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Heimsuchung
von Jenny Erpenbeck
Premiere: 23.1.2026Ein Grundstück am Scharmützelsee in Brandenburg, darauf ein Sommerhaus, darin die Geschichte des 20. Jahrhunderts. So ließe sich der 2007 erschienene Roman der Berliner Autorin Jenny Erpenbeck zusammenfassen. Ein Text, in dem die Hauptrolle das Haus, eigentlich sogar das Grundstück hat. Ursprünglich im Besitz eines Großbauern, wird es nach dessen Tod aufgeteilt und zur Bühne von elf Lebensgeschichten, stellvertretend für Hoffnung und Leid, Glück und Tragödie der letzten einhundert Jahre.
In elf Kapiteln erzählt Erpenbeck protokollarisch von Zeit und Geschichte während dreier Generationen, die diesem Flecken Erde widerfährt, von einem während der Nazizeit erfolgreichen Architekten, der nach den Vorstellungen seiner Frau ein Haus errichtet, von einem jüdischen Tuchfabrikanten, der das Grundstück unter Wert verkauft und mit seiner Familie deportiert und ermordet wird. Von der Besatzung des Hauses durch die Kompanie eines jungen Majors der roten Armee nach dem zweiten Weltkrieg, von der im Wandschrank versteckten Frau des Architekten, von einer aus dem sowjetischen Exil zurückkehrenden Schriftstellerin und schließlich von den Erben des Architekten, die nach dem Ende der DDR ihre Ansprüche auf das Haus einlösen. Zeitlos wacht während all dieser Zeit ein Gärtner über das Grundstück, schneidet Hecken, pflegt Sträucher, kultiviert die Natur, die sich in den Ritzen des Schicksals immer wieder ausbreitet. Heimsuchung ist gewissermaßen ein Geschichtsbuch, das jedoch klare Zuordnungen zwischen Recht und Unrecht, gut und böse, Tätern und Opfern verkompliziert, das vielmehr die Komplexität von Geschichte spürbar macht. Verwoben darin die Geschichte der Autorin, deren Großmutter Hedda Zinner selbst ein Haus am Scharmützelsee besaß, nachdem sie 1945 aus sowjetischem Exil in die DDR kam.
2024 erhielt Jenny Erpenbeck für ihren Roman Kairos den International Booker Prize und wurde einem internationalen Publikum bekannt, die New York Times votierte Heimsuchung in die Liste der „100 Best Books of the 21th Century”.
Regie: Alexander Eisenach
Bühne: Daniel Wollenzin
Kostüm: Claudia Irro
Video: Oliver Rossol
Licht: Robert Grauel
Dramaturgie: Johann Otten
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Fake Jews
von Noam Brusilovsky
Uraufführung: 29.1.20261995 erscheint bei Suhrkamp ein Band mit Erinnerungen eines lettischen Holocaustüberlebenden. Die Veröffentlichung erhält zahlreiche Preise und wird als bewegendes Zeitdokument bestens besprochen. Bis nur drei Jahre später ein schweizerisch-jüdischer Journalist aufdeckt: Der Autor dieser angeblichen Memoiren ist weder Jude, noch war er je vom Terror der Nationalsozialisten betroffen, sondern schreibt aus einer erfundenen Perspektive, hat sich seine jüdische Biographie also nur ausgedacht.
Allerdings: Diese Aneignung einer jüdischen Opferbiografie ist keineswegs ein Einzelfall, und was aufgrund der fiktiven Biografie des Binjamin Wilkomirski anschließend als „Wilkomirski-Syndrom” beschrieben wird, erfährt seit dem zweiten Weltkrieg regelrecht Konjunktur. Insbesondere im Land der Täter und der nicht flächendeckend aufgearbeiteten Familiengeschichten finden sich zahlreiche Figuren, die sich einen Vorteil durch die Behauptung einer Verfolgungsbiographie versprechen, unter ihnen eine bekannte Bloggerin, ein langjähriger Vorsitzender einer jüdischen Gemeinde bei Hamburg oder ein einflussreicher Journalist.
In einer Gegenwart, in der die eigene Identität für die Sichtbarkeit und Relevanz einer Aussage zunehmendes Gewicht erhält, werden bestimmte Biographien zum Privileg: Ist die Aneignung jüdischer Identität also ein Karrierevorteil? Ein Verkaufsargument? Oder wird vielmehr nicht allzu genau überprüft, ob das Behauptete stimmt, wenn es historisch so sensibel ist? Noam Brusilovsky untersucht diese Fragen in einem Monologprojekt und beleuchtet die blinden Flecken der deutschen Erinnerungskultur in einer sich zunehmend polarisierenden Gegenwart.
Regie: Noam Brusilovsky
Ausstattung: Julia Plickat
Musik: Tobias Purfürst
Dramaturgie: Johann Otten
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Räuber:innen!?
Das TUSCH-Projekt von DT Jung* und dem Carl-Friedrich-von-Siemens-Gymnasium
Premiere: 12.2.2026Die Schüler:innen des DS-Kurses sind so alt wie Schiller, als er siebzehnjährig in der Militärakademie heimlich Die Räuber schrieb. Ausgehend von Claudia Bossards DT-Inszenierung befassen sich die Spieler:innen biografisch mit Freiheit, Enge, Geschwisterkonstellationen, patriarchalen Strukturen und Femizid. Als Schiller:innen stellen sie sich krank, schreiben heimlich im imaginären Krankentrakt eigene Szenen und erzählen die stürmenden Räuber-Fragen aus heutiger Sicht weiter.
Regie: Sofie Hüsler
Kostüme: Lena Beck
Regieassistenz: Lara Wentz
Pädagogische Begleitung: Merle Müller
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Der erste fiese Typ
von Miranda July aus dem Englischen von Stefanie Jacobs
Premiere: 22.2.2026Cheryl ist eine aufgeräumte Person. Denkt sie zumindest über sich selbst: Schließlich hat sie dank ihrer selbsterfundenen Methode zur Alltagsorganisation (keine unnötigen Gänge im Haus, Geschirrverzicht durch Verzehr direkt aus Topf und Pfanne, Bücherlesen am Regal statt Chaos in der Wohnung) ihr Leben voll im Griff. Doch die Obsession zur Selbstkontrolle kann nicht über die emotionale Leere in ihrem Leben hinwegtäuschen, wie sie sich anfühlt, die Liebe, das weiß sie auch mit Anfang vierzig noch immer nicht so richtig. In ihrer Fantasie führt sie zwar eine hocherotische Beziehung zu Philipp, einem Vorstandsmitglied der Firma, in der sie arbeitet (dort werden Selbstverteidigungsvideos für Frauen vertrieben), doch dieser alte Sack ist seinerseits verknallt in eine viel zu junge Frau und fragt für diese Liebe ausgerechnet bei Cheryl mit obszönen SMS um Erlaubnis. Da ist es verständlicherweise ein nahezu seismischer Schock, als plötzlich Clee bei ihr einzieht, eine Frau halb so jung wie Cheryl, mit langen, blonden Haaren, stinkenden Füßen und einer, gelinde gesagt, recht unverstellten Art. Erst macht sie sich nur auf dem Sofa breit, wenig später stellt sie Cheryls gesamtes Leben in Frage: Ist es möglich, dass sie sich etwa in diese Frau verliebt hat?
Regie: Sarah Kurze
Bühne: Diana Berndt
Kostüme: Katharina Achterkamp
Musik: Marcel Braun, Samuel Wiese
Licht: Kristina Jedelsky
Dramaturgie: Johann Otten
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Spirit And The Dust
von Noah Haidle aus dem Englischen übersetzt von Barbara Christ
Premiere: 27.2.2026Hope Foster ist erfolgreiche Immobilienmaklerin. Ihr Geschäft ist es, Menschen ein Zuhause und einen Ort der Geborgenheit zu vermitteln. Vor Jahren hat sie in einem unachtsamen Moment ihr Kind beim Spielen verloren. Seitdem ist ihr Leben überschattet von den tragischen Fügungen des Schicksals und der Frage nach Schuld.
Bei einer Wohnungsbesichtigung lernt sie das junge Paar Margaret und Will kennen. Mit Margaret freundet sie sich an, die bald schon die Weichen für ihr zukünftiges Leben anders stellt. Kurz darauf lernt sie Wills Vater kennen, einen ausrangierten Lateinlehrer, in dem Hope Halt und Trost findet. Auch sein Leben ist gezeichnet von Verlust. Hinzu kommen der Sicherheitsberater Jerry und die Nachbarin Donna. Allesamt Gestrandete und vom Leben geprägte Zeitgenossen, die zu einer Art Schicksalsgemeinschaft in unbehauster Zeit zusammenfinden.
Gibt es Hoffnung in Zeiten der großen Lebenskrisen? Gibt es ein Leben nach dem Schiffbruch? Und kann Tost Wunden heilen?
Noah Haidle, preisgekrönter Dramatiker und Drehbuchautor, dessen Werke am Broadway, in den USA und weltweit aufgeführt werden, hat ein großes Stück über das, was man Leben nennt entworfen: über Freundschaft, späte Liebe und tiefen Schmerz.
Regisseurin Anna Bergmann inszeniert nach The Homemaker und Birthday Candle zum dritten Mal eine Uraufführung von Noah Haidle am DT.
Regie: Anna Bergmann
Bühne: Kathrin Frosch
Kostüme: Lane Schäfer
Musik: Hannes Gwisdek
Video: Sebastian Pircher
Licht: Cornelia Gloth
Dramaturgie: Daniel Richter
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Die Räuber. Der Ort der Geschichte ist Deutschland
ein Schauspiel von Friedrich Schiller
Die Welt ist aus den Fugen. Nicht nur, dass die Vorboten der französischen Revolution die Gesellschaft durch Klassenkämpfe und Gewalt erschüttern, auch die familiäre Ordnung des alten Grafen von Moor droht zu zerbersten. Franz, der zweitgeborene Sohn, fühlt sich um die väterliche Gunst betrogen und will Rache nehmen. Er ersinnt eine Intrige gegen den älteren, begünstigten Bruder Karl, woraufhin jener vom Vater verstoßen wird. Gekränkt von der Zurückweisung des Vaters schließt sich Karl einer Bande von Räubern an, um gegen die Ungerechtigkeit in der Gesellschaft zu kämpfen. Während sich Karl für die Freiheit des Einzelnen und die Emanzipation vom tyrannischen Staat einsetzt, offenbart Franz die dunklen Seiten des Machtstrebens. Die Situation gerät außer Kontrolle, der Kampf um individuelle Freiheit wird zum Zündstoff eines schonungslosen Zerstörungswerks. Hass, Selbstbezogenheit und entfesselte Gewalt greifen um sich.Als Schillers Schauspiel Die Räuber am 13. Januar 1782 am Nationaltheater Mannheim uraufgeführt wurde, reagierte das Publikum geradezu elektrisiert. Schillers neuer Bühnenton wirkte rasant, wortgewaltig und respektlos. „Das Theater glich einem Irrenhause, rollende Augen, geballte Fäuste, stampfende Füße, heisere Aufschreie im Zuschauerraum! Fremde Menschen fielen einander schluchzend in die Arme. Frauen wankten, einer Ohnmacht nahe, zur Thüre. Es war eine allgemeine Auflösung wie im Chaos, aus dessen Nebeln eine neue Schöpfung hervorbricht!”
Am Deutschen Theater spürte die Regisseurin Claudia Bossard bereits in ihrer gefeierten Uraufführung von Rainald Goetz‘ Baracke dem Zusammenhang von Familie und Gewalt im bürgerlichen Milieu nach. Indem sie Schillers berühmten Klassiker als mentalitätsgeschichtliches Zeitdokument liest, setzt sie ihre Auseinandersetzung mit der deutschen bürgerlichen Gesellschaft fort und ergründet das Zusammenspiel von Kunst, Ethik und Politik im Terror der Festung Familie.
Regie: Claudia Bossard
Bühne: Elisabeth Weiß
Kostüm: Andy Besuch
Musik: Annalena Fröhlich
Licht: Cornelia Gloth
Dramaturgie: Daniel Richter
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Parzival
nach Wolfram von Eschenbach in einer Überschreibung von Joanna Praml und Dorle Trachternach
Parzival weiß nichts von der Welt. Er wächst abgeschieden im Wald auf, fernab von gesellschaftlichen Normen, Machtstrukturen und Kriegslogik. Doch die Welt lässt sich nicht dauerhaft fernhalten. Und so zieht Parzival los, raus in die Welt: naiv, neugierig und fest entschlossen, Ritter der Tafelrunde zu werden. Er irrt, fragt zu spät, trifft falsche Entscheidungen, begegnet Liebe, Ausgrenzung, Schuld und einer Idee, die größer ist als alles, was er bisher kannte: dem Gral. Was bedeutet es heute, ritterlich zu handeln? Was prägt unser Denken und unsere Taten, wenn Elternhaus und Schule keine zufriedenstellenden Antworten mehr geben? Wem hören wir zu – und wer hört uns? Zwischen Mythos und Gegenwart entsteht ein Abend über das Recht auf Orientierung und die Notwendigkeit, sich selbst einen Platz in der Welt zu erkämpfen, koste es, was es wolle.Regie: Joanna Praml
Bühne: Claudia Kalinski
Kostüme: Inga Timm
Musik: Hajo Wiesemann
Licht: Marco Scherle
Dramaturgie: Bernd Isele, Dorle Trachternach
Theaterpädagogik: Maura Meyer
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Let Them Eat Chaos
von Kae Tempest aus dem Englischen von Johanna Davids
Es ist 4:18 Uhr morgens. Eine Straße irgendwo in London. Sieben Menschen liegen wach; getrieben von Sorgen, Erinnerungen, Einsamkeit oder Verlust. Sie alle leben in der gleichen Straße, doch ihre Wege haben sich nie gekreuzt. Bis jetzt. Denn am Horizont zieht ein Sturm auf …Let Them Eat Chaos ist ein Langgedicht und zugleich das zweite Studioalbum des britischen Dichters und Spoken-Word-Künstlers Kae Tempest. In einer dichten, lyrischen Komposition verbindet Tempest Poesie, gesellschaftliche Analyse und musikalische Energie zu einem eindringlichen Weckruf. Mit radikaler Ehrlichkeit und großer Empathie erzählt Tempest von Entfremdung, sozialer Ungleichheit und der seelischen Erschöpfung unserer spätmodernen Gesellschaft und öffnet zugleich einen Raum für Hoffnung: auf Begegnung, Veränderung und ein anderes Miteinander.
Regisseur Sebastian Nübling bringt Tempests Werk als performative Erkundung auf die Bühne. In der Kammer begegnen sich sieben Figuren – vielleicht auch sich selbst – zum ersten Mal. So entsteht ein poetisch aufgeladener Theaterabend über das Chaos unserer Zeit und über das, was uns darin vielleicht verbinden könnte.
Regie: Sebastian Nübling
Bühne: Dominic Huber
Kostüm: Una Jankov
Musik: Jackie Poloni
Licht: Thomas Langguth
Dramaturgie: Christopher-Fares Köhler
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Eine Minute der Menschheit
nach Stanisław Lem aus dem Polnischen von Edda Werfel in einer Bühnenfassung von Anita Vulesica
Wie kann der Mensch es schaffen, im Bewusstsein dafür zu leben, dass wir nicht allein sind, dass wir uns die Erde teilen? Diese Frage wirft Stanisław Lems 1983 erschienener Text Eine Minute der Menschheit mithilfe einer fiktiven Buchrezension auf: Der Text ist ein Buch über ein Buch, das versucht, festzuhalten, was in einer Minute auf der Welt passiert, was die Menschheit also in sechzig Sekunden erlebt, einander antut und zerstört. Diskutiert werden dabei Statistiken über Tod, Fortpflanzung, Überbevölkerung und Ressourcenknappheit, aber auch die pro Minute produzierte Kunst, entrichtete Kirchensteuer oder von Menschen verspeisten Tiere.Die Bilanz dieses irrwitzigen Versuchs, eine „extreme Zusammenfassung der Menschheit” aufzustellen und dabei dem Menschsein an sich auf die Schliche zu kommen, fällt eher desaströs aus. Erschwert wird das Gedankenexperiment durch das Wesen der Zeit selbst, denn im Moment ihres Porträts läuft die Zeit weiter, verliert die gerade erhobene Statistik schon ihre Aktualität. Doch wo liegen die Grenzen der statistischen Methode? Welche Lebensbereiche, Gefühle und Taten des Menschen entgehen dem Gesetz der großen Zahlen? Und wie lässt sich das alles eigentlich ertragen?
Stanisław Lem gilt als einer der wichtigsten Science-Fiction-Autoren des 20. Jahrhunderts. In seinem umfangreichen und kreativ überbordenden Werk hat er zahlreiche technologische Entwicklungen der Zukunft prognostiziert – von Robotik über das Internet bis zur Raumfahrt. Romane wie Solaris oder Der Futurologische Kongress wurden zu Klassikern der fantastischen Literatur. Anita Vulesica, die am Deutschen Theater durch ihre Inszenierungen Der Liebling, Die Gehaltserhöhung und Die Kahle Sängerin als Spezialistin für absurdes und tragikomisches Theater bestens bekannt ist, entdeckt nun einen bisher weniger beleuchteten Text von Lem erstmals für die Bühne.
Regie: Anita Vulesica
Bühne: Henrike Engel
Kostüm: Janina Brinkmann
Choreografie: Mirjam Klebel
Video: Phillip Hohenwarter
Komposition: Anita Vulesica, Yannick Wittmann
Musikalische Leitung: Yannick Wittmann
Licht: Matthias Vogel
Dramaturgie: Lilly Busch
Dauer: 1 Stunde 50 Minuten, keine Pause
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Die drei Leben der Hannah Arendt
nach der Graphic Novel von Ken Krimstein aus dem Englischen von Hanns Zischler
Ihr Leben liest sich wie ein Krimi aus vielen Leben: Königsberg in den 10er Jahren, Studienjahre bei Heidegger und Jaspers, das Berlin der 20er, das Paris der 30er, Fluchten und Freundschaften, das New York der 50er und 60er. Die Kriege und Totalitarismen des 20. Jahrhunderts prägen und beschäftigen sie. Ihr politisches Hauptwerk Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft macht sie 1951 über Nacht bekannt. Als sie 1961 aus Jerusalem über den Eichmann-Prozess berichtet, erkennt sie in dem Massenmörder einen bürokratischen „Hanswurst” und löst damit eine Kontroverse aus. Sie hält der Kritik stand. Sie will den Dingen auf den Grund kommen, auch wenn sie dadurch gezwungen ist, „dahin zu denken, wo es wehtut”, wie Hannah Arendt einmal sagt. Freiheit im Denken ist ihr das höchste Gut. „Denken ohne Geländer” nennt sie das.Ken Krimstein ist ein Kenner der Materie. Der in Chicago beheimatete Cartoonist und Autor, der sonst regelmäßig für The New Yorker, The Wall Street Journal und die Chicago Tribune zeichnet, hat der Biographie der berühmten Denkerin ein Buch gewidmet. In Hunderten von Zeichnungen skizziert seine Graphic Novel Die drei Leben der Hannah Arendt ein abenteuerliches Leben. Theresa Thomasberger bringt die Biografie als Gedankenreise durch das 20. Jahrhundert zur Aufführung.
Regie: Theresa Thomasberger
Bühne: Mirjam Schaal
Kostüm: Marilena Büld
Musik: Oskar Mayböck
Licht: Kristina Jedelsky
Dramaturgie: Bernd Isele
2 Stunden, keine Pause
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Die Marquise von O. und –
nach der Novelle von Heinrich von Kleist
Es ist vielleicht der berühmteste Gedankenstrich der Weltliteratur: Mitten in einem nüchtern erzählten Satz über einen Kriegsüberfall heißt es in Heinrich von Kleists Novelle Die Marquise von O. :„––, dass sie, ohne es zu wissen, in andere Umstände gekommen sei.”
Ein abrupter Schnitt – dort, wo eigentlich das Entscheidende stehen müsste. Statt Klarheit: Leerstelle.
Die Handlung beginnt in einer norditalienischen Festung. Während russische Truppen die Stadt stürmen, gerät die Marquise von O., eine junge, verwitwete Mutter, in höchste Gefahr – bis ein Offizier, Graf F., sie scheinbar heldenhaft rettet. Wenige Tage später verschwindet er. Alles scheint überstanden. Doch Wochen danach erkennt die Marquise entsetzt: Sie ist schwanger. Ohne Erinnerung. Ohne Einwilligung. Und ohne jemanden, der ihr glaubt. Ihr Vater verstößt sie, die Mutter schweigt. Was wie ein medizinisches Wunder erscheinen mag, wird zum sozialen Todesurteil. Die Marquise wählt den einzigen Ausweg, der ihr bleibt: den Schritt in die Öffentlichkeit. Per Zeitungsanzeige bittet sie den unbekannten Vater, sich zu melden. Die Antwort folgt prompt – es ist der Retter selbst. Der Mann, der sie im Moment der Ohnmacht missbraucht hat, bittet nun um ihre Hand. Was also tun, wenn Sprache versagt? Wenn Recht, Moral und Logik kollabieren?
Der berühmte Gedankenstrich markiert nicht nur einen erzählerischen Bruch, sondern auch einen kulturellen. Die Vergewaltigung wird nicht ausgesprochen, sondern ausgeklammert. Das, was geschehen ist, bleibt unausgesprochen, nur angedeutet – und genau darin liegt die verstörende Kraft des Textes. Kleist zeigt, wie sexualisierte Gewalt an Frauen sprachlich wie strukturell unsichtbar gemacht wird. Die Leerstelle im Satz ist kein literarisches Ornament, sondern ein Symptom: Sie zeigt, wo Sprache versagt – und wie tief die Gewalt reicht, wenn selbst das Erzählen daran scheitert.
Regie: Ildikó Gáspár
Bühne und Kostüm: Lili Izsák
Musik: Flóra Lili Matisz
Video: András Juhász
Licht: Cornelia Gloth
Dramaturgie: Jasmin Maghames
1 Stunde 55 Minuten, keine Pause
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Leichter Gesang
von Nele Stuhler
„Ich verstehe Bus / Ich verstehe U-Bahn / Ich verstehe Bus-Bahn-Hof / Ich versteh an Halte-stelle!”Was bedeutet es, etwas zu verstehen oder nicht zu verstehen? Welche Sprache braucht es für Verständigung? Und was geschieht, wenn genau dieser Versuch das Verstehen, das Missverstehen selbst zum Thema eines Theaterabends wird? Autorin Nele Stuhler und Regisseur FX Mayr begeben sich gemeinsam mit Schauspieler:innen des DT und des inklusiven RambaZamba Theaters auf eine poetische Forschungsreise: ins Innere des Sprechens, des Schreibens und in das produktive Missverständnis.
Leichter Gesang ist ein Theatertext, der nicht vorgibt, alles zu wissen, sondern sich bewusst im Nicht-Wissen verortet. Der in der Sprache selbst sein Material findet und sie gleichzeitig in Frage stellt. Nele Stuhler arbeitete dabei auch mit Elementen der Leichten Sprache, ohne sie eins zu eins zu übernehmen. Stattdessen nutzte sie deren Prinzipien. Herausgekommen ist eine Sprache, die zugleich einfach und komplex ist. Eine Sprache, die allen fremd ist und damit alle gleichermaßen einlädt, sich ihr zu nähern. Eine Inszenierung über Sprache, über ihre Macht und ihre Grenzen. Über das, was verständlich erscheint; und was sich im nächsten Moment wieder entzieht. Die Begriffe neu sortiert, Fragen stellt, statt Antworten zu geben. Ein Text, der erklingen will, im Sprechen, im Singen, im Spiel. Und der dabei erfahrbar macht, dass Verständigung nicht im Beherrschen von Sprache liegt, sondern im gemeinsamen Versuch.
Verstehen? Nicht verstehen! In unserem Spielzeitmagazin sprechen Autorin Nele Stuhler und Regisseur FX Mayr über ihr Projekt Leichter Gesang und die Frage, wie ein Stücktext neue Begegnungen ermöglichen kann.
Regie: FX Mayr
Bühne: Anna Wohlgemuth
Kostüm: Korbinian Schmidt
Musik: Matija Schellander
Licht: Thomas Langguth
Dramaturgie: Christopher-Fares Köhler
Projektmitarbeiterin: Inklusive Kunstpraxis Joy von Wienskowski
Dauer: 1 Stunde 10 Minuten, keine Pause
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Der Liebling
von Svenja Viola Bungarten
Die gigantischen Konzerne Always und Never ringen um die Monopolstellung auf dem Markt und um die Erfindung des nächsten innovativen Frauenhygieneartikels. Die CEOs Franka und Bettina wollen die Firma der jeweils anderen aufkaufen und sich gegenseitig an den Kragen. Ihre Kinder buhlen um das Erbe und um die Zuneigung ihrer Mütter, während deren Vertraute, Beraterinnen und Praktikantinnen eigene Karrierechancen wittern. Vielschichtige Intrigen und Affären entspinnen sich, genauso wie unerwartete Allianzen.Inspiriert von popkulturellen Referenzen wie den Filmen The Favourite, Der Teufel trägt Prada oder der Serie Succession untersucht die Dramatikerin Svenja Viola Bungarten Spielarten von Macht und Solidarität unter Frauen. Was sind die Kosten von Erfolg? Auf welche Weisen arbeiten Frauen am Patriarchat mit? Was macht Macht mit Feminismus, und welche Macht braucht Feminismus?
Auf die Bühne gebracht wird der Text in der Regie von Anita Vulesica, die sich in der Spielzeit 2023/24 bereits mit der Inszenierung von Georges Perecs Die Gehaltserhöhung am Deutschen Theater auf tiefgründige und zugleich irrwitzige Weise mit dem Themenkomplex von Arbeit und Lohn befasst hat.
Regie: Anita Vulesica
Bühne: Henrike Engel
Kostüme: Janina Brinkmann
Musik: Carolina Bigge
Choreografie: Mirjam Klebel
Video: Phillip Hohenwarter
Licht: Kristina Jedelsky
Dramaturgie: Lilly Busch
empfohlen ab Klasse 10
2 Stunden, keine Pause
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Vertikale Wale
von Milena Michalek und Ensemble
Die Theaterautorin und Regisseurin Milena Michalek erarbeitet ihre Projekte stets im kollektiven Denken und engen Zusammenspiel mit ihrem Ensemble. Am DT wird sie ein neues Stück schreiben und inszenieren, das seinen Startpunkt in der gemeinsamen Erkundung des Phänomens und Grundbedürfnisses Schlaf hat: Das klandestine Wissen des schlafenden Körpers, die Ungleichverteilung von Bettbesitztum, das schlechte Gewissen der Langschläferin und die absichtsvoll einschläfernde Dramaturgie der Gute-Nacht-Geschichte könnten eine Rolle spielen. Was bringt und was raubt uns den Schlaf, diese so allnächtliche wie profunde Angelegenheit?Regie: Milena Michalek
Bühne und Kostüm: Zahava Rodrigo
Musik: Yvi Philipp
Licht: Heiko Thomas
Dramaturgie: Lilly Busch
Dauer: 2 Stunden, keine Pause
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Die Gehaltserhöhung
von Georges Perec
Aus dem Französischen von Eugen Helmlé
In Georges Perecs Stück nimmt sich ein namenloser Angestellter vor, einen besseren Lohn zu verhandeln. Doch trotz anfänglicher Entschlossenheit arbeitet er sich äußerst umständlich zu seinem Ziel vor: In unzähligen Variationen wird der Weg zum Büro des Chefs durchgespielt, werden wie in einer komplexen mathematischen Aufgabe alle Eventualitäten abgewogen, die entlang der Firmenflure das Vorhaben durchkreuzen könnten. Ist der Abteilungsleiter überhaupt in seinem Büro? Hat er Zeit? Ja? Nein? Was dann? Ist die Stimmung günstig? Hat er familiäre Sorgen? Nimmt die Sekretärin das Anliegen entgegen?In einem schier unendlichen Anlaufversuch werden in Die Gehaltserhöhung auf aberwitzige Weise alle erdenklichen Hürden durchexerziert, die in einem starren Personal- und Hierarchiegefüge den Zugang zu einer angemessene Entlohnung verhindern: von der eigenen Angst vor der Laune des Chefs bis hin zu unüberwindlich scheinenden Verwaltungsproblemen. Und so schiebt der Angestellte sein Vorhaben lieber immer wieder auf, bis ein besserer Tag, eine glücklichere Gelegenheit kommt, um seine Bitte zu platzieren.
Der französische Schriftsteller Georges Perec war Teil der Gruppe Oulipo (kurz für L‘Ouvroir de littérature potentielle, zu Deutsch: Werkstatt für potentielle Literatur), zu der auch Autoren wie Raymond Queneau und Italo Calvino gehörten. Oulipo verfolgte in den 1960er Jahren den Ansatz, durch spielerische Formzwänge die Sprache zu erweitern. Auch Perec gab sich für seine Texte strenge Schreibregeln vor: Mit Anton Voyls Fortgang (1969) etwa verfasste er einen Roman, in dem er kein Wort verwendete, das den Buchstaben E enthält.
Die Gehaltserhöhung ist ein hochrhythmisches Stück über Arbeit und Entfremdung, über Ermüdung und das Altern. Es ist ein lustvolles, absurdes Sprachspiel, das aktuelle Fragen in einer sich stetig wandelnden Berufswelt berührt: Wie viel ist die eigene Arbeit wert? Welche Jobs sind sinnstiftend, welche überflüssig, welche unsichtbar gemacht?
Regie: Anita Vulesica
Bühne: Henrike Engel
Kostüme: Janina Brinkmann
Choreografie: Mirjam Klebel
Musik: Ingo Günther
Licht: Kristina Jedelsky
Dramaturgie: Lilly Busch
Dauer: 1 Stunde 40 Minuten, keine Pause
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Gift
von Lot Vekemans
Aus dem Niederländischen von Eva Pieper und Alexandra Schmiedebach"Es ist verrückt, wie man anfängt zu hoffen, dass jemand stirbt. Aufgibt. Loslässt. Mach ruhig. Geh ruhig. Es ist gut. Wir schaffen es schon. Wir schaffen es schon ohne dich. Das war ein Irrtum."
Ein Friedhof. Zwei Menschen. Eine gemeinsame Vergangenheit, ein gemeinsamer Verlust und zehn Jahre Trennung, Schweigen. Aus Anlass einer Grabverlegung kommen "Sie" und "Er" wieder zusammen. Gift soll aus einer nahegelegenen Fabrik ausgetreten sein und die Umbettung der Toten notwendig machen. Unterdessen betrachten die Frau und der Mann ihr umgebettetes Leben, das eines Silvesterabends sang- und klanglos auseinanderging. Was ist aus ihr und ihm geworden? Was aus ihrer Trauer, ihrem Leben? Und wer hat sich was vorzuwerfen? Zwischen Abrechnung und Annäherung, Trost und Trauer, Zärtlichkeit und Härte oszillieren die Szenen dieser Wiederbegegnung: das Porträt eines Paares, dessen Schicksal schon vorbei zu sein scheint – und das dennoch noch einmal durch alles hindurchgehen muss, in der Hoffnung, in einem Leben nach ihrem Leben anzukommen.
Dagmar Manzel wurde 2014 für ihre Rolle "Sie" mit dem Deutschen Theaterpreis 'Der Faust' ausgezeichnet.
Gift von Lot Vekemans ist auch als eBook erschienen. Über die Website www.textbuehne.eu können Sie das Theaterstück in diversen Online-Shops bestellen.
Regie: Christian Schwochow
Bühne: Anne Ehrlich
Kostüme: Pauline Hüners
Dramaturgie: John von Düffel
Dauer: 1 Stunde 15 Minuten, keine Pause
Gift bewerten:
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Biografie: Ein Spiel
von Max Frisch
Wer wünscht sich das nicht? Einmal das Leben anhalten, von vorne beginnen und seine Biografie ändern. Der Hauptfigur Hannes Kürmann in Max Frischs Drama Biografie: Ein Spiel wird diese Möglichkeit geboten: Vor allem die erste Begegnung mit seiner Ehefrau Antoinette scheint für Kürmann ein zentraler Moment seiner Biografie zu sein, den er im Nachhinein gerne vermieden hätte. In mehreren Anläufen versucht er zu verhindern, die Frau zu treffen, mit der er die letzten sieben Jahre verbracht hat. Doch wohin führt Kürmann dieser Versuch? Wie wäre sein Leben ohne Antoinette verlaufen? Kann er sein Leben rückblickend optimieren? Oder bleibt er in gewohnten Verhaltensmustern und Verstrickungen hängen?Regie: Bastian Kraft
Bühne: Peter Baur
Kostüme: Karin Rosemann
Musik: Björn SC Deigner
Video: Peter Baur
Dramaturgie: Ulrich Beck
Dauer: 1 Stunde 30 Minuten, keine Pause
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Blue Skies
nach dem Roman von T.C. Boyle
Was wäre, wenn das Ende schon näher ist, als wir es wahrhaben wollen? Und es trotzdem niemand bemerkt?Cat und Todd führen ein angenehmes Leben, sie besitzen ein tolles Strandhaus in Florida, und als Vertreter für einen großen Rumkonzern kommt Todd gut herum und verdient mit Parties, auf denen zu Werbezwecken viel Alkohol getrunken wird, genug Geld, um Cat ein sorgloses Leben auch als wenig erfolgreiche Influencerin zu ermöglichen. Wären da nur nicht der steigende Meeresspiegel und die zunehmend häufiger vorkommenden Sturmfluten, dank denen der Tesla auf der Auffahrt ganz hässliche Rostblüten bekommt. Dass es so nicht weitergehen kann, daran wird Cat regelmäßig von ihrem Bruder Cooper ermahnt, dem als Insektenforscher in Kalifornien spürbar der Forschungsgegenstand verschwindet. An der sich anbahnenden Katastrophe haben schließlich auch zwei Königspythons in Cats Strandhaus ihren Anteil, und die zwangsläufige Apokalypse ist nicht mehr unumstößlich.
Von der Spaltung einer Gesellschaft zwischen naivem Weiterso und apokalyptischer Schockstarre erzählt T.C. Boyle anhand einer Familie, die an Ost- und Westküste Amerikas durch einen Riss geteilt ist. Alexander Eisenach überträgt den Roman auf die Bühne – allerdings und ganz bestimmt ohne lebendige Schlangen.
Regie: Alexander Eisenach
Bühne: Daniel Wollenzin
Video: Oliver Rossol
Licht: Marco Scherle
Dramaturgie: Johann Otten
Dauer: 2 Stunden 5 Minuten, keine Pause
empfohlen ab Klasse 10
Blue Skies bewerten:
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Männerphantasien
auf Grundlage von Klaus Theweleits gleichnamigem Buch mit neuen Texten von Svenja Viola Bungarten, Ivana Sokola und Gerhild Steinbuch
In den 1970er Jahren, als über faschistische Täterschaft in der deutschen Gesellschaft noch weitgehend geschwiegen wurde, legte der Kulturwissenschaftler Klaus Theweleit mit Männerphantasien eine bahnbrechende Analyse der Zusammenhänge von Männlichkeit und Faschismus vor: Basierend auf Freikorps-Literatur der 1920er Jahre, dachte er hellsichtig das destruktive Selbst- und Frauenbild des „soldatischen Mannes“ zusammen und stellte mit dessen Verquickung von Sexualität, Gender und Gewalt die Entstehung des Nationalsozialismus in ein neues Licht.Etwa 45 Jahre nach der Ersterscheinung nimmt sich Regisseurin Theresa Thomasberger Theweleits Werk als Sprechtext für die Bühne vor: Die epochale Untersuchung bildet für Thomasberger und ihr Team die Grundlage für eine Befragung heutiger Ausprägungen von Fascho-Männlichkeit, der Abwertung von Frauen* in der medial geprägten Wirklichkeit bis hin zu aktuellen abgründigen Formen von Kollektivität.
Denn: Während das Ideal vom „starken Mann“ einerseits überholt scheint, bringen Kriege neue Kämpfergestalten hervor; stürmen selbstermächtigte Horden politische Institutionen und befeuern den autoritären Backlash. Auch online wird Gleichberechtigung als Unterdrückung empfunden: So glaubt die Incel-Community – unfreiwillig ohne Sex lebende Männer – sie hätte aufgrund ihres Geschlechts ein Recht auf Frauen und Sexualität; wütende Alpha-Males und frauen*feindliche Pick-Up-Master beschwören unerreichbare Männlichkeitsvorstellungen und verzweifeln zugleich an ihnen. Anstatt diese Ideale zum Problem zu erklären, wird die Angst vor feministischem Widerstand geschürt, der sich heute zeitgleich mit großer Kraft ereignet.
Wie wirken Theweleits Texte heute? Welche Anknüpfungspunkte bieten sie? Um das zu ergründen, wird die Autor:innenschaft am Deutschen Theater um drei zeitgenössische Stimmen erweitert: Die Dramatikerinnen Svenja Viola Bungarten, Ivana Sokola und Gerhild Steinbuch werden in Auseinandersetzung mit Theweleits Werk die Männerphantasien textlich ergänzen und aus heutigen, weiblichen Perspektiven weiterdenken.
Regie: Theresa Thomasberger
Bühne und Kostüme: Mirjam Schaal
Musik: Oskar Mayböck
Licht: Peter Grahn
Dramaturgie: Lilly Busch
Dauer: 1 Stunde 30 Minuten, keine Pause
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Pygmalion
von George Bernard Shaw
in einer Bearbeitung von Bastian KraftEliza Doolittle steht ganz unten in der gesellschaftlichen Rangordnung: Ohne Geld und Bildung, dafür mit aller Schlagfertigkeit des rauen Straßenjargons, kämpft sie sich durch, indem sie Blumen an Passant:innen verkauft. Dann jedoch trifft sie auf den Sprachwissenschaftler Henry Higgins. Eliza sieht in dem Professor ihre Chance auf den gesellschaftlichen Aufstieg und bittet um Sprechunterricht. Nach anfänglichem Zögern lässt sich Higgins darauf ein, vielmehr noch wittert er die Möglichkeit eines Sprach- und Gesellschaftsexperiments. Er und sein Kollege Pickering gehen eine Wette ein: Higgins will mit seiner Expertise Eliza innerhalb weniger Monate in die gehobene Gesellschaft der englischen Upper-Class einführen.
George Bernard Shaw schrieb sein ironisch-satirisches Werk als vermeintliche Romanze ohne Happy End. Pygmalion basiert auf dem gleichnamigen Mythos des Ovid: Ein Bildhauer meißelt sich kurzerhand die perfekte Skulptur und verliebt sich prompt in sie. Shaws Stück wurde viele Jahre später als Liebesgeschichte adaptiert und unter dem Titel My Fair Lady zum weltweiten Broadway- und Kino-Erfolg. Bastian Kraft stellt das Sprachexperiment ins Zentrum seiner Auseinandersetzung. Gemeinsam mit den biografischen Erfahrungen der Schauspieler:innen, findet er einen persönlichen Zugang dazu, wie Sprache und Klasse miteinander verbunden sind. Was ist eigentlich „schlechtes” Sprechen? Können wir alle möglichen sozialen Rollen spielen, sobald wir uns ihre Sprache aneignen? Und wetten wir letztlich nicht jeden Tag mit uns selbst, ob die anderen uns unsere eigene Rolle abkaufen werden?
Regie: Bastian Kraft
Bühne: Peter Baur
Kostüme: Inga Timm
Musik: Björn SC Deigner
Video: Jonas Link
Coaching / Choreografie: Angélique Mimi (Iconic House of Prodigy)
Licht: Thomas Langguth
Dramaturgie: Christopher-Fares Köhler
Dauer: 1 Stunde 45 Minuten, keine Pause
empfohlen ab Klasse 8
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Ismene, Schwester von
von Lot Vekemans
Dreitausend Jahre hat niemand mehr an sie gedacht, war ihr Leben vergessen ebenso wie ihr Tod: Unerlöst befindet sich Ismene in einem Zwischenreich, nach einem Dasein ohne eigenen Inhalt und einem Ableben ohne Erinnerung. Alles an ihr scheint fremdbestimmt – durch die antiken Helden ihrer Familie, den Vater Ödipus, die streitbaren Brüder Eteokles und Polyneikes, besonders aber durch ihre Schwester Antigone, die gegen die Tyrannei ihres Onkels Kreon beispielhaft aufbegehrt, ein heroischer Weg, den Insmene nicht mitgeht. – Jetzt, dreitausend Jahre später, hat die niederländische Autorin Lot Vekemans diese Figur in der Vergessenheit aufgesucht und sie aus dem Schatten treten lassen. Nach einer Ewigkeit des Schweigens stellt sich Ismene ihrer Geschichte.Dass Susanne Wolff nach ihrer fulminanten Darstellung des Kreon in Ödipus Stadt ebenfalls in der Regie von Stephan Kimmig nun ausgerechnet diese Rolle spielt, ist mehr als nur eine Ironie des Theaterschicksals. Kreon ist der Mann, der Ismenes halbe Familie umbringt, ihren Vater Ödipus in die tödliche Verbannung schickt und Antigone zum Tod verurteilt. Nach dem großen Antigone-Drama kommt es in Lot Vekemans Fortschreibung des Mythos jedoch nicht zu einer erbitterten Auseinandersetzung zwischen Kreon und Ismene. Im Gegenteil. Beide leben in stiller Abgeschiedenheit weiter und als Kreon Jahre später schwer erkrankt, pflegt sie ihn geduldig bis zu seinem Tod, und so bilden sie, die Überlebenden des Mythos, im Geiste eine Art postapokalyptisches Paar.
Übersetzung: Eva Pieper
Regie: Stephan Kimmig
Bühne und Kostüme: Anne Ehrlich
Dramaturgie: John von Düffel
Dauer: 1 Stunde, keine Pause
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Baracke
von Rainald Goetz
Aus einer Clique von Jugendlichen aus dem thüringischen Krölpa, die um 1977 geboren sind, geht ein Paar hervor. Bea und Ramin erfahren die Liebe, die wieder vergeht. Später verbindet sich Bea mit einem anderen Mann aus der früheren Jugendclique: Uwe ist Teil jener Bewegung, die in Opposition geht zu der Elterngeneration und sich radikalisiert. Mit Uwe bekommt Bea ein Kind, mit ihm entsteht Familie. Die Fäden der Verwandtschaft reichen bis nach Westdeutschland, wo die Drei im Kreis der Münchner Großfamilie Hochzeit feiern. Später verlässt die Familie die ärmlichen Verhältnisse in Krölpa und zieht in das Dresdner Villenviertel Weißer Hirsch. Doch die Vergangenheit wird zur Gegenwart. Die Familie scheitert. Für den Vater bleibt nur, die letzte Konsequenz zu ziehen.Baracke ist ein Familienstück: über Familie, Gewalt und über Deutschland. Es erzählt den Lebenslauf der Liebe über gut dreißig Jahre, über eine Generation hinweg. Zur Wahrheit der Familie gehört die von Anfang an präsente Gewalt, das Geheimnis, der Horror. Über allem schwebt das Schweigen der Väter, das Aussparen der Wahrheit, die Erstarrung der Mütter – und das Weiterleben in den Körpern der Kinder, von Generation zu Generation.
Als scharfsinniger Chronist führt uns Rainald Goetz' virtuose Gedanken- und Verlinkungsmaschinerie in ein Museum des 21. Jahrhunderts. Analogien stellen sich her zum rechtsterroristischen NSU, jüngere Vergangenheit und Gegenwart verdichten sich zu einem radikalen Jetztexzess. Mit sensiblem Sprachgefühl, Menschenkenntnis und feinsinniger Beobachtungsgabe bringt Goetz das gesellschaftliche Bewusstsein zum Sprechen und zeichnet in stromartigen Gedankenkaskaden Bilder einer ambivalenten Gegenwart. So wird Baracke zu einer Revolte des Sprechens gegen das Schweigen.
Regie: Claudia Bossard
Bühne: Elisabeth Weiß
Kostüme: Andy Besuch
Sound und Video: Annalena Fröhlich
Dramaturgie: Daniel Richter
Dauer: 2 Stunden 25 Minuten, keine Pause
Mit englischen Übertiteln
Inhaltshinweis: Diese Inszenierung enthält Schilderungen und Darstellungen von Gewalt in Gesellschaft und Familie.
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Vater
von Dietrich Brüggemann
Ein junger Mann am Sterbebett seines Vaters. Der Vater ist auf der Schwelle – noch da und schon weg. Man kann noch mit ihm reden, vielleicht hört er es noch, aber er wird nicht mehr antworten. Der junge Mann schaut zurück auf sein eigenes Leben, schaut zugleich in seine eigene Zukunft.Die westliche Kulturgeschichte arbeitet sich seit Anbeginn an der Figur des Vaters ab. Das verwandtschaftliche Verhältnis dient dabei als Projektionsfläche für mal stabilisierende, mal erdrückende Autorität. Doch spätestens seit der Durchsetzung vergeschlechtlichter Arbeitsteilung in der frühen Industriegesellschaft sind die viel beschäftigten Väter vor allem eins: abwesend – ob auf Arbeit, im Krieg oder auf hoher See.
Was aber bedeutet die drohende, sehr konkrete Abwesenheit im Moment des Sterbens für die Biografie der Nachkommen? Welche Fragen hätte man noch stellen wollen? Welche Antworten gehen mit dem Tod des Vaters für immer verloren? Und wie viele Geheimnisse nimmt der Mann, der einen großgezogen hat und der nun als Greis da im Bett liegt, eigentlich mit ins Grab?
Nach seinen filmischen Arbeiten, die mit schonungslosem Blick deutsche Zustände beschreiben und mit zahlreichen Preisen – darunter der Silberne Bär für Kreuzweg – prämiert wurden, arbeitet Dietrich Brüggemann mit Vater das erste Mal für das Theater.
Regie: Dietrich Brüggemann
Bühne / Kostüme: Janja Valjarević
Dramaturgie: Joshua Wicke
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Nora oder Wie man das Herrenhaus kompostiert
von Sivan Ben Yishai
In einer Übersetzung von Gerhild SteinbuchHenrik Ibsen verfasste "Nora oder Ein Puppenheim" im Jahr 1879 als Emanzipationsgeschichte der titelgebenden Protagonistin, die sich entscheidet, ihren Mann und ihre Kinder zu verlassen, um sich aus ihrer unglücklichen Lebenssituation zu befreien. Das Werk wurde unzählige Male verhandelt, neu geschrieben und überschrieben.
"Nora oder Wie man das Herrenhaus kompostiert" jedoch ist nicht bloß eine weitere Überschreibung des modernen Klassikers. Zum ersten Mal steht nicht Nora im Fokus, sondern die Geschichte des Hauses – und die seiner Bewohner:innen: von Helene, dem Hausmädchen, des Paketboten, der auf diesen einen Auftritt wartet, und von Anne-Marie, dem Kindermädchen, das sein eigenes Leben aufgab, um für Nora zu arbeiten und deren Kinder groß zu ziehen. Sie alle besetzen dieses Haus und die Räume dieser Erzählungen.
Sivan Ben Yishai, preisgekrönte Autorin und eine der spannendsten Stimmen des zeitgenössischen Theaters, rückt die unsichtbaren Protagonist:innen des Ibsen-Klassikers in den Fokus. Sie nimmt das Herrinnenhaus der Nora Helmer auseinander, untersucht das zerfallende Konstrukt und hinterfragt Grundlegendes: Ist es möglich, die sich immer wiederholenden Narrative zu Grabe zu tragen? Kann man seiner Lebensgeschichte entkommen? Und neue Erzählungen pflanzen?
Regie: Anica Tomić
Bühne: Mila Mazić
Kostüme: Drina Krlić
Musik: Nenad Kovačić
Choreografie: Lada Petrovski Ternovšek
Licht: Thomas Langguth
Dramaturgie: Christopher-Fares Köhler, Jelena Kovačić
Dauer: 1 Stunde 30 Minuten, keine Pause
empfohlen ab Klasse 10
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Sophie Rois fährt gegen die Wand im Deutschen Theater
nach dem Roman "Die Wand" von Marlen Haushofer
Bühnenfassung von Clemens Maria Schönborn"Ich kann mir erlauben, die Wahrheit zu schreiben; alle, denen zuliebe ich mein Leben lang gelogen habe, sind tot."
Die Katastrophe kommt, weil wir sie träumen. Und wir träumen sie, weil wir sie fürchten und uns nach ihr sehnen. Wenn die Katastrophe eintritt, hören die peinigenden Phantasien auf. "Dass man weder empfinden noch denken darf, sondern handeln muss, ist die beste Therapie, wenn der Mensch an den Produkten des eigenen Vorstellungsvermögens irre wird." (Wolfgang Pohrt)
Regie / Bühne: Clemens Maria Schönborn
Kostüme: Tabea Braun
Musik: Max Knoth
Licht: Cornelia Gloth
Dramaturgie: Bernd Isele
Dauer: 1 Stunde 5 Minuten, keine Pause
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Die Katze auf dem heißen Blechdach
von Tennessee Williams
Deutsch von Jörn van Dyck, Fassung des Deutschen Theaters Berlin 2023Viele Menschen verbinden mit der Katze auf dem heißen Blechdach den Film aus dem Jahr 1958 – mit Elizabeth Taylor und Paul Newman in den Rollen von Maggie und Brick, ein Kassenschlager der 50er Jahre und ein Filmklassiker bis heute. Mit dem allerdings der Autor Tennessee Williams nicht zufrieden war, denn er fand das auf seinem Theaterstück basierende Drehbuch verharmlosend. Dennoch werden Filmfans die Geschichte wiedererkennen: Die Pollitts kommen zu Ehren ihres Vaters und Großvaters, genannt Big Daddy, zusammen. Er ist das vermögende, autoritäre Zentrum der Familie, und der Geburtstag des Silberrückens muss gefeiert werden. Der ältere Sohn Gooper, erfolgreicher Anwalt, reist mit seiner Frau Mae und großer Enkelkinderschar an. Vom jüngeren Sohn Brick und seiner Frau Maggie hingegen gibt es bisher keinen Nachwuchs, was eines der bestimmenden Themen des Festes wird. Während Maggie danach strebt, den eigenen Kinderwunsch mit einem Leben als aufgeklärte Frau und modernes Paar zu vereinen, kämpft Brick mit Depressionen, ausgelöst durch das Ende seiner Sportlerkarriere und den Tod seines Jugendfreundes Skipper. Er ertränkt sie in Alkohol, was den Vorwurf von Versagen und Impotenz nach sich zieht, zudem Mutmaßungen über eine homoerotische Beziehung zu Skipper.
Mitten in diese aufgeladene Stimmung platzt die Nachricht, dass Big Daddy unheilbar und bereits im Endstadium an Krebs erkrankt ist: Die Party wird zum Totentanz. Draußen zieht ein Sturm auf und pfercht die Familienmitglieder zusammen. Drinnen werden die Stürme zu Orkanen: Die Konflikte eskalieren. Im Beisein von Doktor Baugh und Reverend Tooker, versucht Mutter Pollitt den Laden zusammenzuhalten – wütend über den Streit ums Erbe und die vermeintliche Habgier von Gooper und Mae, verzweifelt über Bricks Alkoholsucht und Maggies Kinderlosigkeit, sowie in Trauer über den bevorstehenden Verlust ihres Partners und des gemeinsamen Konstruktes.
Tennessee Williams‘ Text von 1955 ist in seinem Geflecht aus Lieben, Lügen, Leiden ein neuzeitlicher Klassiker. Im Mikrokosmos Familie stellt er unterschiedlichste Lebensmodelle zur Diskussion, lässt individuelle Bedürfnisse, Nöte und Sehnsüchte aufeinanderprallen, erzählt von Abhängigkeiten und Dynamiken. Seine Figuren sind allesamt Opfer und Täter zugleich: nahbar in ihrer Suche nach Schutz, Verständnis und Wärme, aber ebenso brutal in ihrem Trieb nach Bestätigung, Profilierung und Vorteil. Nervöse Katzen auf einem heißen Blechdach, die den Entschluss zum Absprung so lange hinauszögern, bis die Hitze unerträglich wird. Hier schenkt sich niemand nichts – was einer gewissen Komik nicht entbehrt.
Regie: Anne Lenk
Bühne: Judith Oswald
Kostüme: Sibylle Wallum
Musik: Ingo Schröder
Licht: Cornelia Gloth
Dramaturgie: David Heiligers
Dauer: 2 Stunden, keine Pause
empfohlen ab Klasse 9
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Forever Yin Forever Young
Die Welt des Funny van Dannen
In den Songs und Texten von Funny van Dannen sind Sinn und Unsinn, das Politische und das Private, das Kritische und das Alltägliche bis zur Ununterscheidbarkeit miteinander verwoben. Daher rühren ihre Tiefe und ihre Nahbarkeit. Oft handeln sie, mit den Worten der Frankfurter Rundschau, „von Leuten, die aufs falsche Pferd gesetzt haben und sich anschließend fragen, ob das überhaupt ein Pferd war“. Kaum jemand ist in der Lage, deutsche Befindlichkeiten so fein zu sezieren wie der Maler, Schriftsteller und Musiker Funny van Dannen. Grund genug für Tom Kühnel und Jürgen Kuttner, aus seinem Schaffen eine musikalische Revue herauszuarbeiten, die aus dem Wahnsinn unserer Zeit etwas Vernünftiges zaubert: „Lass uns in den Park gehen / und den Hang hinunterrollen / oder hast du eine bessere Idee / wie wir dem Wahnsinn unserer Zeit begegnen sollen.“Regie: Tom Kühnel, Jürgen Kuttner
Bühne und Video: Jo Schramm
Kostüme: Daniela Selig
Musik: Matthias Trippner
Dramaturgie: Claus Caesar
Dauer: 2 Stunden 30 Minuten, eine Pause
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Fighten
Eine Stückentwicklung von Katharina Bill und DT Jung
Die Regisseurin und Aktivistin Katharina Bill inszenierte in der Box bereits die erfolgreiche Stückentwicklung Im Spiegelsaal und widmet sich in ihrer neuen Produktion gemeinsam mit Performer:innen dem Thema Gewalt. Gemeinsam erkunden sie sowohl gespielte als auch reale Gewalt, sowie deren mediale Darstellung. Aus einer feministischen Perspektive beleuchten sie, wie patriarchale Gewalt in Kampf-Stereotypen zum Ausdruck kommt und untersuchen die Faszination des Fightens – sei es im Boxring, beim Gaming, im Theater oder in den realen Kämpfen, die in unserer Gesellschaft stattfinden. In Fighten treten neun Kämpfer:innen unterschiedlichen Alters, mit verschiedenen Körpern und Biografien gemeinsam in den Ring und rüsten sich für die Verteidigung ihrer individuellen Überzeugungen. Sie ringen, duellieren und verteidigen sich, kicken, boxen und batteln. Sie gehen bis an ihre Grenzen, fallen, stehen wieder auf, geben auf und kämpfen weiter.Regie: Katharina Bill
Bühne und Kostüme: Tatjana Kautsch
Musik: Jakob Jokisch
Choreografie: Thanos Papadogiannis
Dramaturgie: Christopher-Fares Köhler
Theaterpädagogik: Timo Staaks
Regieassistenz: Marlene Engberding
Regiehospitanz: Anna Davydova
Dramaturgiehospitanz: Sophie Borgmeyer
Ausstattungsassistenz: Ana Marie Hintze
empfohlen ab Klasse 9
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Sonne und Beton
nach dem Roman von Felix Lobrecht
Ein Sommer zwischen Plattenbauten. Hitze, Langeweile, Gewalt. Zu wenig Geld, zu wenig Platz in der Familie. Und ab und zu auch Schule. Der 16-jährige Lukas wird in einen Konflikt zwischen Dealergruppen verstrickt. Gibt der Klügere nach? Oder tritt der Klügere nach? Beides scheinen schlechte Optionen. Ein neuer Mitschüler aus Marzahn-Hellersdorf hat eine geniale Idee und in einem schwindelerregenden Moment beschließen Lukas und seine Freunde, die nagelneuen Computer zu stehlen, die der Senat seiner „Problemschule“ gestiftet hat – ohne dass die Jungs zu Ende denken, wie man sie eigentlich unauffällig zu Geld machen könnte. Ein rasanter Wettlauf gegen alle Wahrscheinlichkeiten beginnt.Autor Felix Lobrecht ist Comedian und Host eines der erfolgreichsten deutschen Podcasts: Gemischtes Hack. Sein autobiografisch inspirierter Kult-Roman erzählt im Neuköllner Slang zugleich humorvoll, drastisch und berührend vom Aufwachsen in Berlin-Gropiusstadt. DT Jung* bringt Sonne und Beton in einer mobilen Uraufführung von Karsten Dahlem nach ganz Berlin: in die Klassenzimmer der verschiedensten Bezirke, genauso aber auch ins Jugendzentrum, in den Nachbarschaftsgarten oder die Vereinskantine. Wir packen die Inhalte und Figuren ein und bringen das Theater in alle Ecken dieser Stadt. Abgerundet wird die Aufführung mit einem anschließenden Nachgespräch vor Ort.
Regie: Karsten Dahlem
Ausstattung Justina Jaszczuk
Musik: Hajo Wiesemann
Dramaturgie: Lilly Busch
Assistenz, Theaterpädagogik: Caroline Ader
Künstlerische Vermittlung: Viola Novak
empfohlen ab Klasse 8
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Sonne und Beton kommt zu Ihnen!
Sie möchten diese Produktion von DT Jung* mit Ihrer Klasse, im Jugendclub, Stadtteilzentrum oder Nachbarschaftsgarten erleben? Theater Mobil bringt das Theater direkt zu Ihnen in die Schule und an andere Orte.
Dauer: 90 Minuten, inklusive Nachgespräch
Kosten: 6 Euro pro Schüler:in
Sollten Einzelne sich den Preis nicht leisten können, unterstützen die DT Freunde den Besuch!
Bitte beachten Sie: Die mobilen Aufführungen im Oktober sind bereits alle vergeben.
Über weitere Termine informieren wir Sie hier sowie im monatlichen DT Jung* Newsletter. Jetzt anmelden und als Erste:r von neuen Vorstellungsterminen erfahren.
empfohlen ab Klasse 8
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Jugend ohne Gott
nach dem Roman von Ödön Horváth
„Was für eine Generation wird das sein? Eine harte oder nur eine rohe?”In einer Welt, die von totalitärer Ideologie und moralischer Kälte geprägt ist, erzählt Ödön von Horváths Roman Jugend ohne Gott (1937) eine beklemmende Geschichte über Schuld, Verantwortung und den Verlust von Werten. Ein Lehrer gerät in einen Konflikt zwischen seiner eigenen moralischen Haltung und den gesellschaftlichen Erwartungen seiner Zeit. Als er sich weigert, die rassistischen und menschenverachtenden Ansichten seiner Schüler zu akzeptieren, wird er zunehmend isoliert. Während eines Zeltlagers, das der militärischen Erziehung der Jugendlichen dient, spitzen sich die Ereignisse zu: Ein Mord geschieht, und der Lehrer wird ungewollt zum Mitwisser in einem Netz aus Verrat, Misstrauen und Schuld. In seiner Suche nach Wahrheit und moralischem Handeln wird er mit der Frage konfrontiert, wie man sich in einer Welt voller Unmenschlichkeit behaupten kann – und was es bedeutet, Verantwortung für die eigene Mitwirkung an einem Unrecht zu übernehmen.
Jugend ohne Gott ist eine zeitlose Parabel über die Manipulierbarkeit von Menschen und die Notwendigkeit von Zivilcourage. Horváths Werk bleibt erschreckend aktuell und stellt uns vor die drängende Frage: Was passiert, wenn Gesellschaften ihre Werte aufgeben und moralisches Handeln zum Risiko wird?
Regie: Emel Aydoğdu
Bühne: Eva Lochner
Kostüme: Louise-Fee Nitschke
Video: Tama Ruß
Licht: Marco Scherle
Dramaturgie: Jasmin Maghames, Karla Mäder
empfohlen ab Klasse 9
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Hinkemann
von Ernst Toller
Der ehemalige Soldat Eugen Hinkemann kehrt versehrt aus dem Krieg zurück: Eine Kriegsverletzung hat ihn sein Genital gekostet, und damit auch sein Selbstwertgefühl und seine Stellung in der Gesellschaft. Er kämpft nicht nur mit der Ablehnung seiner Umwelt, sondern auch mit der Verzweiflung seiner Ehe und der eigenen inneren Leere. Als er sich schließlich als Attraktion auf einem Jahrmarkt verdingen muss, wo er rohes Fleisch mit den Zähnen zerreißt, wird sein persönliches Schicksal zur bitteren Anklage gegen eine Gesellschaft, die ihre Helden verrät und ihre Menschlichkeit verliert.Stärke und Tapferkeit, Rationalität und Disziplin, Arbeit und Karriere. Diese klassischen männlichen Attribute galten lange als das Bild eines Mannes. In der Versorgerrolle der Familie und geprägt von Patriotismus und Ehrenhaftigkeit war für den Mann im traditionellen Rollenverständnis wenig Raum für Sensibilität oder Schwäche. Im Nachgang des Ersten Weltkriegs gerieten alte Geschlechterrollen ins Wanken; Frauen hatten in der Kriegszeit verstärkt Erwerbsarbeit übernommen und der Verlust körperlicher Funktionen, wie bei Kriegsverletzungen, bedeuteten häufig auch den Verlust männlicher Identität. Ernst Toller schrieb mit seiner Tragödie über eine Zeit, in der die Kontraste zwischen traditionellem Rollenverständnis und neuen sozialen Herausforderungen zu einem Übergangszeitraum führten, in dem die Definition von Männlichkeit langsam begann, sich zu verändern – ein Prozess, der Jahrzehnte andauern sollte.
Regie: Anne Lenk
Bühne: Judith Oswald
Kostüm: Daniela Selig
Musik: Johannes Hofmann
Video: Jonas Link
Licht: Cornelia Gloth
Dramaturgie: Jasmin Maghames
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Die Insel der Perversen
Ein deutsches Singspiel von Rosa von Praunheim
Wenn sie dieses Stück sehen, sollen sie sich gewiss sein, dass es nach dem unnatürlichen Tode des Autors Rosa von Praunheim geschrieben wurde, es ist sozusagen ein Kunstwerk post mortem und es ist nicht das einzige: Nach seiner Beerdigung am 16. Oktober 2023, zu der übrigens niemand erschien, hat Rosa noch bedeutende Filme gedreht, nämlich 30 Jahre an der Peitsche und Die Satanische Sau .Ursprünglich war Insel der Perversen ein Musical über Putin, aber den Dramaturgen des DT war die Bösartigkeit von Putin nicht unterhaltsam genug, weshalb Rosa die Diven des neuen Deutschlands, Sahrah und Alice, zu den Protagonistinnen erkoren hat.
Da Zeitenwende das Wort des Jahres ist, erinnern wir uns daran, dass die Zeiten des fröhlich liberalen Denkens vorbei sind, Demokratie eine neue Bedeutung bekommt und das freizügige Kulturschaffen in naher Zukunft hart bestraft wird, nämlich mit der Verschleppung auf die Insel der Perversen.
Rosa ist heilfroh, dass er das nicht mehr lebend erleben muss, und dass er von unten draufschauen kann mit absurdem Humor, der die Wirklichkeit der Zuschauer im DT bald ablösen wird.
Rosa von Praunheim
Rosa von Praunheim ist Filmemacher, Produzent, Schreiber und Dichter, begnadeter Maler, Aktivist und einer der großen Wegbereiter der Schwulen-Bewegung in Deutschland und weltweit. Filme, Interviews, Ausstellungen, Buchprojekte: Rosa arbeitet immer und an vielem gleichzeitig. Er bleibt ein unruhiger Geist, der unsere Gegenwart mit Polemik und Neugier, Schärfe und Witz analysiert, dauerbedichtet und dauerbesingt.
Dass Rosa seit einigen Jahren auch Theaterstücke schreibt und inszeniert, hat viel mit dem Deutschen Theater zu tun: Jeder Idiot hat eine Oma, nur ich nicht war sein erstes Stück – ein Theaterabend über sich selbst, geschrieben und uraufgeführt 2018 aus Anlass seines 75. Geburtstags. Auch sein zweites Theaterstück, Hitlers Ziege und die Hämorrhoiden des Königs , kam in den Kammerspielen zur Uraufführung. Mit Die Insel der Perversen vollendet Rosa nun seine DT-Trilogie: Rosa und wichtige Mitverschworene aus den beiden Vorgänger-Abenden erfinden, schreiben, komponieren, singen, tanzen fürs DT Ein deutsches Singspiel . Anders als bei den Vorgängerabenden geht der Blick dabei in die nahe Zukunft: Was wäre wenn …? Wird alles düster oder bleibt alles rosa …?
Regie: Heiner Bomhard
Komposition: Heiner Bomhard
Bühne: Arite Löcher
Kostüme: Carlotta Weiß
Dramaturgie: Johann Otten, Bernd Isele
Dauer: 1 Stunde 30 Minuten, keine Pause
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Der Menschenfeind
von Molière
aus dem Französischen von Jürgen Gosch und Wolfgang Wiens
Alceste liebt Célimène, doch die umworbene junge Witwe hält ihn hin. Ungeduldig begibt er sich in ihr Haus, um von ihr ein klares Bekenntnis zu hören. Dort trifft er auf Freunde und Konkurrenten, auf ihm gewogene Frauen, auf eine Gesellschaft, die bei Hof ein- und ausgeht und deren formvollendete Umgangsformen er als verlogen und geheuchelt ablehnt. Alceste ist allen bekannt: ein anstrengender Charakter, klug, witzig, wohlhabend und voller Hass auf eine Welt, zu der er gehört, wie sie zu ihm. Er schlägt um sich, verletzt mit Worten, predigt unbedingte Wahrheit, Kompromisslosigkeit und Weltflucht.Vermutlich ist Der Menschenfeind Molières am meisten autobiographisch geprägtes Stück. Am Hof Ludwigs XIV. angekommen, klarsichtig und verführbar und einer um 21 Jahre jüngeren Frau erlegen, wusste Molière, dass nichts komischer ist als der Mensch im Strudel seiner Schwächen. Der berühmte Komödienautor durchschaute die Mechanismen des Hofes und dessen Macht-Hierarchie. Auf der anderen Seite wusste er um den natürlichen Egoismus des Menschen und sah das Erfordernis eines gesellschaftlichen Vertrages. Doch wie sähe ein solcher optimalerweise aus?
Ausgezeichnet mit dem Friedrich-Luft-Preis 2020
Eingeladen zum Berliner Theatertreffen 2020
Eingeladen zum Hamburger Theater Festival 2020
Regie: Anne Lenk
Bühne: Florian Lösche
Kostüme: Sibylle Wallum
Musik: Camill Jammal
Video: Jens Kuffel
Licht: Matthias Vogel
Dramaturgie: Sonja Anders
Dauer: 1 Stunde 35 Minuten, keine Pause
Altersempfehlung: ab Klasse 9
Mit englischen Untertiteln
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Ursonate [Wir spielen, bis uns der Tod abholt]
Eine dadaistische Sprechoper von Kurt Schwitters
Eigenwillig und bizarr, anarchistisch und sinnentleert: Collagen-Kunst aus Müll, verwinkelte Grotten, ein Alphabet von hinten, eine wuchernde Privatwohnung ohne Außenwelt, Nonsens-Gedichte. Aberwitz und ad absurdum geführte Konventionen bis zur absoluten Sinnenlosigkeit wurden zum Markenzeichen des hannoverschen Dada-Künstlers, Dichters, Komponisten und Werbegrafikers Kurt Schwitters.Dabei war seine Kunst geprägt von den Nachbeben des Ersten Weltkriegs, in dem sich eine ungeahnte Zerstörungswut entfesselte. Der Krieg hatte sich vom Schlachtfeld in die Köpfe verlagert. Mit dem Krieg zerfiel die vertraute Welt in ihre Bruchstücke, alle geltenden Sinnzusammenhänge verloren an Bedeutung. Ein tief verwurzeltes Gefühl der Orientierungslosigkeit machte sich breit.
Kunst diente Schwitters als Gegenwelt zur bestehenden bürgerlichen Gesellschaft, als skurriler Anti-Kosmos jenseits etablierter Logiken: Merz-Kunst, wie er seine eigene Kunst bezeichnete. Eine Silbe, die er aus dem Wort der damaligen Kom merz - und Privatbank herausgeschnitten hatte. Merz bedeutete für ihn die Überwindung der Gegensätze von Welt und Kunst, Sinn und Unsinn sowie den Grenzen zwischen den Künste
Schwitters arbeitete akribisch über neun Jahre (1923 – 1932) an seinem Lautgedicht Ursonate, während um ihn herum die Krisen der modernen Welt tobten. Zwar folgte er in der Struktur einer klassischen, viersätzigen Sonate, in die er aber sein verwildertes Sprachmaterial einsortierte und sie umformte zu einer Anti-Sonate – einer spielerischen Dekonstruktion der bildungsbürgerlichen Kunst. So befreite Schwitters die ideologisch vereinnahmte Sprache, indem er sie auf ihre Urlaute reduzierte, um alle semantischen Bezüge aufzulösen und durch die Atomisierung der Sprache neue Bedeutung schaffen zu können. Und auch diese absurde Lautpoesie mit Brüllen, Zischen, Krähen war für ihn Revolte und Beginn von etwas Neuem. Vive la crise! Oder mit den Worten des Bürgerschrecks: Fümms bö wö tää zää Uu.
Regie: Claudia Bauer
Komposition: Peer Baierlein
Bühne: Patricia Talacko
Kostüme: Vanessa Rust
Video: Jan Voges
Dramaturgie: Daniel Richter
Licht: Cornelia Gloth
Maske: Andreas Müller
Dauer: 1 Stunde 45 Minuten, keine Pause
empfohlen ab Klasse 9
Ursonate [Wir spielen, bis uns der Tod abholt] bewerten:
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Angabe der Person
von Elfriede Jelinek
Angabe der Person. Das klingt wie schönstes Behördendeutsch. Und in der Tat: Der deutsche Fiskus geistert durch Elfriede Jelineks neues Stück. Die Steuerfahndung geht um, private Räumlichkeiten werden durchsucht, Papiere beschlagnahmt. Auf diesen Papieren: alles, was sich so ansammelt in einem langen Leben. Geschichten von Lebenden, Geschichten von Toten, mehr von Toten mittlerweile. Denn aus dem Text spricht eine Stimme, die sich als die letzte fühlt: "Nach mir ist es unwiderruflich aus mit den Jelineks! Alle weg, alle futsch, außer mir." So nimmt die Autorin "die letzten Meter" zum Anlass, auf die eigene "Lebenslaufbahn" zu schauen, auf die „Untaten“ der eigenen Vergangenheit, auf die "Untoten" ihrer Biografie. Sie erzählt von ihren Eltern und Großeltern, vom jüdischen Teil ihrer Familie, von Verwandten, die vertrieben und ermordet wurden, von Flucht und Verfolgung, von der Entschädigung der Täter, von alten und neuen Nazis, früher und heute. Sie schreibt als beschuldigte Klägerin, als Opfer und als Anwältin. Über sich. Über Deutschland. Mal in sich überschlagenden Kaskaden aus Wut und Wort. Mal als Erinnerung an die Vergessenen und als Trauerlied von seltener Klarheit. Jossi Wieler, den seit dreißig Jahren eine enge Zusammenarbeit mit Elfriede Jelinek verbindet, bringt mit Angabe der Person einen ihrer bisher persönlichsten Theatertexte zur Uraufführung.Regie: Jossi Wieler
Bühne und Kostüme: Anja Rabes
Komposition und Musik: PC Nackt
Licht: Matthias Vogel
Dramaturgie: Bernd Isele
Dauer: 2 Stunden 25 Minuten, ohne Pause
Mit englischen Übertiteln
Angabe der Person bewerten:
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P*RN
Konzept und Regie von Sofie Boiten, Lorenz Nolting
Im Grunde könnte es so einfach sein: Menschen unter 18 Jahren kennen keine Pornografie. Schließlich ist sie Minderjährigen verboten und jede Internetseite mit pornografischem Inhalt ist versperrt von einem Banner, hinter das nur kommt, wer seine Volljährigkeit bestätigt. Wie kann es also sein, dass fünfzehnjährige Jungs in Freibädern damit angeben, wie gut sie sich mit Pornos auskennen? Weil ein Banner zur Selbstauskunft über das eigene Alter natürlich keine unüberwindbare Hürde ist – und weil Pornografie online in einem nie zuvor dagewesenen Maße verfügbar ist. Allein das Anschauen aller Filme, die nur im Jahr 2019 auf die größte Porno-Plattform hochgeladen wurden, würde 169 Jahre dauern. Doch das Internet zu verteufeln und auf eine analoge Revolution zurück zu streng kontrollierten Videotheken zu hoffen, scheint ausweglos. Und pädagogisch nicht sinnvoll – steckt doch in der Pornografie auch ein aufklärerisches und emanzipatorisches Potenzial, wenn sie zum Anlass führt, zu reflektieren, worum es eigentlich geht: um die Entstehung von Lust, die Wahrnehmung des eigenen Körpers und die Sehnsucht nach Zärtlichkeit.Zusammen mit sechs Jugendlichen entwickeln Sofie Boiten und Lorenz Nolting ein Stück über Pornografie, eine Sprache über die Sprachlosigkeit und einen Umgang mit all den Tabus, die lange vor der Altersabfrage auf einer Internetplattform beginnen. Das DT hat ein Schutzkonzept für die Teilnehmenden erarbeitet, in der Inszenierung wird auf die Darstellung pornografischer Inhalte verzichtet.
Regie: Sofie Boiten, Lorenz Nolting
Ausstattung: Bettina Kirmair
Licht: Heiko Thomas Noor Boiten
Dramaturgie: Johann Otten
Theaterpädagogik: Timo Staaks
empfohlen ab Klasse 10
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Liebe, einfach außerirdisch
von René Pollesch
Unsere Mission wird beendet??? Nein, Wir müssen ZURÜCK??? NEIN!!!!!!! Ich kann nicht glauben, dass man uns abberuft. Glaubst du, ich werde sie nicht vermissen, die Leute, die ich hier liebgewonnen habe? Die Art, wie die Menschen ihren Blick abwenden, wenn ich auf sie zugehe? Oder die da oben im zweiten Rang, die mich sowieso nicht sehen?Regie: René Pollesch
Bühne: Barbara Steiner
Kostüme: Tabea Braun
Video: Roman Kuskowski
Dramaturgie: Bernd Isele
Licht: Matthias Vogel
Dauer: 1 Stunde 25 Minuten, keine Pause
Liebe, einfach außerirdisch bewerten:
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Gier
von Sarah Kane
„Wenn Liebe käme…”Ist das immer noch die große Hoffnung? Romantik ist zum Konsumgut geworden, gelingende Beziehungen sind mühevoll, immer mehr Menschen suchen nach alternativen Beziehungsmodellen. Und dennoch: Die Liebe hat unsere Gesellschaft im Griff. Wer wäre nicht gerne aufgehoben, in den Armen einer:s Anderen? Gier , das theatrale Langgedicht der britische Dramatikerin Sarah Kane, spiegelt uns dieses Begehren. Das Stück exponiert die Innenwelt verzweifelter, hoch romantischer Liebender. Die Stimmen von Gier , sie suchen nach Nähe, sie wollen sich einander zumuten. Und doch bleibt ihr Wunsch nach Geborgenheit unerfüllt. Wie diesen Stimmen begegnen?
Regisseur Christopher Rüping überführt Kanes Text in eine theatrale Versuchsanordnung: Während Maja Beckmann, Benjamin Lillie, Sasha Melroch und Steven Sowah den Text sprechen, beobachten wir eine fünfte Schauspielerin – Wiebke Mollenhauer – dabei, wie sie auf den Text reagiert. Was dann geschieht? Vielleicht können wir uns wieder mit den drastischen Schilderungen von Gewalt verbinden, für die Sarah Kane in den 1990er-Jahren berühmt wurde. Möglicherweise sehen wir uns selbst, eine Gesellschaft in Therapie, deren Gier nach Anerkennung und Bestätigung unstillbar scheint. Oder gelingt es dem Abend, die hungrigen Stimmen im Kopf für einen Moment in der Schwebe zu halten?
Die am Schauspielhaus Zürich entstandene Inszenierung von Christopher Rüping wurde vielfach ausgezeichnet; Wiebke Mollenhauer wurde für ihre darstellerische Leistung zur Schauspielerin des Jahres gewählt. Ab Februar ist der Theaterabend am Deutschen Theater zu sehen.
Übernahme vom Schauspielhaus Zürich
Inszenierung: Christopher Rüping
Bühnenbild: Jonathan Mertz
Kostüm: Lene Schwind
Musik: Christoph Hart
Video: Emma Lou Herrmann
Licht: Robert Grauel
Dramaturgie: Moritz Frischkorn
Dauer: 1 Stunde 45 Minuten, keine Pause
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Tagebuch eines Wahnsinnigen
von Nikolai Gogol
aus dem Russischen von Kai BorowskyPoprischtschin ist ein kleiner Beamter im Staatsdienst. Jeden Tag müht er sich in seinem grauen Alltag ab, ist unglücklich in seinem Beruf und auch noch hoffnungslos in die Tochter seines höchsten Chefs verliebt. Er träumt vom sozialen Aufstieg und zieht sich mehr und mehr aus der ihn demütigenden Realität zurück, um sich schließlich komplett in eine Scheinwelt zu flüchten.
Nikolai Gogol beschreibt in Aufzeichnungen eines Wahnsinnigen die Situation eines Mannes, der keine Chance mehr hat auf Karriere und Aufstieg in der Gesellschaft, sich aber weigert, dies zu akzeptieren. Stattdessen versucht er, seinen Minderwertigkeitskomplex durch ein bis zum Größenwahn gesteigertes Omnipotenzgefühl zu bewältigen. Samuel Finzi spielt den Wahnsinnigen, der mit 42 Jahren eine neue Karriere startet.
Regie: Hanna Rudolph
Bühne: Mareile Krettek
Kostüme: Geraldine Arnold
Musik: Jacob Suske
Dauer: 1 Stunde 15 Minuten, keine Pause
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Prima Facie
von Suzie Miller
Aus dem Englischen von Anne RabeTrotz Bestnoten, Einser-Abi und ausgezeichnetem Bachelor-Abschluss: Zwei Drittel aller Studierenden der Top Law School werden ihr Studium nicht abschließen. Von denen, die es schaffen, wird nur die Hälfte als Jurist:in arbeiten. Und nur fünf davon als Anwält:in. Aber Tessa hat es geschafft. Aus dem Arbeiterkind, das sich seinen Platz hart erkämpft, wird eine erfolgreiche Strafverteidigerin, die mit Stolz ihre Rosshaarperücke trägt. Wie alle Strafrechtsanwälte glaubt Tessa an das Gesetz, an das System und an die Unschuldsvermutung, die für sie keine Floskel ist, sondern das Fundament einer zivilisierten Gesellschaft. Deshalb verteidigt auch sie die Angeklagten, sucht nach Lücken in der Anklage und prüft akribisch die Aussagen von Opfern und Zeugen. Und Tessa ist eine der Besten in ihrem Job.
Ob Drogenprozesse, Korruptionsvorwürfe oder sexuelle Übergriffe: Tessa geht es um die juristische Wahrheit und den Beweis, mithilfe dessen ihre Angeklagten vor dem Gesetz für „unschuldig“ erklärt werden. Im Kreuzverhör spielen Sympathien keine Rolle, jede und jeder muss sich den scharfen Fragen der Anwältin stellen, auch Opfer vermeintlicher sexueller Übergriffe, deren Aussagen vor Gericht analysiert und auseinandergenommen werden. Bis zu dem Tag, an dem etwas passiert, was Tessa nie für möglich gehalten hätte: Ihr Kollege, mit dem sie eine Affäre hat, wird nach einem Date sexuell übergriffig. Während ihr Leben vor ihren Augen zusammenbricht, wird Tessa von der Strafverteidigerin zur Anklägerin und erlebt die Vorgänge im Gerichtssaal von der anderen Seite.
"Prima facie" ist ein juristischer Terminus, der auf Deutsch Anscheinsbeweis heißt und so viel bedeutet wie "bis auf Widerruf" oder "solange sich keine neuen Evidenzen einstellen". Kann das System, an das Tessa so sehr geglaubt hat, sie schützen – oder lässt es sie am Ende im Stich?
Der preisgekrönte Monolog der australischen Autorin Suzie Miller wurde 2019 in Sidney uraufgeführt und hat bereits erfolgreich im Londoner Westend und jüngst am Broadway Premiere gefeiert.
Regie: András Dömötör
Bühne und Kostüme: Moïra Gilliéron
Musik: Tamás Matkó
Dramaturgie: Jasmin Maghames
Dauer: 1 Stunde 50 Minuten, keine Pause
Wir weisen darauf hin, dass dieses Theaterstück auch sexualisierte Gewalt, Vergewaltigung und Traumabewältigung thematisiert.
In diesem Stück kommen Stroboskop-Effekte zum Einsatz.
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Das Dinner
nach dem Roman "Angerichtet" von Herman Koch
Was würden Sie tun, wenn Sie kurz davor sind, Premierminister des Landes zu werden und plötzlich von einem Verbrechen erfahren, welches Ihr halbwüchsiger Sohn zusammen mit seinem Cousin verübt hat? Für das es keine Zeugen zu geben scheint und das schon wieder aus dem Kurzzeitgedächtnis des Landes zu verschwinden beginnt?Zwei Elternpaare treffen sich in einem Nobelrestaurant zum Essen und tasten sich vorsichtig zwischen Aperitif, Vorspeise und zahlreichen weiteren Gängen voran. Denn jede:r einzelne in diesem Familienquartett weiß mehr als zunächst gedacht und bewertet die Situation anders. War es kindliche Naivität, jugendliches Austesten von Grenzen oder ein kaltes Verbrechen, was ihre Söhne da begangen haben? Müssen sie ihre Kinder anzeigen, damit die Jugendlichen zur Verantwortung gezogen werden können? Oder sollte man das Ganze lieber vertuschen, um ihren Söhnen die Zukunft nicht zu ruinieren? Schließlich war es doch nur eine verwahrloste Obdachlose, die zu Tode kam und die wirklich niemand vermissen wird, und haben nicht auch die Erwachsenen etwas zu verlieren? Fakt ist: Am Ende ist ein Mensch tot. Und die Eltern müssen reden.
Das Dinner ist ein Moral-Krimi und ein Debattier-Stück voll raffinierter Wendungen und überraschender Finten. Es geht um Gewalt und wie sie unter dem dünnen Firnis der Zivilisation kraftvoll überlebt, wie der Aggressionstrieb des Menschen familiär übertragen und gesellschaftlich beschwiegen wird, wie er verdrängt, verharmlost und medikamentiert dafür sorgt, dass alles weiterhin gut funktioniert. Inszeniert wird das Stück von András Dömötör, der in den vergangenen Spielzeiten zahlreiche Stücke am Deutschen Theater realisierte: zuletzt Prima Facie von Suzie Miller in der Kammer und Verführung von Lukas Bärfuss auf der DT Bühne.
Regie: András Dömötör
Bühne: Ann-Christine Müller
Kostüme: Almut Eppinger
Musik: Tamás Matkó Video Bálint Kolozsváry
Licht: Matthias Vogel
Dramaturgie: Karla Mäder
Dauer: 1 Stunde 45 Minuten, keine Pause
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Wüste
von Sam Max
Aus dem Amerikanischen von Maria MilisavljevićEin einsames Motel in der Wüste von Arizona, in dessen Nähe: ein Filmset. Während der männliche Hauptdarsteller Tom darauf wartet, dass seine nächste Szene gedreht wird, wartet seine Frau Chloe darauf, dass die Narben ihrer Schönheits-OP heilen und sie wieder ihre Augen benutzen kann, die sie hat lasern lassen, um keine Brille tragen zu müssen. Blind und bandagiert ist sie mehr denn je abhängig von ihrer jungen Assistentin Hannah, mit der sie immer wieder ihren Text durchgeht. Anders als Tom hat Chloe nur eine kleinere Rolle in dem Film bekommen und anders als er, der gutaussehende junge Star, muss sie in ihren mittleren Jahren mehr investieren: in ihr Aussehen und in ihre Kunst.
Drei Menschen, die verflochten sind in einem Dreieck aus Begierden und Abhängigkeiten rund um die leere Mitte einer Existenz, die aus Rollen besteht, die man anzieht und ausfüllt, so gut und so intensiv es geht, bis dieser Vorgang sich anfühlt wie Leben. Die Leere im Inneren der drei Menschen spiegelt sich in der äußeren Leere der Wüste, die Menschen verschluckt und wieder ausspuckt – symbolisiert durch ein Mädchen, das vom Drehort verschwindet und plötzlich im Motelzimmer wieder auftaucht.
Sam Max spielt mit typischen Versatzstücken amerikanischer Kultur und kombiniert klassische Motive wie Motel, Wüste, Hollywood mit zeitgenössischem Nachdenken über Körperbilder, Beziehungsweisen und Techniken der Selbstdarstellung. Sam Max arbeitet das erste Mal in Deutschland und inszeniert den eigenen Text mit drei Ensemblemitgliedern.
Regie: Sam Max
Bühne und Kostüme: Matthias Nebel
Komposition: Natalie Szende
Licht: Peter Grahn
Dramaturgie: Karla Mäder
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Die kahle Sängerin
Anti-Stück von Eugène Ionesco
Aus dem Französischen von Serge StaufferDer Titel mag gewöhnungsbedürftig sein, der Inhalt ist es keinesfalls. Ionescos "Anti-Stück" von 1948, das alle bis dahin geltenden Regeln des Theaters ignoriert und in dem nicht nur eine Wanduhr verrücktspielt, gilt als Gründungsdokument des Absurden Theaters, das in den 50er Jahren durch Samuel Beckett und andere berühmt wurde. Entstanden als Reaktion auf die Gräuel von Nazizeit und Zweitem Weltkrieg, postuliert das Absurde Theater in Form und Inhalt die Sinnlosigkeit als einzig sinnvollen Daseinszustand. Das Ergebnis dieser zutiefst melancholischen Bestandsaufnahme ist allerdings bei Ionesco höchst vergnüglich: Skurrile Figuren in humorvollen Situationen ergeben pralles Theater, in dem sich bizarre Dialoge in ein Feuerwerk aus sinnentleerten Phrasen und Nonsens-Sätzen steigern.
Die Handlung – wenn man das, was geschieht, so nennen darf – ist rasch zusammengefasst: Mr. und Mrs. Smith, die sich nach dem Abendessen gewaltig miteinander langweilen, bekommen Besuch von einem befreundeten Ehepaar, das bei seinem Auftritt erst einmal klären muss, ob sie einander kennen. Am Ende stellen die beiden erfreut fest, dass sie im selben Bett schlafen, verheiratet sind und ein Kind haben. Die Abendunterhaltung zu viert hingegen wird immer merkwürdiger: Das Dienstmädchen Mary glaubt, es sei Sherlock Holmes, ein Feuerwehrmann sucht einen zu löschenden Brand und stiftet dabei zusätzlich Verwirrung; was es nun aber mit der "kahlen Sängerin" auf sich hat, dürfen Sie selbst herausfinden.
Übernahme der Produktion vom Schauspielhaus Graz
Regie: Anita Vulesica
Bühne: Henrike Engel
Kostüme: Janina Brinkmann
Musik: Camill Jammal
Choreografie: Mirjam Klebel
Dramaturgie: Karla Mäder
Dauer: 1 Stunde 45 Minuten, keine Pause
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Freiboxen: Du bist nicht mit Gold zu bezahlen.
Schlagerstar Rainer Zeh erobert seit Jahren mit Leichtigkeit die Herzen des Publikums, das weiß auch sein Manager Elmar Wupper. Gemeinsam prägten sie eine Ära, in der große Gesten und zeitlose Melodien die Bühnen dominierten.Doch auch die Schlagerszene ist im Wandel: Junge Talente werden von der Konkurrenz bereits in Stellung gebracht und die Quoten von Rainer rutschen ab. Droht dem Star die Reste-Rampe? Während Rainer Zeh, das Aushängeschild der alten Garde, dem neuen Wind skeptisch gegenübersteht, erkennt Elmar Wupper die Notwendigkeit des Handelns.
Regie: Jan Jordan
Musik: Matthias Trippner, Elias Vollmer
Bühne und Mitarbeit Konzeption: Ramona Hufler
Kostüme: Zoë Agathos
Freiboxen: Du bist nicht mit Gold zu bezahlen. bewerten:
Bewertungen & Berichte Freiboxen: Du bist nicht mit Gold zu bezahlen.
Bunbury. Ernst sein is everything!
von Oscar Wilde
Deutsch von Claudia BossardUm ihren gesellschaftlichen Verpflichtungen entfliehen und inkognito ihre geheimen Wünsche und Sehnsüchte – ihr wahres Ich? – ausleben zu können, führen die beiden Dandys Algernon und Jack ein Doppelleben. Algernon erfindet einen kränklichen Freund namens Bunbury, der regelmäßig auf dem Land besucht werden muss, während Jack vorgibt, sich um seinen leichtlebigen Bruder Ernst zu kümmern, um möglichst oft in die Stadt reisen zu können. Dort führt er als ebenjener Ernst ein ausschweifendes Leben, während er auf seinem Landsitz das moralisch unantastbare Vorbild für sein Mündel Cecily gibt. Diese wiederum hat es sich – ebenso wie Algernons Cousine Gwendolen, um die Jack bei seinen Besuchen in der Stadt wirbt – in den Kopf gesetzt, ausschließlich einen Mann namens Ernst zu heiraten. Als Algernon in der Rolle von Jacks vermeintlichem Bruder Ernst auf dem Landsitz auftaucht, nehmen die komischen Verwicklungen ihren Lauf.
Bunbury (im Original: The Importance of Being Earnest ) ist Oscar Wildes berühmteste Komödie – und zugleich seine letzte: Kurz nach der Uraufführung wurde er 1895 im Zuge eines öffentlichen Prozesses wegen homosexueller Handlungen zu zwei Jahren Zuchthaus mit schwerer körperlicher Arbeit verurteilt. Gesundheitlich, finanziell und gesellschaftlich ruiniert, verstarb der Autor 1900 im Alter von 46 Jahren in Paris. Oscar Wildes eigenes Doppelleben, das im Gegensatz zu dem seiner Protagonisten kein glückliches Ende nahm, schreibt sich aus heutiger Perspektive unweigerlich in diese perfekt gebaute Komödie ein.
In der rasanten Fassung der Regisseurin Claudia Bossard wird Oscar Wildes mit Sprachwitz gespickte Komödie zum queeren Theaterspaß, der im metropolitanen Society-Talk nicht nur die Sprachgrenzen zwischen Deutsch und Englisch verflüssigt, sondern auch im spielerischen Wirbelsturm Gender- und Identitätsbilder aus ihrem viktorianischen Gesellschaftskorsett befreit.
Regie: Claudia Bossard
Bühne und Kostüme: Elisabeth Weiß
Kostümmitarbeit: Matthias Dielacher
Choreografie: Marta Navaridas
Sounddesign: Annalena Fröhlich
Dramaturgie: Elisabeth Tropper, Daniel Richter
Licht: Viktor Felligi, Kristina Jedelsky
Maske: Andreas Müller
Dauer: 2 Stunden, keine Pause
empfohlen ab Klasse 9
Mit englischen Übertiteln
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Bewertungen & Berichte Bunbury. Ernst sein is everything!
Einsame Menschen
von Gerhart Hauptmann
Familie Vockerat lebt in einem Haus direkt am Müggelsee und eigentlich ist alles perfekt. Das Paar Johannes und Käthe hat gerade ein Kind bekommen. Johannesʼ Mutter Martha ist angereist, um ihre Schwiegertochter durchs Wochenbett zu begleiten. Doch das Glück will sich nicht richtig einstellen. Käthe versinkt im postnatalen Tief, Johannes fühlt sich verpflichtet, es allen recht zu machen und zugleich seine eigenen beruflichen Ziele zu verwirklichen. Martha beobachtet sorgenvoll, wie das Paar auseinanderdriftet. Als Johannesʼ Jugendfreundin Braun wie gewohnt zu Besuch kommt, bringt sie unerwartet einen weiteren Gast mit: Arno, der willkommene Abwechslung verspricht und alle in seinen Bann zieht. Schnell entsteht eine innige Freundschaft zwischen Johannes und Arno. Bei dem jungen Vater wird eine Sehnsucht wach, die seinen Lebensentwurf ins Wanken bringt.Basierend auf Gerhart Hauptmanns Drama widmet sich Daniela Löffner dem fragilen Schwebezustand, der entsteht, wenn vermeintliche Gewissheiten sich auflösen und Entscheidungen noch ausstehen. Mit wem möchte ich leben und wie? Wieviel Verbindlichkeit braucht es, um nicht einsam zu sein?
Fassung: Daniela Löffner
Regie: Daniela Löffner
Bühne: Wolfgang Menardi
Kostüme: Carolin Schogs
Musik: Matthias Erhard
Dramaturgie: Sima Djabar Zadegan, Juliane Koepp
Licht: Thomas Langguth
Dauer: 3 Stunden, eine Pause
Mit englischen Übertiteln
Einsame Menschen bewerten:
Bewertungen & Berichte Einsame Menschen
Man will hoffen, dass diese Sex-Szene nicht den einzigen Unterschied zu durchschnittlichen Stadttheaterniveau darstellt. Wobei natürlich nichts gegen Erotik in entsprechender Arbeitskleidung einzuwenden ist. Aber angesichts der zahlreichen Preise und Nominierungen der Regisseurin Daniela Löffner sollte mehr zu erwarten sein.
Im Rückblick ist es eigentlich eine Inszenierung auf durchschnittlichem Stadttheaterniveau. Wäre da nicht... ja, wäre da nicht diese explizite und intensive Nackt- und Liebesszene. Wohl die graphischste, die ich je auf einer Bühne gesehen habe. Und dann auch noch ganz diversity-konform zwischen zwei Männern. Von dieser Inszenierung wird mir vor allem im Gedächtnis bleiben, wie Kohler und Trebs nach der Pause ihre Zuneigung, Leidenschaft und Erotik füreinander aufbauen und ausleben. Löffner geht dabei an die Grenze dessen, was auf einer Bühne noch darstellbar ist. Mit Kohler und Trebs hat sie zwei mutige Schauspieler, die beim Liebesspiel ebenfalls persönliche Grenzen auszuloten scheinen, wie weit sie im Theater gehen können oder wollen. Der intimste und ehrlichste Theatermoment, den ich je auf einer Bühne gesehen habe, war der, als man beim splitternackten Enno Trebs seine aufkommende sexuelle Erregung deutlich erkennen konnte. Da hier dann wohl die Grenze des Darstellbaren auf der Bühne verläuft, zog er zwar zügig seine Unterhose an, um es zu kaschieren, aber das war für mich ein Theatermoment, der an Ehrlichkeit und Authentizität nicht zu toppen war. Hier war Theater dann keine Illusion mehr sondern Realität. Von daher Chapeau an diese beiden großartigen Darsteller für so viel Privates, Persönliches und Intimes in dieser Inszenierung.
Man will hoffen, dass diese Szene nicht den einzigen Unterschied zum durchschnittlichen Stadttheaterniveau darstellt. Wobei natürlich nichts gegen Erotik in entsprechender Arbeitskleidung einzuwenden ist. Aber angesichts der zahlreichen Preise und Nominierungen der Regisseurin Daniela Löffner sollte mehr zu erwarten sein.
Junges DT: Die Schule
Ein interaktives Rätselgame des Jungen DT
Die 16-jährige Laura findet am letzten Schultag vor dem Lockdown eine Nachricht in ihrem Spind. Eine Mitschülerin ist in Gefahr und bittet sie um Hilfe. Aber Laura kann die Rätsel, die sie in ihren Schulheften findet, nicht lösen. Da sie an ihrer Schule niemandem mehr trauen kann, bittet sie vier Außenstehende um Hilfe…In dem interaktiven Spiel mit Liveperformer_innen erhalten die Zuschauer_innen über Zoom, Telegram und Webseiten immer tiefere Einblicke in düstere Machenschaften der Schule. In Anlehnung an Escape Rooms und Detektivspiele entfaltet sich ein Mikrokosmos korrupter Cliquen-Anführer, illegaler Veranstaltungen und verängstigter Schüler_innen. Solidarität ist hier keine Tugend. Aber wer hat ein Motiv? Wer hat zu viel zu verlieren? Und wer hat gar keine Skrupel?
Das Spiel ist für vier Spieler_innen konzipiert. Um teilzunehmen, brauchen Sie einen PC, ein Smartphone mit der Messenger-App Telegram und eine stabile Internetverbindung.
Bitte geben Sie beim Ticketkauf unbedingt Ihre Wohnadresse, E-Mail und Telefonnummer an. Einige Materialien erhalten Sie vor Spielbeginn per Post und über Telegram. Wenn Sie mit einer oder mehreren Personen zusammenspielen wollen, geben Sie auch deren Adressen und Mobilnummern beim Ticketkauf an. Ihre Daten werden nur im Rahmen der Aufführung verwendet und nicht an Dritte weitergegeben!
Tickets: 10 / ermäßigt 5 Euro
Dauer: ca. 90 Minuten
Bei weiteren Fragen wenden Sie sich an info@jungesdt.de.
Leitung Nelly Gypkens, Lasse Scheiba Assistenz Nora Josif Mit Mina Guschke, Songül Ince, Lilly Sorgenfrey, Elias Leonard Thurow, Karolin Weber, Amon Wendel, Tessa Wyrostek
Junges DT: Die Schule bewerten:
Bewertungen & Berichte Junges DT: Die Schule
Das TheaterGame des Jungen DT ist unglaublich liebevoll gemacht und bietet Rätsel auf unterschiedlichen Ebenen, die gemeinsam im Team gelöst werden können. Man bekommt z.B. einen Schulhefter nach Hause geschickt, in dem sich Hinweise verstecken, die man kombinieren muss mit denen, die die Mitspieler bei sich intdecken. Man begegnet Performen live im Chat, per Zoom und sogar am Telefon. Extrem gut ausgedacht, lebendig und engagiert gespielt, dazu noch eine gute, stimmige Geschichte. Unbedingt empfehlenswert als unterhaltsamer Abend mit Freunden und (dann) neuen Bekannten!
Das TheaterGame des Jungen DT ist unglaublich liebevoll gemacht und bietet Rätsel auf unterschiedlichen Ebenen, die gemeinsam im Team gelöst werden können. Man bekommt z.B. einen Schulhefter nach Hause geschickt, in dem sich Hinweise verstecken, die man kombinieren muss mit denen, die die Mitspieler bei sich intdecken. Man begegnet Performen live im Chat, per Zoom und sogar am Telefon. Extrem gut ausgedacht, lebendig und engagiert gespielt, dazu noch eine gute, stimmige Geschichte. Unbedingt empfehlenswert als unterhaltsamer Abend mit Freunden und (dann) neuen Bekannten!
Böhm
von Paulus Hochgatterer
Dirigenten sind faszinierende Menschen: Musikalisch von höchster Sensibilität, gebieten sie als gottähnliche Alleinherrscher über riesige Klangkörper. Sie müssen sowohl Empfindsamkeit als auch Führungsstärke mitbringen und sind bisweilen tyrannische, selbstherrliche Despoten, deren Seelenregungen oder Fingerzeige eine Hundertschaft in Bewegung zu setzen vermögen. So wie Karl Böhm, einer der größten Dirigenten des 20. Jahrhunderts. Zwischen Geburt und Begräbnis liegen fast 87 Lebensjahre, die von einem tiefen Zwiespalt geprägt sind: Einerseits war Böhm ein großer Künstler, andererseits war er ein Mensch, der sich mit dem Nationalsozialismus gemein machte, um seine Karriere voranzutreiben.Auf Fürsprache Hitlers wurde Böhm 1934 an die Semperoper in Dresden berufen, um Nachfolger des Dirigenten Fritz Busch zu werden, den das NS-Regime zum Rücktritt und zur Emigration genötigt hatte. 1943, mitten im Zweiten Weltkrieg, wurde Böhm Direktor der Wiener Staatsoper. 1945 entfernten ihn die alliierten Besatzungsbehörden wegen zu großer Nähe zum Nazi-Regime aus dem Amt des Direktors und belegten ihn mit einem Auftrittsverbot. Nach Ende der Besatzungszeit bis 1956 wurde er dann ein zweites Mal mit diesem Amt betraut.
Der begnadete Puppenspieler und Puppenbauer Nikolaus Habjan beschäftigt sich in Böhm erneut mit dem finstersten Kapitel europäischer Geschichte, das ihn auch in anderen Stücken umtreibt, wie z.B. in F. Zawrel – Erbbiologisch und sozial minderwertig . Böhm stammt aus der Feder des Wiener Autors Paulus Hochgatterer, der Nikolaus Habjan und dessen Puppen die Rollen auf den Leib geschrieben hat.
Regie: Nikolaus Habjan
Regiemitarbeit: Martina Gredler
Bühne: Julius Theodor Semmelmann
Kostüme: Cedric Mpaka
Dramaturgie: Karla Mäder, Elisabeth Geyer
Dauer: 1 Stunde 45 Minuten, keine Pause
voraussichtlich empfohlen ab Klasse 9
Böhm bewerten:
Bewertungen & Berichte Böhm
ugly duckling
von Bastian Kraft und Ensemble nach Hans Christian Andersen
"Ich träumte nie von soviel Glück, als ich noch das hässliche kleine Entlein war."In den Märchen von Hans Christian Andersen stößt man immer wieder auf Transformationen: Die kleine Meerjungfrau verwandelt sich in einen Menschen, das hässliche Entlein in einen stolzen Schwan. Dass es sich bei diesen Verwandlungen auch um ein maskiertes Spiel mit Geschlechtlichkeit und Sexualität handelt, ist Ausgangspunkt für ein Projekt, das Andersens Märchen den Biografien von Berliner Dragqueens gegenüberstellt. Diese Protagonist_innen des urbanen Nachtlebens machen das Spiel mit Geschlechterrollen zum befreienden Spektakel. Dabei bewegen sie sich an der schillernden Grenze zwischen schamloser Selbstdarstellung und subkulturellem Sendungsbewusstsein. Die Transformation mittels Schminke und Perücken nämlich produziert nicht nur ein neues Ich, sondern damit auch ein neues Selbstbewusstsein. Die so erschaffene Kunstfigur ist der stolze Schwan, in dessen Gestalt sich das hässliche Entlein der Welt stellen kann.
Für seine Inszenierung "ugly duckling" wurde Bastian Kraft 2019 von Travestie für Deutschland mit dem Ehrenstöckel ausgezeichnet.
Alle Vorstellungen werden mit englischen Übertiteln gezeigt.
Regie: Bastian Kraft
Bühne / Video: Peter Baur
Kostüme: Jelena Miletić
Musik: Romain Frequency
Licht: Thomas Langguth
Dramaturgie: Ulrich Beck
Dauer: 1 Stunde 55 Minuten, keine Pause
In der Vorstellung wird Stroboskop-Licht eingesetzt.
Alle Vorstellungen werden mit englischen Übertiteln gezeigt.
Altersempfehlung: ab Klasse 9
ugly duckling bewerten:
Bewertungen & Berichte ugly duckling
F. Zawrel - Erbbiologisch und sozial minderwertig
von und mit Nikolaus Habjan
Gastspiel Schubert Theater WienDer Vater ist Alkoholiker, die Mutter nicht fähig, die Familie zu ernähren: Als Kind landet Friedrich Zawrel (1929 – 2015) erst im Heim, schließlich im Spiegelgrund, jener berüchtigten „Kinderfachabteilung“ des Deutschen Reiches in Wien, in der Euthanasiemorde an kranken und behinderten Kindern begangen wurden. Vom Anstaltsarzt Dr. Gross wird Zawrel als „erbbiologisch und sozial minderwertig“ eingestuft und mit medizinischen Experimenten gequält, doch kann er eines Tages mit der Hilfe einer Krankenschwester aus der Anstalt entkommen. Als Halbwüchsiger lebt er auf der Straße, im Nachkriegswien folgt eine Karriere als Kleinkrimineller. Diese bringt ihn wiederholt ins Gefängnis und immer wieder vor psychiatrische Gutachter, bis er eines Tages seinem ehemaligen Peiniger gegenübersitzt, der ihm einen Deal anbieten will. Doch Zawrel lässt sich nicht bestechen. Allerdings kommt es erst im Jahr 2000 kommt zu einem Gerichtsverfahren, das wegen einer angeblichen Demenz von Gross eingestellt wird. Dieser kann sich an nichts mehr erinnern …
Der Figurentheaterabend von Nikolaus Habjan und Simon Meusburger entstand auf der Basis von erlebter Geschichte: Friedrich Zawrel, dieser so liebenswerte, humorvolle und resiliente Wiener, erzählte als hochbetagter Zeitzeuge bis zu seinem Tod im Jahr 2015 vor Schulklassen und bei anderen Gelegenheiten, was ihm widerfahren ist.
Das Ergebnis ist ein dramatisches, berührendes und theatral packendes Stück Erinnerungsarbeit. Die Inszenierung erhielt den Nestroy-Preis 2012 in der Kategorie Beste Off-Produktion und wurde bislang von Nikolaus Habjan mehr als sechshundertmal gespielt: Friedrich Zawrel, er lebt weiter in der Klappmaulpuppe von Nikolaus Habjan.
Ausgezeichnet mit dem Nestroy-Preis Beste Off-Produktion.
Regie: Simon Meusburger
Puppenbau: Nikolaus Habjan
Lichtdesign: Simon Meusburger
Kostüm (Schubert Theater Wien): Lisa Zingerle
Licht: Cornelia Gloth
Dauer: 2 Stunden, keine Pause
empfohlen ab Klasse 9
F. Zawrel - Erbbiologisch und sozial minderwertig bewerten:
Bewertungen & Berichte F. Zawrel - Erbbiologisch und sozial minderwertig
Deutsches Theater Berlin
Das Deutsche Theater in Berlin zählt zu den bedeutendsten Sprechtheaterbühnen im deutschsprachigen Raum. Hinter seiner eleganten klassizistischen Fassade beherbergt das 1849 gegründete Theater in der Schumannstraße heute drei Bühnen: Das Große Haus mit ca. 600 Plätzen, die Kammerspiele mit ca. 230 Plätzen sowie die 2006 neu eröffnete Box - eine kompakte Blackbox im Foyer der Kammerspiele mit 80 Zuschauerplätzen. Auf dem Spielplan stehen zum einen Klassiker und moderne Klassiker von Autoren wie Shakespeare, Schiller, Tschechow, Sartre, Ibsen und Goethe, zum anderen werden Stücke zeitgenössischer Autoren wie Lukas Bärfuß, Dea Loher, Wolfram Lotz, Roland Schimmelpfennig, Ferdinand Schmalz und Nis-Momme Stockmann gezeigt und zur Uraufführung gebracht. Einmal im Jahr finden am Deutschen Theater die Autorentheatertage statt, ein 14-tägiges Festival der zeitgenössischen Dramatik.Deutsches Theater Berlin bewerten:
Bewertungen & Berichte Deutsches Theater Berlin
- Heute: Das kalte Herz (Premiere)
- Morgen: Kinderkonzert III - Traumtänze
- Tosca

- Lohengrin
- Kammerkonzert III - Ravel, Boulanger, Weinberg
- Der Freischütz für Kinder
- Winterreise
- Museumskonzert IV
- Symphoniekonzert IV mit Christian Thielemann
- Kammerkonzert extra
- Schwanensee
- Don Giovanni

- Ballettgespräch
- Liederabend Internationales Opernstudio
- Sonderkonzert „Musik aus fernen Rundfunktagen“
- Il barbiere di Siviglia
- Museumskonzert V - Mozart, Schubert, Farrenc u.a.
- Sustainable Listening #7 Urban Spaces
- Das schlaue Füchslein
- Madama Butterfly
- Heute: Eine Minute der Menschheit

- Morgen: Die drei Leben der Hannah Arendt

- Premiere: Heimsuchung
- Uraufführung: Fake Jews
- Pygmalion

- Vater
- Die Räuber. Der Ort der Geschichte ist Deutschland
- P*RN
- Prima Facie

- Nora oder Wie man das Herrenhaus kompostiert

- Sophie Rois fährt gegen die Wand im Deutschen Theater
- Vertikale Wale

- Jugend ohne Gott

- Fighten

- Die Insel der Perversen

- Liebe, einfach außerirdisch
- Leichter Gesang

- Forever Yin Forever Young

- Die Gehaltserhöhung

- Tagebuch eines Wahnsinnigen
- Let Them Eat Chaos

- Gift

- Angabe der Person

- Biografie: Ein Spiel
- Die Marquise von O. und –
- Ismene, Schwester von
- Die Katze auf dem heißen Blechdach

- Parzival
- Gier

- Sonne und Beton
- Hinkemann

- Männerphantasien
- Der Menschenfeind

- Baracke

- Blue Skies

- Böhm

- F. Zawrel - Erbbiologisch und sozial minderwertig
- Räuber:innen!?
- ugly duckling

- Wüste

- Die kahle Sängerin
- Das Dinner

- Freiboxen: Du bist nicht mit Gold zu bezahlen.
- Ursonate [Wir spielen, bis uns der Tod abholt]

- Der erste fiese Typ
- Spirit And The Dust
- Der Liebling

- Bunbury. Ernst sein is everything!
- Das Deutsche Theater in Berlin zählt zu den bedeutendsten Sprechtheaterbühnen im deutschsprachigen Raum.
- Heute: La Cage aux Folles
- Premiere: Lady Macbeth von Mzensk
- Jewgeni Onegin
- Führungen für Familien
- Don Giovanni / Requiem
- Führung Spezial Kostüm
- Führungen
- Eine Frau, die weiẞ, was sie will!
- Führung Spezial Orchester
- Zum Träumen - Zauberhafte Harfenklänge
- Führung Baustelle Stammhaus
- My Fair Lady
- Schall&Rausch - Festival für brandneues Musiktheater
- Cave meets Schubert
- Queen of Love
- Hänsel und Gretel
- Im Zauberwald
- Ball der Komischen Oper Berlin
- Metamorphosen - Ovid und das Opernstudio
- Die Nase
- Belshazzar
- Wunderkammer
- Führung Spezial Requisite
- Ab Sommer 2023 zieht das Ensemble wegen umfangreicher Bauarbeiten in das Schillertheater. Die Komische Oper Berlin steht für zeitgemäßes, lebendiges Musiktheater.
- Ick & Berlin
- Die ganz große Geschichte
- Gurke oder Banane
- Was wäre wenn
- Berlin Battle
- Die Gorillas im Schleudergang
- Barbaras Bar
- Gute Wahl
- Das große 7
- Die Pediküre - Keine Oper von Wagner
- Die Gorillas vs. Die Springmäuse
- Plattenbau Alexanderplatz - Die Gorillas & Inbal Lori
- Valentinstags-Special
- Die Gorillas sind kein Lieferdienst, sondern ein Improvisationstheater-Ensemble aus Berlin
- Scherben
- Bis ans Limit
- Das NEINhorn
- Linedanceparty mit DJ Peer und Martina
- Kleines Orchesterwerk: Klassik & Romantik
- Faust gerafft
- Operetten zum Kaffee
- Scarlett O' & Jürgen Ehle: Glanzstücke
- Moving Shadows: On Fire
- Jukebox Heroes
- Danceperados of Ireland
- War das jetzt schon Sex?
- JanuarSingen
- Neujahrskonzert 2026
- Felix Reuter: Die verflixte Klassik 2
- Erich Kästners "Die 13 Monate und andere Ungereimtheiten"
- Spur der Steine
- Liebe machen
- Der Untertan spricht
- Dirk Zöllner & Manuel Schmid
- Love is in the air – aber wie viel?
- Roland Jankowsky: Wenn Overbeck kommt ...
- Les(e)bar
- Der erste letzte Tag
- Der Traum ist aus ... Ein Rio Reiser-Abend mit Peter Schneider
- Casanova Society Orchestra: Die Goldenen 20er
- Poetry Slam Schwedt
- Les(e)bar
- Veranstaltungsangebote aus Theater, Unterhaltung und Veranstaltungsservice im Nordosten Brandenburgs.
- RAHEL - Die Wege muss man suchen
- Kurt Tucholsky: Gegen einen Ozean pfeift man nicht an
- Gereiztheiten
- Ich verstehe was, was du nicht sagst
- 100 Tage
- Ein Stück Illusion
- Nur nicht zu den Löwen
- Diva Berlin
- Das Blaue Halstuch
- Charlottengrad - Ein Stück Russland mitten in Berlin
- Prinzess Rosine
- Die Dietrich - Eine Schöpfungsgeschichte
- Georg Kreisler: Unheilbar Gesund
- Thomas Mann: Mario und der Zauberer
- Ich - Marilyn
- Hans Albers - Sein Leben, seine Lieder
- Wissen Sie, was Sie tun? Erfolg und Fehlverhalten am Set
- Hildegard Knef: Ich glaub’, ‘ne Dame werd’ ich nie
- Sternstunden großer Filmmelodie
- Charles Aznavour - Ein Mann der Tausend Lieder
- Blind - Sechs Weine, sechs Runden, vier Sommeliers
- Franz Kafka - Die Verwandlung
- Brecht: Die Ausnahme und die Regel
- Das Theater Unter den Linden
- Das THEATER IM PALAIS BERLIN ist ein musikalisches Salontheater, das sich im historischen Palais am Festungsgraben mitten in Berlin vor allem den Themen und Geschichten rund um die Hauptstadt widmet.
- Heute: Menschen am Sonntag: Johanna Schall trifft Carmen-Maja Antoni
- Premiere: BERLIN-NEW YORK & zurück
- Hurra, die dritten Zehne!
- Bleiben will ich, wo ich nie gewesen bin
- PERSPEKTIVWECHSEL - Eine deutsch-deutsche Diskussion
- "Hättste mal gleich gelebt" - FRIEDRICH & WIESENHÜTTER
- "Orientierungsversuch im Irrenhaus"
- Vielseitige Angebote aus Musik-, Sprech-, Tanztheater und Konzerten