würde: It’s a love story, baby, just say „Yes“.

Regie: Barbara Bürk, Clemens Sienknecht
Bühne, Kostüm: Anke Grot
Musikalische Leitung: Clemens Sienknecht
Lichtdesign: Johannes Zotz
Dramaturgie: Marvin L. T. Müller
Regieassistenz: Christian Feras Kaddoura
Bühnenbildassistenz: Carolin Vogl
Regiehospitanz: Felix Langen
Inspizienz: Christina Baston
Soufflage: Sybille Hadulla-Kleinschmidt
Übertitelung: Frank Hebenstreit / Sascha Krause-Hebenstreit

Dauer: 1:50, keine Pause

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© Armin Smailovic
Schauspiel

Spieler

nach Fjodor Dostojewskij

Das alte Europa verspielt seine Zukunft.

In einer Zeit zwischen vergangenen und kommenden Kriegen, zwischen gescheiterten Revolutionen und aufflammenden Hoffnungen versammeln sich die Mitglieder der guten und der weniger guten Gesellschaft in der Spielhölle von Roulettenburg. Durch die Netze gegenseitiger Abhängigkeiten sind sie miteinander verbunden: durch Schulden, Intrigen, Liebe, Eifersucht und vor allem durch das liebe Geld. Ein abgebrannter russischer General, der einer vorgeblichen Adeligen aus Frankreich verfallen ist; seine Stieftochter Polina, deren Geheimnisse man gar nicht kennen will; der willfährige Hauslehrer Alexej, der ihr keine Bitte abschlagen kann; und all die zwielichtigen Gestalten aus Ost und West, die sich um die Spieltische des Casinos drängen: Sie alle warten auf Erlösung, sei es in Form des großen Gewinns oder der Aussicht auf eine Erbschaft, die sämtliche Probleme auf einen Schlag lösen und die Tür zur Zukunft weit aufstoßen wird. Doch als statt der Nachricht vom Tode der reichen Erbtante plötzlich diese selbst auftaucht und sofort dem Rausch des Roulettes verfällt, wird das Spiel zum Selbstzweck und die Welt schrumpft zur absoluten Gegenwart jener kleinen Kugel, die taumelnd ihre Runden dreht, bevor sie zufällig zum Erliegen kommt.

Regie: Johan Simons
Bühne: Johannes Schütz
Mitarbeit Bühne: Daniel Gantz
Kostüm: Kevin Pieterse
Video: Voxi Bärenklau
Lichtdesign: Bernd Felder
Soundtrack: Tristan Wulff
Dramaturgie: Moritz Hannemann
Regieassistenz: Leonie Mevissen
Bühnenbildassistenz: Sascha Kühne, Lukas Kötz
Kostümassistenz: Anna Holtkamp
Videoassistenz: Sascha Kühne
Regiehospitanz: Kerem Hillel, Josephine Frederking
Soufflage: Isabell Weiland
Sprachcoaching: Roswitha Dierck
Inspizienz: Nora Köhler
Übertitelung: Anette Nierhoff

Dauer: ca. 2:00, keine Pause

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© Armin Smailovic
Schauspiel

RCE

#RemoteCodeExecution
nach Sibylle Berg

Angewandter Antikapitalismus: Sibylle Bergs Anleitung zum Reboot der Welt.

In Sibylle Bergs Roman RCE geht die Welt, in der wir leben, weiter den Bach runter. Der Kapitalismus ist alternativlos geworden. Das „beste aller Systeme“ hat Wenigen zu absurdem Reichtum verholfen und sehr Vielen ein menschenwürdiges Dasein genommen. Die Krise ist der Normalzustand. Jede Bewegung wird dokumentiert, jedes Fleckchen Erde privatisiert und jede Denkbewegung kontrolliert. Fünf Hacker*innen treffen sich, um dem Wahnsinn ein Ende zu bereiten. Sie programmieren einen Code für einen Computerangriff, der den Crash des Systems verursachen und die Massen mobilisieren soll (RCE: Einschleusung eines unerwünschten Programmcodes in Computersysteme über Sicherheitslücken). Und erstaunlicherweise gelingt ihnen genau das. Doch was folgt daraus? Sind die Menschen nach dem Systemsturz noch zu retten? Wie sieht eine Welt ohne den Kapitalismus aus?

Sibylle Berg, eine der wichtigsten Autor*innen der Gegenwart, schreibt mit RCE furios und unerbittlich über die neoliberale Absurdität einer gar nicht mehr so fernen Zukunft. Regisseurin Lisa Nielebock kehrt mit dieser sprachwütigen und spielfreudigen Arbeit ans Schauspielhaus Bochum zurück.

Regie: Lisa Nielebock
Bühne: Oliver Helf
Kostüm: Sofia Dorazio Brockhausen
Lichtdesign: Sirko Lamprecht
Choreographie: Esther Murdock
Dramaturgie: Lucien Strauch

Dauer: 1:30, keine Pause

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Kindertheater

Das NEINhorn

nach dem gleichnamigen Buch von Marc-Uwe Kling und Astrid Henn / 5+

Bockig sein macht zusammen viel mehr Spaß!

Im Herzwald, wo die Einhörner gliglaglücklich miteinander leben, wo rosa Zuckerwattewolken in den Lüften hängen und wo alle stets lielalieb zueinander sind, da gibt’s ein Einhorn, das hat genug von alledem. Es sagt ständig: „NEIN!“ Es hat keine Lust mehr, über den Regenbogen zu rutschen. „NEIN!“ Es hat keine Lust mehr, an glasierten Äpfeln zu lutschen. „NEIN!“ Es will sich kein Lächeln mehr ins Gesicht leimen. „NEIN!“ Es hat nicht mal mehr Lust zu reimen!

Also sagt das NEINhorn: „Tschüss!“ und trifft nach und nach auf Wesensverwandte, die genau- so bockig sind wie es selbst – nur anders ... wie der WASbär, der schlecht hört (oder hören will) und immerzu „WAS?“ fragt, wie der NAhUND, der am allerbockigsten sein kann und immer„NA UND?“ sagt und wie die KönigsDOCHter, die alle für ihre Untertanen hält und am liebsten „DOCH!“ sagt.

Aber bevor die vier gemeinsam bis ans Ende aller Tage quietschvergnügt und bockig miteinander sein können, müssen sie die KönigsDOCHter erstmal aus dem Turm der totalen Tristesse befreien. Oder? Nein! Doch! Was? Na und?! Nein! Doch! Was? Na und?! Nein! Doch! Was? Na und?!

Regie: Thorsten Bihegue
Bühne, Kostüm: Esther van de Pas
Musik: Manuel Loos
Lichtdesign: Hannes Koch
Dramaturgie: Cathrin Rose
Outside Eye: Drama Control

Dauer: 0:45, keine Pause
Sprache: DE

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Schauspiel

Don’t Worry Be Yoncé

von Stephanie van Batum

Liberté, Egalité, Be Yoncé. Es kann nur eine Queen B geben. Aber ist das wirklich so? Oder kann man mit der notwendigen Begeisterung und einer Portion Ehrgeiz das schaffen, was nur sie geschafft hat? To Be Yoncé! Mit ihrer praktischen Anleitung, um der phänomenalen Pop- und R’n’B-Sängerin näher zu kommen, sorgte die Jungregisseurin Stephanie van Batum in München bereits für Begeisterungsstürme. In Form eines Tutorials erfahren die Zuschauer*innen in wenigen Schritten, was nötig ist, um SIE zu sein – how to be Bey. Und das ist mehr als singen, tanzen und performen, mindestens: Diva, Queen, Sexbombe, Mutter, Geschäftsfrau, Ehefrau, Feministin. #flawless

Don't Worry Be Yoncé (XS Edition) wurde eingeladen zum Festival Radikal jung 2018.

Regie, Text, Konzept: Stephanie van Batum
Bühne, Video, Sound: Florian Schaumberger
Kostüme: Bettina Kirmair
Licht: Claudio Zeeb

Dauer: 1:20h, keine Pause

Sprache: Englisch mit deutschen Übertiteln

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Kindertheater

KRACH

Songs für die Krise von PINSKER+BERNHARDT und der Drama Control / 8+

Der unverzichtbare, unzerstörbare Leitfaden zum Überleben der plötzlichen Wendungen des Lebens.

Vorsicht, gleich wird es laut! Hier kommt jetzt was Neues. Stopp, nicht dahin, da kommt gleich was runter!

Ihr wollt ins Theater? Nee, das gibt es nicht mehr. Hier ist jetzt erstmal Baustelle.

Aber was kommt jetzt hier hin? Was, wenn ich etwas anderes will? Für mich, für dich, für uns alle? Keine Ahnung, wie das aussehen soll. Lass uns mal hier in den Gedanken reinbohren, vielleicht kommt da eine gute Idee raus? Hier könnten wir was wegnehmen und hier ein bisschen schrauben, vielleicht passt dann alles zusammen? Hey, hört auf zu kürzen! Vorsicht, nicht da ziehen – ich krieg' die Krise! – jetzt ist alles noch schlimmer als vorher. Ich stell mir was anderes vor – was ganz, ganz anderes. Ein Stück über Baustellen: die lauten, staubigen in unserer Straße und die leisen, anstrengenden in unserem Leben. Und ein Stück über Krise. Über die Schwierigkeit, gemeinsam klarzukommen. Darüber, dass sich Gruppen auch falsch entscheiden können und man nach dem Ausprobieren manchmal schlauer ist und manchmal auf Ruinen steht.

PINSKER+BERNHARDT bringen zusammen mit Geräten und Gefährten, mit einem großen Schlund, einer Rohrhydra und einer ziemlich egoistischen Katze auf die Bühne, was es bedeutet, wenn man vor dem Crash steht, aber gemeinsam weitermachen muss.

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© Jörg Brüggemann / Ostkreuz
Schauspiel

All about Earthquakes

nach Heinrich von Kleist und bell hooks

Ein 14-köpfiges Ensemble sucht in der Katastrophe nach einer politischen Revolution, die sich Liebe nennt.

Es muss möglich sein. Dass wir eine liebende Gesellschaft sind. Dass wir teilen, uns supporten, aufeinander achten, denen in Not helfen, ohne Ansicht von Herkunft, Alter, Geschlecht. In zwei Texten, die (nicht nur) 200 Jahre trennen, finden wir die Suche danach.

Auf den ersten Blick strotzt Kleists Novelle Das Erdbeben in Chili nur so vor Gewalt: Zwei Liebenden, die Standesgrenzen trennen, droht der Tod, ein Erdbeben verhindert zwar die Hinrichtung, doch am Ende findet ein Blutbad statt, dass niemand vergisst, der davon liest. Aber zwischendrin hält der Text die Luft an und die beiden finden sich nach der Katastrophe in einem Tal wieder, inmitten anderer Überlebender, es könnte ein Neuanfang sein. Haben sie die feministische Autorin und Soziologin bell hooks gelesen? Die u. a. in ihrem Buch all about love über eine wahrhaft liebende Gesellschaft nachdenkt? Die gegen Patriarchat, White Supremacy und Kapitalismus aufbegehrt und sagt: Es muss möglich sein?

Regisseur Christopher Rüping (Das neue Leben, Trauer ist das Ding mit Federn) sucht mit seinem 14-köpfigen Ensemble und Kleist, bell hooks und Haddaway einen Ausweg aus der verfahrenen Lage der Gegenwart. What is love?

Regie: Christopher Rüping
Bühne: Jonathan Mertz
Kostüm: Lene Schwind
Musik: Jonas Holle, Matze Pröllochs
Lichtdesign: Bernd Felder
Dramaturgie: Angela Obst
Regieassistenz: Albrecht Schroeder
Bühnenbildassistenz: Íngrid Pons i Miras
Kostümassistenz: Una Güth, Lara Türkcü
Regiehospitanz: Simon Friedl
Bühnenbildhospitanz: Isiah Mruck
Kostümhospitanz: Lilith Kürten
Dramaturgiehospitanz: Josephine Wolf
Sprachcoaching: Roswitha Dierck
Inspizienz: Jonas Kissel
Soufflage: Dr. Arian Schill
Übertitelung: Holger Rademacher, Kristina Ahrens

Dauer: ca. 2:15h, keine Pause

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© Lalo Jodlbauer
Schauspiel

Gundhi

von De Warme Winkel

Krieg führen für den Frieden: Geht das überhaupt?

In der besten aller Welten ist der Frieden ein so selbstverständliches Gut, dass man vergisst, dass er da ist. Doch in unserer Welt ist er fragiler und flüchtiger, als wir nach 1989 in Westeuropa dachten. Seit Russland in die Ukraine eingefallen ist und die Gewalt im Nahen Osten explodiert, steht uns grell vor Augen, dass Krieg weder eine altüberkommene Kategorie noch Frieden for free zu haben ist.

Gut, dass es Pazifist*innen gibt. Doch welchen Preis zahlen andere für unseren Frieden? Wie friedvoll wollen, dürfen wir sein? Oder müssen wir den Frieden mit Zähnen und Klauen und Hand in Hand mit der Rüstungsindustrie verteidigen?

Zeit, sich mit der Ikone des Pazifismus, Mahatma Gandhi, zu beschäftigen. Doch Halt! Gab es nicht in den letzten Jahren zunehmend Risse im reinen Bild dieses Mannes, der wie kaum ein*e zweite*r für Gewaltlosigkeit steht? Wurde er nicht von Sascha Lobo mal als „sagenhafte Knalltüte“ profanisiert? Und warum schiebt sich immer wieder Ben Kingsley ins Blickfeld?

Das niederländische Theaterkollektiv De Warme Winkel entwickelt, mit Snapchat und Yogakenntnissen bewaffnet, eine Inszenierung, die sich um Gandhis Leben legt wie einst die Stoffbahnen des Dhoti um Gandhis Körper.

Gundhi - (Zusammensetzung aus dem englischen Wort für „Pistole“ [Gun] und dem Nachnamen der indischen Friedensikone [Gandhi])

Regie: Vincent Rietveld, Ward Weemhoff, Marieke de Zwaan
Endregie: Vincent Riebeek
Bühne: Theun Mosk
Kostüm: Ginta Tine Vasermane
Sounddesign: Lysa da Silva
Lichtdesign: Sirko Lamprecht
Dramaturgie: Moritz Hannemann
Yoga-Coaching: Lea Kallmeier
Regieassistenz: Leonie Mevissen
Bühnenbildassistenz: Max Manderbach
Kostümassistenz: Anna Holtkamp
Regiehospitanz: Felix Walter
Kostümhospitanz: Paula Neu
Inspizienz: Christina Baston
Soufflage: Isabell Weiland
Übertitelung: Anette Nierhoff / Frank Hebenstreit

Dauer: 2:00, ohne Pause

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© Jörg Brüggemann / Ostkreuz
Schauspiel

Trommeln in der Nacht

nach Bertolt Brecht

Auf in den politischen Aktivismus, oder lieber in Sicherheit: ins große, weiße Bett.

Als Andreas Kragler nach dem Ersten Weltkrieg nach Jahren der Gefangenschaft zurück in die Heimat kommt, findet er die Welt mindestens so verändert und gezeichnet vor, wie er es selbst ist. Während die Kriegsgewinner das Leben mit Kirschwasser begießen, wüten in Berlin bewaffnete Aufstände. Der Krieg hat ein Machtvakuum hinterlassen, das nun hart umkämpft wird. Es treibt Kragler nur zu seiner Verlobten Anna, die vier Jahre gewartet hat. Doch was nützt die Liebe in der Theorie? Die Zeiten fordern Pragmatismus: Kragler findet die Geliebte schwanger und frisch verlobt mit dem wohlhabenden Geschäftsmann Murk. Den Glauben an die Gerechtigkeit verlierend, stürzt sich Kragler in die Straßenkämpfe.

In Zeiten, in denen Kriege sowohl wieder nah als auch in unser Alltagsbild gerückt sind, wird Brechts Stück erneut zum poetisch-politischen Aufschrei. Können wir angesichts der krisengebeutelten Zeiten überhaupt noch an die Veränderbarkeit der Welt glauben? Wie viel sind wir bereit, dafür zu geben? Oder ist es auch eine politische Geste, sich aus dem Handeln und in eine scheinbar heile, bürgerliche Welt zurückzuziehen?

Regie: Felicitas Brucker
Bühne: Viva Schudt
Kostüm: Henriette Müller
Musik: Daniel Murena
Video: Lion Bischoff
Dramaturgie: Leonie Ute Maria Adam
Regieassistenz: Linda Hecker
Bühnenbildassistenz: Anita Ackva
Kostümassistenz: Minna Liebhart
Regiehospitanz: Leon Hasenberg
Kostümhospitanz: Amelie Narz
Soufflage: Isabell Weiland
Inspizienz: Ulrike Schaper
Sprachcoaching: Roswitha Dierck

Dauer: ca. 1:30h, keine Pause

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Schauspiel

Macbeth

von William Shakespeare

Schottland, vor langer Zeit. Der Krieg ist vorbei. Macbeth und sein Freund Banquo kehren vom Schlachtfeld zurück. Sie haben gewonnen, sind voller Adrenalin, ihre Schwerter feucht noch vom Blut. Von überall hallt der Name Macbeth wider, schwirrt die Luft vor Geschichten, wie leicht ihm das Morden fiel. Macbeth dem Helden, Killer im Dienst vom König und Vaterland, fällt eine große Zukunft anheim. Seltsame Kreaturen sagen ihm das Königtum voraus. Was dafür benötigt wird, sind Handlungen, die im Blut baden. Macbeth soll nur auf den Blutdurst hören, der in ihm wohnt. Von seiner Frau ermutigt, mordet er sich seinen Weg zur absoluten Macht frei: zuerst den König, dann seine besten Freunde, dann ihre Familien inklusive ihrer Kinder. Die Voraussage der Hexen scheint erfüllt, zumindest teilweise. Die Freude der absoluten Macht aber fehlt. Macbeth und seine Lady werden von Schuldgefühlen und Reue verzehrt. Unabwendbar wird auch der zweite Teil der Voraussage sich erfüllen, wie unwahrscheinlich auch dessen Voraussetzungen sind. Von Freund und Feind verlassen, bleibt Macbeth nur eine Befreiung – die von sich selbst.

Macbeth ist Shakespeares kürzeste und blutigste Tragödie. Das zwischen 1603 und 1607 geschriebene Werk basiert teilweise auf der wahren Geschichte des schottischen Königs Macbeth (1005–1057), der 1040 den Thron bestieg, indem er König Duncan I. tötete. Obwohl seine Taten uns als unvorstellbar und unmenschlich erscheinen, gibt es das unbehagliche Gefühl, Macbeth sei nicht nur Monster. Auch wenn er in Blut badet, denkt Macbeth über seine Menschlichkeit nach, betrachtet seine Handlungen als Ausdruck eines größeren Gedankens: ein schwarzer Gedanke, aber ein Gedanke. Er erinnert uns daran, dass der Mensch ein reflektierendes Tier ist. Macbeth ist der Mensch, der wir sein könnten, wenn jemand bei uns die falschen Knöpfe drückt. Schaudernd vor Macbeths Verbrechen, schaudern wir vor uns selbst.

Jens Harzer und Johan Simons verbindet seit Jahren eine fruchtbare künstlerische Zusammenarbeit, von der Inszenierungen wie beispielsweise Der Schimmelreiter von Theodor Storm, Deutschstunde von Siegfried Lenz oder Dostojewskijs Der Idiot zeugen. Am Schauspielhaus Bochum ist, nach Heinrich von Kleists Penthesilea und Anton Tschechows Iwanow , Macbeth nun ihre dritte gemeinsame Arbeit.

Regie: Johan Simons
Textfassung: Koen Tachelet
Bühne: Nadja Sofie Eller
Video: Florian Schaumberger
Kostüm: Greta Goiris
Lichtdesign: Bernd Felder

Dauer: 3:10h, eine Pause

Sprache: Deutsch mit englischen Übertiteln

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Schauspiel

Schrecklich amüsant - aber in Zukunft ohne mich

nach David Foster Wallace

aus dem Amerikanischen von Marcus Ingendaay
Bearbeitung von Vasco Boenisch

Mit Corona kam auch die boomende Kreuzfahrtschifffahrt vorläufig zum Erliegen. Doch inzwischen wird wieder um die verunsicherte Kundschaft geworben: „Bleiben Sie unter sich: Rundumsorglos – an Bord und an Land.“

Für manche klingt das mehr wie eine Drohung. Eine siebentägige Luxuskreuzfahrt in der Karibik zum Beispiel – für David Foster Wallace kann es keine kürzere Definition für die Hölle geben. Im Auftrag von Harper’s Magazine ging der berühmte US-Autor Mitte der Neunziger an Bord der Zenith und stach von Key West aus in See. Ein Selbsterfahrungstrip besonderer Güte. Und ein grandioser Reisereport, der seit Jahren auf den Bestsellerlisten steht: Schrecklich amüsant – aber in Zukunft ohne mich .

Wallace begibt sich in die kundigen Hände der Schiffscrew, deren Slogan „Your Pleasure is our Business“ (Ihr Vergnügen ist unser Geschäft) bisweilen einen drohenden Unterton annimmt. Er kämpft gegen die Angst, von einer ungemein effizienten Unterdruck-Toilette entsorgt zu werden. Er nimmt am Wettbewerb um die schönsten Männerbeine teil. Er beobachtet 500 amerikanische Leistungsträger*innen beim Ententanz. Und er hört erwachsene Menschen am Info-Counter fragen, ob man beim Schnorcheln nass wird, ob die Crew ebenfalls an Bord schläft oder um welche Uhrzeit das Mitternachtsbüffet eröffnet wird.

Eine Woche lang macht Wallace alles mit, was das Bordleben für den erholungsbedürftigen Urlauber bereithält. Umgeben von Jubel, Trubel und Heiterkeit, wird er selber zunehmend stiller und beginnt, sich in seiner Kabine einzuigeln. So gerät diese Reise übers Meer auch zu einer berührenden Reise zu sich selbst. Doch man muss sich den Dingen stellen und vor allem dem, was für andere Menschen die schönste Zeit des Jahres bedeutet.

David Foster Wallaces so komische wie einfühlsame Beobachtungen über das Leben an Bord einer schwimmenden Hochzeitstorte, über eigentümliche Reisegenoss*innen, unvergessliche Landgänge, den Terror des Amüsierzwangs sowie die eignen Zweifel und Ängste nannte die FAZ ein

„Meisterstück der literarischen Reportage“ und Harald Schmidt schlicht „ein grandioses Buch“. Jetzt als großes Schauspieler-Solo. Leinen los – oder will doch noch jemand zu Hause bleiben?

Regie: Tamó Gvenetadze
Übersetzung: Marcus Ingendaay
Bearbeitung: Vasco Boenisch
Bühne: Anna Wörl
Kostüme: Sofia Dorazio Brockhausen
Musik: Beka Buchukuri
Dramaturgie: Vasco Boenisch

Dauer: 1:40, keine Pause

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© Lukas Zander
Schauspiel

Wie mein Freund im Fernseher verschwand

von Linde Dercon

Stell dir vor: Der Mensch, in den du dich vor Kurzem hoffnungslos verliebt hast, teilt dir mit, dass er an einer Realityshow à la Big Brother teilnehmen wird, mit 16 durchschnittlichen Niederländer*innen, vollständig abgeschottet von der Außenwelt. Du flehst ihn an, nicht zu gehen, aber dann enthüllt er, dass alles Teil eines Kunstprojekts ist und es natürlich nicht echt sein wird. Gegen ‚Kunst‘ kann man ja nichts einwenden, und damit verschwindet er im Fernsehen. Nervös versucht sie über ihre wackelige VPN-Verbindung die letzten Folgen der Show zu streamen und ihr Herz stockt bei jedem Moment im Whirlpool.

Inspiriert von der Absurdität dieser Realität entschließt Linde Dercon sich dazu, ihr eigenes Kunstprojekt zu starten: BESCHEIDENHEIT oder Wie mein Freund im Fernseher verschwand. Ein Racheakt über das Kunstprojekt ihres Freundes. Ganz gleich, ob es um Liebe, Kunst oder Reality-TV geht: Jedes von ihnen prägt auf eigene Weise unsere Sicht auf Bescheidenheit.

Während ihres Engagements am Theaterhaus Jena inszenierte Linde Dercon im dortigen Performance-Labor diese bizarre und szenische Lesung. Der Abend, der in kreativer Kollaboration mit Thomas Spijkerman entstand, ist nun auch im Oval Office zu sehen.

von und mit: Linde Dercon

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© Armin Smailovic
Schauspiel

Sturmhöhe

nach Emily Brontë

Deutsch von Wolfgang Schlüter
Bühnenfassung von Claudia Bossard

Liebe oder Wahn? Rache und Geister in den stürmischen Hochmooren Englands.

Kate Bush ist schuld. Spätestens seit ihrem Song Wuthering Heights träumen wir alle von dem unerlöstem Liebespaar Cathy und Heathcliff aus Emily Brontës outstanding novel. Doch halt: Ist es Liebe zwischen den beiden Antihelden?

Heathcliff, das Findelkind, wächst mit Cathy auf, in umstürmter, harter Umgebung, es könnte eine Verbindung für immer sein, doch Cathy entscheidet sich für Edgar Linton, das rich kid vom Nachbarhof. Heathcliff taucht ab und kehrt drei Jahre später zurück, mit einer Mission.

Eine wildwuchernde Geschichte im Wind der englischen Hochebene, voller Geister, Erbschaften, starker Gefühle, und mittendrin die große Frage: Was bleibt von uns?

Regie: Claudia Bossard
Bühne und Kostüm: Romy Springsguth
Mitarbeit Bühne: Yuni Hwang
Lichtdesign: Bernd Felder
Video, Sound: Annalena Fröhlich
Dramaturgie: Angela Obst
Regieassistenz: Leonie Mevissen
Bühnenbildassistenz: Ioana Isabela Voicu
Kostümassistenz: Una Güth
Regiehospitanz: Vanessa Stais
Kostümhospitanz: Lilith Kürten
Inspizienz: Nora Köhler
Soufflage: Dr. Arian Schill
Sprachcoaching: Roswitha Dierck
Übertitelung: Frank Hebenstreit / Anette Nierhoff

Dauer: ca. 3:30, eine Pause

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Schauspiel

Trauer ist das Ding mit Federn

von Max Porter

Aus dem Englischen von Matthias Göritz und Uda Strätling

Manchmal gibt es keine Rettung. Es geschieht etwas Schlimmes, jäh, unerwartet und ungerecht, zu groß für das einzelne kleine Leben, und dann fällt man hinunter, ins Bodenlose. Ins Nichts. Und alles geht verloren.

Plötzlich ist sie tot, eine junge Frau, Ehefrau, Liebende, Mutter von zwei kleinen Kindern – ein Unfall, unscheinbar und schnell. Und dann, nach all den Beileidsbekundungen, nach der Lasagne und anderen Tröstungen von Freund*innen und Verwandten, verlangt das Leben weiterzugehen: der Alltag, die Schule, das Buch, an dem der Vater arbeitet, die nach Halt suchenden Kinder. Wenn nur nicht diese unfassbare Lücke wäre.

Doch manchmal gibt es Rettung: Plötzlich bricht eine Krähe in diesen verwundeten Ort ein, struppig und unverschämt, ein randalierender Trickster, eine unberechenbare Therapeutin, die mit allen Wassern gewaschen ist. Und richtet sich vorläufig aufs Bleiben ein. Ist sie dem Buch entflogen, das der Vater über den berühmten Gedichtzyklus Crow des englischen Dichters Ted Hughes schreibt? Ist sie alten Mythen entsprungen, kindlichen Träumen oder von der Mutter gesandt? Statt einer Erklärung bringt Krähe Unruhe und Liebe, bekämpft Illusionen und Depressionen, erfindet neue Spiele, zofft und zürnt und zaust und erobert mit der versehrten Familie Flügelschlag für Flügelschlag die Hoffnung auf eine Zukunft.

Max Porters Debütroman ist viel mehr als ein Trauerbuch, ist voll von funkelnder, wild wuchernder Sprache, ist Musik, ist Zungenkuss, ist Showdown und Federsturm und immer wieder und vor allem eine Feier der Liebe.

Trauer ist das Ding mit Federn ist der dritte und abschließende Teil der Familientrilogie von Christopher Rüping, in der er gemeinsam mit seinem jeweiligen Ensemble in drei voneinander unabhängigen Arbeiten das Konstrukt der Familie im 21. Jahrhundert befragt - ohne jeden Anspruch auf Vollständigkeit. Der erste Teil der Familientrilogie Einfach das Ende der Welt von Jean-Luc Lagarce entstand 2020 am Schauspielhaus Zürich, war auch in Bochum zu sehen und spielt seit Januar 2024 am Deutschen Theater Berlin. Der zweite Teil der Familientrilogie Brüste und Eier nach Mieko Kawakami entstand 2022 am Thalia Theater in Hamburg.

Regie: Christopher Rüping
Bühne: Peter Baur
Kostüm: Lene Schwind
Licht: Bernd Felder
Musik: Jonas Holle
Videodesign: Jasmin Kruezi
Dramaturgie: Angela Obst

Dauer: 2:00, keine Pause

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Schauspiel

Club 27 - Songs für die Ewigkeit

Als Brian Jones, Gitarrist und Gründungsmitglied der Rolling Stones, am 3. Juni 1969 in seinem Swimmingpool ertrank, zahlte er mit seinem Leben den ersten Mitgliedsbeitrag für einen Club, der bald Zuwachs bekommen sollte. Es folgten Janis Joplin, Jimi Hendrix und, exakt zwei Jahre später am 3. Juni 1971, Jim Morrison – alle wurden 27 Jahre alt. Damit war der Mythos begründet. An die Tür zum sogenannten Club 27 wurde seitdem regelmäßig geklopft, unter den Einlasssuchenden fanden sich auch Kurt Cobain und Amy Winehouse. Ein VIP-Club der Extraklasse.

Doch verbindet die berüchtigten Mitglieder mehr als nur das Alter:

Things have never been so swell, I have never failed to fail.

Viele von ihnen zählten zu den einflussreichsten und begabtesten Musiker*innen ihrer Zeit und schrieben schon vor ihrem Tod Geschichte. Sie lebten außer sich und über sich hinaus, bestimmten das kulturelle Erbe nicht nur der westlichen Welt, waren Fixpunkt etlicher Sehnsüchte. Sie waren perforiert und exzessiv, spürten jede Faser dieser Welt und versuchten dabei zu funktionieren – zur Not, also oft, auch mit Heroin. Ihre Leben wurden zur politischen Aussage und prägten mit ihrem Widerspruch zum Konsens die Bewegungen der Counterculture und damit ganze Generationen. Sie waren über die Maßen frei.

I’m all for you, body and soul.

So presst sich in die kurze Zeit, die all diesen freien Radikalen vor dem Eintritt in den Club 27 blieb, ein wildspektakuläres, donnernd lautes, tieftragisches wie auch verdammt nochmal extrem einmaliges Konzentrat an Leben, in dem wahrscheinlich mehr los war, als sich jede*r von uns Normalsterblichen für ein ganzes Lebensalter vorzustellen vermag.

Riders on the storm, Into this house, we‘re born, Into this world, we’re thrown.

Im Schauspielhaus Bochum hat der Club 27 zur Vollversammlung geladen. Garantiert ist ein Abend, an dem kein explosives Gefühl und kein guter Song ausgelassen werden.

It’s better to burn out, than to fade away.

Regie: Guy Clemens
Musikalische Leitung: Stefan „Pele“ Götzer
Bühne: Íngrid Pons I Miras
Kostüm: Sophia Deimel
Licht: Johannes Zotz

Dauer: 1:30, keine Pause

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Kindertheater

Bande: Die Furchtlosen

6+

An einem Lagerfeuer werden Geschichten und Ängste geteilt. Die Fragen: Wovor hast du Angst? Wann bist du mutig? Und was hat ein Ewok mit alldem zu tun? Die Furchtlosen stellen sich allerlei Mutproben und zeigen, was ihnen Mut macht.

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Mitmach-Angebot

Bürger*innen-Bande

13+

Spielfreudige Bochumer*innen erobern das Theaterrevier: Sie spielen auf dem Grat zwischen Bühne und Leben, Showlight und Alltag und fragen sich: Ist der Höhepunkt meines Lebens schon erreicht – wenn nicht, wie sieht er eigentlich aus?

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© P L ZZ O
Familientheater

Vier Piloten

von Till Wiebel in Zusammenarbeit mit der Drama Control / 13+

Auftragswerk des Schauspielhaus Bochum

Eine Highschool, eine Clique, eine hollywoodreife Geschichte.

Es ist der erste Tag nach den Sommerferien. Zwischen Weitsprungprüfung, Listening Comprehension und der Hoffnung auf einen ganz persönlichen Enemies-to-Lovers-plottwist pubertieren alle aufgeregt durch die schlecht gewischten Flure der Schule. Mittendrin suchen die ungleichen Zwillinge Sam und Gabriel nach ihrem Klassenraum. Die beiden Serienfanatiker sind frisch mit ihrem Vater aus Kalifornien, einem kleinen Küstenort in Schleswig-Holstein, hergezogen.

Wie jedes Jahr hat die Schulleitung zum Start des Jahres einiges zu verkünden. Um die Eigeninitiative der Schüler*innen zu stärken, wird ein Wettbewerb ausgerufen: 100.000 Euro für die beste Leistung einer AG. Die Zwillinge wittern ihre Chance. Sie arbeiten quasi seit ihrer Geburt am Durchbruch im Filmbusiness, bisher mangelte es aber immer am Produktionsbudget. Mit der Pilotfolge ihrer eigenen Serien wollen sie das Geld gewinnen und gründen kurzerhand eine AG, der sich schnell zwei Gleichgesinnte anschließen. Doch auch die Neuen im Bunde haben spektakuläre Ideen, wie so ein Serienstart aus- sehen könnte. Außerdem wirft auch der Rest der Schule die eyes on the price. Es entbrennt ein hollywoodreifer Krimi mit furiosem Staffelfinale.

Regie: Juli Mahid Carly
Bühne: Nathalie Schatz
Kostüm: Kevin* Pieterse
Video: Ann-Katrin Pauly
Lichtdesign: Hannes Koch
Dramaturgie: Kat Heß

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© Nicole Marianna Wytyczak
Schauspiel

Frankenstein

nach dem gleichnamigen Roman von Mary Shelley

unter Verwendung von Auszügen aus SCHMUTZIGE SCHÖPFUNG - Making of Frankenstein von Thomas Melle

Schöpferwahn und Gottkomplex und dazwischen ein Gewitter.

Die 18-jährige Mary Wollstonecraft Godwin flieht mit ihrem Geliebten, dem noch verheirateten Dichter und Revolutionär Percy Shelley, und dem gemeinsamen Kind vor der sozialen Ächtung der Londoner Gesellschaft auf den Kontinent. Am Genfer See treffen sie auf den berüchtigt-berühmten Poeten Lord Byron und verbringen den Sommer miteinander.

Wobei: Der Sommer fällt aus. Es ist das kalte Jahr 1816, klimatische Folge eines Vulkanausbruchs in Indonesien. Liegt es also am schlechten Wetter, dass die jungen begabten Leute drinnen hocken und einen Schreibwettbewerb ausrufen, auf dass die beste Gespensterstory gewinne? Oder am Konsum von Laudanum plus Schauergeschichten? Oder an den Gesprächen über Somnambulismus, über neueste wissenschaftliche Experimente (Tote, die mit Elektrizität zum Leben erweckt werden!), über das Verhältnis von Biologie und Religion (Materie schlägt Seele, oder war es umgekehrt?).

Fakt ist: Hier entstehen die ersten Ideen zu dem Roman Frankenstein . Hier beginnt der mythische Kampf zwischen dem Wissenschaftler Victor Frankenstein und seiner zusammengebauten Kreatur, die, soeben zum Leben erwacht, von ihm verstoßen wird und die ihn fortan verfolgt, ihr Recht auf Liebe fordernd, um den Preis einiger Toten.

Und: Hier betritt die zukunftsweisende Autorin Mary Shelley die literarische Bühne, erobert sich eine junge weibliche Stimme künstlerischen Raum. Ihr erster Roman: heute Kult und Mythos, Popkultur und epochale Signatur.

In der Inszenierung von Tom Schneider wird die Bühne Mary Shelleys „Zimmer für sich allein“, frei nach Virginia Woolf, ein Schöpfungsraum, Werkstatt, Atelier. Die Schauspielerin und bildende Künstlerin Karin Moog erschafft eine aufwendig gestaltete visuelle Welt, in der Mary Shelley mit Percy Shelley und Lord Byron, Victor Frankenstein und seinem Monster eine Geschichte sucht und Unsterblichkeit findet.

Regie: Tom Schneider
Bühne, Kostüm: Andrijana Trpković
Musik: Daniel Nerlich
Choreografische Mitarbeit: Alice Gartenschläger
Dramaturgie: Angela Obst

Dauer: 1:45, keine Pause

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Schauspiel

Mit anderen Augen

Ein musikalischer Abend über das Sehen
von Selen Kara und Torsten Kindermann

Mit anderen Augen ist eine berührende Theatercollage aus Songs, Texten, Bildern, Klängen und Sinneseindrücken, die auf poetische Weise eintaucht in die Welt der Blindheit. Wir leben in einer Gesellschaft der Sehenden. Von „Auf Wiedersehen“ über den blinden Alarm bis zur Liebe auf den ersten Blick ist unsere Sprache voller Metaphern des Sehens. Häufig werden Erkenntnis und Rationalität mit Licht und Sehen verknüpft, Unmündigkeit und Irrationalität hingegen mit Bildern der Blindheit und Dunkelheit. Die Welt der Blindheit ist vielen von uns vollkommen unbekannt, wir sprechen selten bis nie darüber, auch, weil wir nicht betroffen sind – oder Angst davor haben.

Und so ist unser Leben auf das Sehen aufgebaut. Doch was geschieht, wenn diese Voraussetzung nicht erfüllt wird. In welchem Raum befinden sich blinde oder sehbehinderte Menschen? Was bedeutet Zeit für sie? Was erzählen Töne, Geräusche? Kann man mit den Ohren sehen? Diesen und anderen Fragen geht Mit anderen Augen nach.

In diesem musikalischen Abend lenken Texte von blinden und sehbehinderten Menschen und die Lyrics der live gesungenen Songs unsere Gedanken, unsere Gefühle und unsere Wahrnehmung weg vom Visuellen hin zu anderen Sinnen wie dem des Hörens. Nicht als Ersatz, vielleicht als Gewinn. Mit anderen Augen spürt mit musikalischen und akustischen Mitteln dem Sehen und Nichtsehen nach und schafft sinnlichemotionale Erfahrungen. Die acht Spieler*innen und Musiker befinden sich in einem Raum, der sich zwischen Dunkelheit, Unschärfe, hellem Licht und dem Verzicht auf starke Farben bewegt. Die Inszenierung unternimmt den Versuch, die Aufführung auch für nicht sehende Zuschauer*innen erfahrbar zu machen, auch mit Hilfe von Audiodeskription. Mehr als sehenswert!

Regie: Selen Kara
Musikalische Leitung: Torsten Kindermann
Bühne: Lydia Merkel
Kostüme: Emir Medic
Lichtdesign: Denny Klein
Sounddesign: Fabio Scarpari
Dramaturgie: Dorothea Neweling

Dauer: 1:30, keine Pause

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© Birgit Hupfeld
Liederabend

Kreislers kalte Füße

von und mit Veronika Nickl, Mickey Neher und Jörg Siebenhaar

Am besten wär´s, die Russen bleib´n in Russland stehen,
und die Chinesen bleib´n in China, dort ist´s schön!
Denn so ein Krieg ist doch auf kein´n Fall gsund –
mir kann´s ja wurscht sein. Aber sagn´S, was macht mein Hund?


Kreislers Lieder sind toll! Sie sind humorvoll, oft zärtlich und verzweifelt, auch mal böse, hin und wieder absurd und manchmal anarchisch. Dieser Georg Kreisler (1922 – 2011) war ein genialer Lieder-Komponist und Texter, jüdischer Österreicher, amerikanischer Staatsbürger, Wien-Verachter und vierfach Verheirateter. Seine schmerzliche Biografie und seine originellen Lieder erzählen uns aus dem 20. Jahrhunderts und sind heute noch immer erschreckend aktuell.

„Ich weiß nicht, was soll ich bedeuten“, so der Titel eines seiner Bücher. Schauspielerin und Sängerin Veronika Nickl, Schlagzeuger Mickey Neher (Bochum, Club des Belugas, Spardosenterzett) und Pianist Jörg Siebenhaar (Mit anderen Augen) haben für uns herausgefunden, dass Georg Kreisler sehr wohl sehr viel bedeuten kann und bringen mit Kreislers kalte Füße einen biografisch-musikalischen Trip durch Leben und Werk dieses großartigen Komponisten und genialen Wortakrobaten auf die Bühne – mit einer Prise Hannah Arendt.

Mit: Mickey Neher, Veronika Nickl, Jörg Siebenhaar

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Schauspiel

Hamlet

von William Shakespeare

mit Auszügen aus Die Hamletmaschine von Heiner Müller
Bearbeitung von Jeroen Versteele

Der alte König Hamlet ist tot, sein Mörder und Bruder Claudius hat seine Witwe Gertrud geheiratet und sitzt jetzt auf dem Thron. Prinz Hamlet, krank vor Trauer, wird vom Geist seines Vaters heimgesucht. Der Geist befiehlt ihm, ihn zu rächen. Dieser Auftrag treibt Hamlet immer weiter in die Isolation. William Shakespeare machte 1602 aus einer europäischen Legende die philosophische Geschichte einer bis heute faszinierenden Sinnsuche. In der Regie von Johans Simons mit Sandra Hüller in der Titelrolle wird Hamlet zu einem Plädoyer für radikale Ehrlichkeit.

Was fasziniert dich an William Shakespeare?

Johan Simons: Mich fasziniert seit jeher, wie Shakespeare eine große philosophische Kraft lebendig und spielbar macht. Er ist ein Virtuose der Sprache. Ein Stück von Shakespeare ist wie ein großes Fenster, durch das man in einen Wald blickt. Griechische Autoren wie Aischylos sind wie eine Wüste oder eine Eisfläche. Shakespeare ist wie ein Wald mit Hügeln, Bäumen, Teichen und Moorseen. Man rutscht leicht aus, der Boden ist glitschig.

Was ist der Kern des Stücks?

Johan Simons: „To be or not to be.“ Nicht umsonst ist der Satz so berühmt. Hier versucht jemand herauszufinden, ob es ein Recht auf Existenz gibt. Was ist der Sinn unseres Lebens, wenn eine Lüge so oft als Wahrheit gilt? Meiner Meinung nach ist Hamlet extrem empfindlich und kompromisslos, er erträgt keine falschen Fassaden. Das zerstört ihn.

In Bochum wird Hamlet von einer Frau gespielt. Warum?

Johan Simons: Ich möchte kein großes Thema daraus machen. Eigentlich ist es normal, dass eine Frau Hamlet spielt: Sarah Bernhardt, Angela Winkler, Asta Nielsen, viele andere haben es schon gemacht. Theater vermittelt sich über Gedanken, nicht über Identifikation. Der Stoff handelt von Geisteskraft und der Dynamik des Denkens. Sandra Hüller hat einen flexiblen Geist. Und sie hat eine persönliche Herangehensweise. Sie lehnt jeden Zynismus ab. Sandra erweitert Hamlets Gedanken und füllt sie mit Emotionen, wie nur sie das kann.

Regie: Johan Simons
Textfassung: Jeroen Versteele
Bühne, Kostüme: Johannes Schütz
Musik: Mieko Suzuki
Mitarbeit Musik und Sounddesign: Lukas Tobiassen
Klangregie: Will-Jan Pielage
Lichtdesign: Bernd Felder
Dramaturgie: Jeroen Versteele
Mitarbeit Dramaturgie: Felicitas Arnold
Übersetzung: Angela Schanelec, Jürgen Gosch
Regieassistenz: David Goldmann
Bühnenbildassistenz: Mitsuru Sugiura
Kostümassistenz: Sofia Dorazio Brockhausen
Sprachcoaching: Roswitha Dierck
Soufflage: Isabell Weiland
Inspizienz: Christiane Dolnik
Regiehospitanz: Stijn Dijkema
Kostümhospitanz: Lea Heemann / Carolin Saddey
Übertitelinspizienz: Jonas Kissel / Leonie Mevissen

Dauer: 2:30, eine Pause

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Führung

Theaterführung

Blick hinter die Kulissen

Werfen Sie bei einer Theaterführung einen Blick in unser Haus und erhalten Sie spannende und interessante Eindrücke hinter den Kulissen des Schauspielhaus Bochum.

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© Hans Jürgen Landes
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Schauspielhaus Bochum

Das Schauspielhaus Bochum ist seit mehr als hundert Jahren eine der führenden Spielstätten für zeitgenössisches Theater und darstellende Kunst in der deutschsprachigen Theaterszene. Seit 2018 ist Johan Simons Intendant. Er und das Team des Schauspielhaus Bochum verstehen diesen Ort als ein Stadttheater für das 21. Jahrhundert, in dem Künstler*innen aus verschiedenen Nationen und Kulturen und unterschiedlichen Disziplinen eine kreative Heimat finden. Das Herzstück des Theaters ist das feste Schauspielensemble, das kulturelle Einflüsse aus verschiedenen Nationen Europas und der Welt mitbringt.



In jeder Spielzeit produziert das Schauspielhaus Bochum neue Aufführungen von Schauspiel, Tanz und interdisziplinärer Kunst und gastiert damit auch in anderen Theatern in Deutschland und Europa sowie auf internationalen Festivals. Für sein herausragendes Programm wurde es im Jahr 2022 zum Theater des Jahres in der Region Deutschland, Österreich und Schweiz gekürt.



Teil des Theaters ist auch das Junge Schauspielhaus, das seit 2018 von Cathrin Rose geleitet und dessen Programm von neuen Erzählformen für eine moderne und diverse Stadtgesellschaft geprägt wird.



Das Schauspielhaus Bochum verfügt über vier Spielstätten: das Schauspielhaus (bis zu 800 Plätze), die Kammerspiele (400 Plätze), das Oval Office (100 Plätze) und in 2 Kilometern Entfernung das Theaterrevier, die Spielstätte für Kinder- und Jugendtheater des Jungen Schauspielhauses.
THEATERKASSE:
Kassenfoyer des Schauspielhauses
Königsallee 15
D-44789 Bochum
T +49 (0)234 / 3333 5555
F +49 (0)234 / 3333 5512
E tickets@schauspielhausbochum.de

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Aufführungen / Oper Aalto-Theater Essen Essen, Opernplatz 10
Aufführungen / Theater Schauspielhaus Bochum Bochum, Hans-Schalla-Platz
Aufführungen / Show OnTour Musicals
Dinner- & Konzertshow
verschiedene Orte
Aufführungen / Theater Theater Dortmund Dortmund, Theaterkarree 1 -3
Ereignisse / Tanz Tanztheater Wuppertal Pina Bausch Wuppertal, Kurt-Drees-Straße 4
Konzerte / Konzert Duisburger Philharmoniker Duisburg, König-Heinrich-Platz
Ereignisse / Musical Chormusical
Judith
Mitsingen beim Chormusical
Aufführungen / Theater Theater im Depot Dortmund Dortmund, Immermannstr. 29
Aufführungen / Varieté Varieté et cetera Bochum Bochum, Herner Str. 299
Aufführungen / Theater Theater an der Ruhr Mülheim an der Ruhr, Akazienallee 61
Aufführungen / Theater Theater Duisburg Duisburg, Opernplatz
Aufführungen / Theater Ringlokschuppen Ruhr Mülheim an der Ruhr, Am Schloß Broich 38
Aufführungen / Theater Szene 10 e.V.
Fr 16.1.2026, 19:30 Uhr
Aufführungen / Theater Szene 10 e.V.
Sa 17.1.2026, 19:30 Uhr
Aufführungen / Theater Szene 10 e.V.
So 18.1.2026, 18:00 Uhr
Aufführungen / Theater Szene 10 e.V.
Mi 21.1.2026, 19:30 Uhr
Aufführungen / Theater Szene 10 e.V.
Do 22.1.2026, 19:30 Uhr
Aufführungen / Show Tatort-Dinner
Fr 23.1.2026, 19:00 Uhr
Aufführungen / Theater Szene 10 e.V.
Fr 23.1.2026, 19:30 Uhr
Aufführungen / Theater Szene 10 e.V.
Sa 24.1.2026, 19:30 Uhr
Aufführungen / Theater Szene 10 e.V.
So 25.1.2026, 18:00 Uhr
Aufführungen / Theater Westfälisches Landestheater Castrop-Rauxel, Europaplatz 10
Aufführungen / Theater TheaterTotal Bochum, Hunscheidtstr. 154
Aufführungen / Theater Szene 10 - Bühne im Girardet Essen, Girardetstraße 10

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